«Doppelspurigkeiten gilt es zu vermeiden»

Der ZAB hat im Oktober den Kuh-Bag lanciert. Nun hat die Retra AG im gleichen Gebiet den Retra easy bag eingeführt. Stiftet das nicht Verwirrung?

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Claudio Bianculli Vorsitzender Geschäftsleitung ZAB

Claudio Bianculli Vorsitzender Geschäftsleitung ZAB

Der ZAB hat im Oktober den Kuh-Bag lanciert. Nun hat die Retra AG im gleichen Gebiet den Retra easy bag eingeführt. Stiftet das nicht Verwirrung?

Das Wichtigste ist, dass es für die Bevölkerung überhaupt ein Angebot zur Kunststoffsammlung gibt. Die Frage ist nun, wie wir diese Dienstleistung sauber strukturieren.

Wie könnte das aussehen?

Am 1. Januar 2016 ist auf nationaler Ebene die «Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen» in Kraft gesetzt worden. Diese bekräftigt, wie bereits in der Vergangenheit, dass die Kompetenz für die Bewirtschaftung der brennbaren und der stofflich verwertbaren Siedlungsabfälle bei den Gemeinden beziehungsweise bei den Verbänden liegt. Die Verordnung geht heute sogar weiter: Selbst Abfälle aus dem Gewerbe und der Industrie fallen neu grossmehrheitlich in diese Kompetenz. Um die Privatentsorger an der Wertschöpfungskette weiterhin partizipieren zu lassen, sind künftig angepasste Zusammenarbeitsformen zu prüfen. Sinnvoll wäre, dass es – um die Bürger nicht zu verwirren – einen Anbieter gibt, der den Kunststoffsack verkauft. Wenn es um die Rückgabe geht, sollen aber verschiedene private Unternehmen in das Netzwerk eingebunden werden. Eine solche Rückgabestelle könnte auch die Retra AG sein. Zudem könnten die Privatentsorger auch Logistik- und Aufbereitungsleistungen erbringen. Bereits jetzt pflegt der ZAB im Rahmen von Zusammenarbeitsverträgen Kooperationen mit Privaten. Etwa mit der Brunner AG in Flawil oder mit Innorecycling in Eschlikon. Diese Zusammenarbeiten sind als Konzessionsvereinbarungen zu betrachten.

Dann könnten Sie rechtlich gegen private Sammler vorgehen?

Es wäre völlig deplaziert, Sammlungen für Wertstoffe zu unterbinden. Wir halten nichts von einer Verbotsstrategie, sondern streben es an, mit Privaten zusammenzuarbeiten. Wir sehen sie nicht als Konkurrenten, sondern als Partner. Wichtig ist es, Doppelspurigkeiten, welche möglicherweise auch kommerziell zu Lasten der Bürger gehen, zu vermeiden. (uam)

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