Drei Botschaften präsentiert

Fischingen lud bereits am Sonntagabend zur Bundesfeier auf der Sedelegg. Die Gäste warteten gespannt auf die Festansprache von SVP-Bundesrat Ueli Maurer. Etliche Ankömmlinge fanden dazu keinen Platz mehr im Festzelt.

Christoph Heer
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Bundesrat Ueli Maurer auf der Sedelegg Fischingen: «Wenn jemand mehr leistet, als verlangt wird, dann ist das ein Wert, der einen hohen Wert hat.» (Bild: Christoph Heer)

Bundesrat Ueli Maurer auf der Sedelegg Fischingen: «Wenn jemand mehr leistet, als verlangt wird, dann ist das ein Wert, der einen hohen Wert hat.» (Bild: Christoph Heer)

FISCHINGEN. Es hätte nicht schlimmer kommen können: Genau auf den Start der Fischinger Bundesfeier am Sonntagabend öffnete Petrus seine Schleusen. Begleitet von Blitz und Donner fanden sich aber trotzdem an die 400 Besucher im Festzelt ein und konnten froh sein, einen gedeckten Sitzplatz ergattert zu haben. Diejenigen, die keinen Platz mehr gefunden hatten, machten sich wegen des zum Teil Wasserfall-ähnlichen Regens wieder auf den Heimweg.

«Schulden der EU abzahlen»

Ueli Maurers Festansprache stand unter dem Deckmantel dreier Botschaften. «Versprechen von magischer Hilfe haben immer einen Haken. Über kurz oder lang wird die Rechnung präsentiert», war die erste. Die zweite: «Werte haben einen Wert». Und zu guter Letzt: «Unser Land lebt von engagierten Bürgern.»

Maurer verpackte dies in die Geschichte von Jeremias Gotthelfs «Die Schwarze Spinne». Dass man in der Not einen Pakt mit dem Teufel eingehe, verband er mit aktuellen Themen. «Auch habe man einst gedacht, dass man mit der EU die meisten Probleme gelöst habe. Doch die Rechnung präsentiert sich anders. Wir müssen in den nächsten 80 Jahren deren Schulden abbauen. In der Schweiz erzeugen unter anderem das Verkehrswesen, die Asylpolitik und das Soziale zu hohe Kosten. Die Rechnung hierfür bezahlen wir alle miteinander und nicht die Politiker oder sonst wer.»

In Bundesbern ab und zu einsam

Maurers nicht allzu lang dauernde Rede zog die Zuhörer in ihren Bann. Schade bloss, dass einzelne Kinder nicht ruhig sitzen bleiben konnten. Den Bundesrat schien dies nicht zu stören. Mit einer Redewendung fuhr er fort. «Das Leben ist kein Zauberstück. Das Leben ist ein täglicher Kampf und Krampf. Daher ist es umso wichtiger, unsere Werte mit Sorge zu umhüllen. Einer davon ist, wie wir hier an diesem Fest beispiellos erfahren dürfen, die wiederkehrende Mitarbeit vieler Freiwilliger.» Schon als er am Morgen vorbeigekommen sei, habe er die emsigen Helfer am Arbeiten gesehen. Und genau das mache die Schweiz stark. «Wenn jemand mehr leistet, als verlangt wird, dann ist das ein Wert, der einen hohen Wert hat.»

Von einem Heimspiel Maurers zu reden, wäre übertrieben. Doch seine Frau wuchs in Oberwangen auf und auf seinen sonntäglichen Fahrradausflügen durchquert er oft die südlichste Gemeinde des Thurgaus. «Hier fühle ich mich wohl, inmitten vieler Freunde. Denn im Bundeshaus ist es schon ab und zu etwas einsam.

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