Doris Leuthard hatte Nase vorn

Notabene

Urs Nobel
Drucken
Teilen

An den vielen Stammtischen ist Fussball das meistdiskutierte Thema. Ebenfalls für Gesprächsstoff sorgt die jeweilige Arbeitssituation jener Gäste, die sich um den runden Tisch scharen und sich unterhalten wollen. Und natürlich die Vorlieben von Feriendestinationen, zu denen immer jemand etwas zu sagen hat.

In den vergangenen Wochen wurde jedoch oft über Bundesrätin Doris Leuthard diskutiert. Ihr Engagement für die Energiestrategie 2050 hat polarisiert und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Jeder hatte dazu etwas zu sagen. Die Meinungen gingen zwar weit auseinander, aber es wurde immerhin diskutiert. Dabei ging es aber weniger um das Thema Energie, respektive Energiesparen, als vielmehr um die Person von Bundesrätin Doris Leuthard. Sie hat es mit «ihrem» Thema geschafft, das Stammtischthemenranking mindestens kurzfristig umzukrempeln.

Mittlerweile hat sich König Fussball wieder dort positioniert, wo er vor der Abstimmung stand. Schliesslich ist es einfacher, darüber zu diskutieren als über politische Prozesse, die nur wenige verstehen. Und: Fussball hat jeder einmal gespielt und weiss deshalb, wovon er spricht.

Erstaunlicherweise wird in der Region wenig über die eigenen Clubs – jene in der Super League oder Challenge League – diskutiert. Es gibt kaum jemanden, der nicht bestens über die deutsche Bundesliga, die spanische Primera División oder die englische Premier League Bescheid weiss und entsprechend dazu auch eine Meinung hat. Es gibt auch solche, die jedes Wochenende an Spiele von Bayern München oder sogar nach England fahren. Die haben wiederum zu Wochenbeginn an den Stammtischen etwas zu erzählen, und es gibt wieder Diskussionsstoff.

Kaum thematisiert wird der FC Bazenheid. Sollte er aber. Die erste Mannschaft, die in der 2. Liga spielt, ist erfolgreicher als Schweizer Meister FC Basel. Die Basler haben noch nie 20 Meisterschaftsspiele ohne Unterbruch gewonnen.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch