Dorfplatzgestaltung nimmt Gesicht an

LENGGENWIL. Bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung wurde ein Vorprojekt zur Dorfplatzgestaltung in Lenggenwil vorgestellt. Die grosse Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellte sich bei einer Konsultativabstimmung hinter das Vorhaben.

Ernst Inauen
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Das Vorprojekt «Raum fürs Dorf» sieht ein Begegnungszentrum vor, das eine breite Nutzungsmöglichkeit bietet. (Bild: Visualisierung: pd)

Das Vorprojekt «Raum fürs Dorf» sieht ein Begegnungszentrum vor, das eine breite Nutzungsmöglichkeit bietet. (Bild: Visualisierung: pd)

Die Körperschaften von Lenggenwil und der Gemeinderat Niederhelfenschwil luden zu einem Informationsanlass zur Dorfplatzgestaltung ein. Im Restaurant Krone nahmen die Vertreter der Politischen Gemeinde, der katholischen Kirchgemeinde, des Vereins Jugend und Kultur, des Restaurants Krone und der Konsumgenossenschaft Lenggenwil Stellung zum Vorprojekt «Raum fürs Dorf». Über 120 Personen drängten sich in den Saal.

Jugend und Kultur als Bauherr

Gemeindepräsident Simon Thalmann leitete die Versammlung. Einleitend informierte Basil Jung vom Verein Jugend und Kultur über die Vorgeschichte. Bereits vor rund zehn Jahren sei die Idee geäussert worden, die bei zahlreichen Grossanlässen im Dorf erwirtschafteten Gewinne sinnvoll einzusetzen. «Die Jugend hat mit Hilfe und Unterstützung der ganzen Bevölkerung ein grosses finanzielles Polster erarbeitet. Nun möchten wir diese Mittel wieder an die Allgemeinheit zurückgeben.»

Mehrere Gründe führten laut Jung zu einem konkreten Projekt. Einerseits wäre das vorhandene Kapital steuerpflichtig, andererseits werde der Mietvertrag des Dorfladens demnächst auslaufen. Auch fehlten öffentliche WCs und ein Raum für die Jungwacht. «Die beteiligten Körperschaften haben beschlossen, ein Projekt zu erarbeiten. Das einmalige Begegnungszentrum nützt der ganzen Bevölkerung.» Der Präsident der Wasserkorporation, Michael Dilitz, wies auf die heikle Lage in der Dorfkernzone mit der unter Denkmalschutz stehenden Kirche hin, was die Mitsprache der kantonalen Denkmalpflege auslöst.

Drei Architekturbüros nahmen am Projektwettbewerb teil. Das Henauer Büro Trunz und Wirth konnte mit seinen Vorstellungen sowohl die Auftraggeber wie auch die kantonalen Stellen überzeugen. So konnte Architekt Karlpeter Trunz am Informationsabend sein Vorprojekt mit dem Titel «Raum fürs Dorf» präsentieren. «Die bauliche Gestaltung steht im Kontrast zum Restaurant und zur Kirche. Mit der vorgesehenen Freiraumgestaltung gegen den östlichen Bereich entsteht ein Begegnungszentrum, das mit dem multifunktionellen Raum im Obergeschoss eine breite Nutzungsmöglichkeit bietet.» Im unteren Stockwerk werden auf 150 Quadratmetern der Dorfladen, die technischen Einrichtungen und Lagerräumlichkeiten entstehen. «Wir sind überzeugt, dass wir mit dem schlanken Baukörper und einer Umgebungsgestaltung eine gute Lösung haben.»

Breite Nutzungsmöglichkeiten

Landschaftsarchitekt Paul Rutishauser aus St. Gallen berichtete über die vorgesehene Gestaltung des Aussenbereichs. Diese ermöglicht für alle Bürger eine Nutzung für gesellschaftliche Anlässe, als Markt- oder Spielplatz.

Nach der Präsentation des Vorprojekts eröffnete der Gemeindepräsident die Diskussionsrunde. Sowohl Kirchenpräsident Patrick Mader als auch Walter Hollenstein, Präsident der Konsumgenossenschaft, und der Präsident der Restaurant Krone GmbH, Hugo Jung, befürworteten das Projekt. Verschiedene Fragen konnten die Verantwortlichen beantworten. Zu den zu erwartenden Kosten jedoch wollte niemand konkrete Zahlen nennen. Hingegen konnte Basil Jung bestätigen, dass der Verein Jugend und Kultur Rückstellungen von rund 600 000 Franken zur Verfügung habe. Eine Konsultativabstimmung ergab eine fast hundertprozentige Zustimmung zur Vorlage.

Bezüglich des terminlichen Ablaufes trafen konträre Vorstellungen aufeinander. Gemeindepräsident Simon Thalmann möchte die Abstimmung über den Baukredit erst an der Bürgerversammlung 2016 vorlegen. Demgegenüber forderten mehrere Votanten vehement eine speditivere Abwicklung. Das Gemeindeoberhaupt führte rechtliche und organisatorische Gründe an.