Doppelter Boden für die Talente

Nicht jedes junge Fussballtalent schafft nach dem Besuch der Bürgler Sport-Tagesschule den Sprung in die U15-Mannschaft nach Wil oder St. Gallen. Was passiert dann? Diese Frage beschäftigt viele Eltern.

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BÜRGLEN. Kids haben Träume. Ein Klassiker: Fussballprofi. Tatsächlich haben manche das Zeug dazu – und es gibt heute solide Ausbildungskonzepte, die den Weg in eine Profi-Karriere ebnen können. Nur: Die Garantie, dass es klappt, die gibt es natürlich nicht. Nicht selten geraten Eltern dann in eine Zwickmühle. «Was, wenn es am Ende doch nicht reicht?»

Zwischen Stuhl und Bank

Diese Zweifel sind David Fall, ehemaliger Fussball-Profi, technischer Leiter beim Thurgauer Fussballverband (TFV) und Trainer an der Thurgauer SportTagesschule in Bürglen (TST), wohlbekannt. «Früher fielen hoffnungsvolle Jungkicker, die es nicht in die U15-Mannschaft nach Wil oder St. Gallen geschafft haben, tatsächlich zwischen Stuhl und Bank», sagt er. Aus diesem Grund hat der Thurgauer Fussballverband, in enger Zusammenarbeit mit den Thurgauer Vereinen, 2014 den «Thurgauer Talentweg» geschaffen.

Das Angebot richtet sich an alle im Thurgau wohnhaften jungen Fussballtalente – Mädchen und Buben. Die «Heimbasis» für den geschaffenen Talentweg bildet die Bürgler Talentschmiede. Die TST ist die Abteilung für junge Sporttalente an der Sekundarschule Bürglen. Sie ist das Herzstück des Thurgauer Fussballverbandes. Die TST bietet hoffnungsvollen Kickern Strukturen, die es ihnen ermöglichen, sich schulisch und sportlich weiterzuentwickeln. Die Auswahl der Talente organisiert der Thurgauer Fussballverband.

Nicht jedes Fussball-Talent schafft auf Anhieb den Sprung in eine U-Mannschaft. Was dann? Der «Thurgauer Talentweg» ermöglicht es diesen Kickern dennoch, bis zum Abschluss der Sekundarschule im Förderprogramm der Bürgler Sport-Tagesschule zu bleiben. «Diese Möglichkeit bringt die Sicherheit, dass für jedes junge Talent eine optimale Anschlussmöglichkeit besteht», erklärt David Fall. «Zudem zeigt die Erfahrung, dass durch die professionelle Förderung der TST und der Thurgauer Vereine einigen Spielern der Sprung in eine U-Mannschaft in einem zweiten Anlauf doch noch gelingt.»

Fit für Lehre oder Schule

Der Thurgauer Talentweg endet nach der Stufe U16. Ist ein junger Kicker bis dann in keiner U-Mannschaft unter Vertrag, hat er dennoch einen Sekundarschul-Abschluss in der Tasche und ist 100 Prozent fit für eine Berufslehre – oder eine weiterführende schulische Karriere. In sportlicher Hinsicht geht es für sie dann auf der Stufe der B-Junioren weiter. «Die Abgänger der TST sind bei den Thurgauer Spitzenteams begehrt. Viele ehemalige Sportschüler spielen im Aktivbereich der Thurgauer Spitzenteams eine Rolle», sagt David Fall. «Zu verlieren gibt es nichts, denn die TST fördert nicht nur sportliches und schulisches Talent, die Zeit an der Bürgler Talentschmiede formt auch den Charakter», betont David Fall. «Und ein gesundes Durchsetzungsvermögen ist schliesslich überall gefragt.» (red.)