DOPPELFUNKTION: Ein Mann, zwei Rollen

Remo Weber ist beim Volleyballclub Andwil-Arnegg sowohl Spieler der 1.-Liga-Männer als auch Trainer der 1.-Liga-Frauen. Am Sonntag steht er mit beiden Teams zu Hause im Einsatz.

Philipp Wolf
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Remo Weber spielt für die 1.-Liga-Herren und trainiert gleichzeitig die 1.-Liga-Frauen des VBC Andwil-Arnegg. (Bilder: Ralph Ribi)

Remo Weber spielt für die 1.-Liga-Herren und trainiert gleichzeitig die 1.-Liga-Frauen des VBC Andwil-Arnegg. (Bilder: Ralph Ribi)

Philipp Wolf

philipp.wolf@tagblatt.ch

Remo Weber ist mit Volleyball seit jeher eng verbunden. Der 24-Jährige ist in Andwil aufgewachsen und wusste bereits von klein auf, dass er einmal für den VBC Andwil-Arnegg auflaufen will. Nun ist Weber bereits seit zwölf Jahren als Spieler im Verein aktiv. «Wer in Andwil aufwächst, ist dem Volleyballclub sehr nahe», erklärt er. Als er als Elfjähriger zum Verein stiess, habe er sich zum Ziel gesetzt, einmal für die erste Mannschaft zu spielen.

Dies gelang Weber schliesslich auf die Saison 2010/2011 hin. Umso schöner sei es dann gewesen, als beim Erreichen dieses Ziels einige von den Spielern, zu denen er als Junior hoch geschaut hatte, immer noch aktiv waren. Obwohl die Karriere des 1,90 Meter grossen Mittelangreifers noch nicht allzu lange andauert, kann er bereits auf einige Höhepunkte zurückblicken: Er trainierte einmal während eines halben Jahres beim mehrfachen Schweizer Meister Amriswil in der NLA und spielte mit dem VBC Andwil- Arnegg einmal NLB-Playoff. Als einziges negatives Erlebnis nennt Weber den Abstieg seiner Mannschaft 2011/2012 von der NLB in die 1. Liga, den er am eigenen Leib erfahren musste. Immerhin habe man dann in der darauffolgenden Saison sofort den Wiederaufstieg realisiert.

Heute ist Weber vor allem wichtig, in einer 1.-Liga-Equipe zu spielen, «in der es sowohl spielerisch als auch menschlich stimmt». So ist er auch mit der bald zu Ende gehenden Saison des Männer-Teams sehr zufrieden. Man habe einen Platz unter den ersten drei angestrebt und sei daran, diesen zu erreichen. Ambitionen, wieder in die NLB aufzusteigen, hege man nicht.

Nach durchzogener Saison Ligaerhalt anvisiert

Seine Leidenschaft fürs Volleyball lebt Weber, der beruflich als Produkte-Entwickler in der Lebensmittelbranche tätig ist, seit sieben Jahren auch an der Seitenlinie aus. Von 2010 an übernahm er verschiedene Trainer-Ämter bei Andwil-Arnegg. Nun befindet er sich in der Schlussphase seiner zweiten Saison als Coach des 1.-Liga-Teams der Frauen. Der Andwiler findet es bereichernd, sowohl als Spieler als auch als Trainer aktiv zu sein. So könne er sich in Situationen der Spielerinnen hineinversetzen und gleichzeitig seine persönlichen Erfahrungen weitergeben. Nichtsdestotrotz stellen die beiden Aktivitäten ab und an eine Belastung dar, und sein Traineramt schränkt seine Spielerkarriere teilweise ein. Gegenwärtig peilt Weber mit dem Frauenteam den Ligaerhalt an. Es sei schade, habe man diese Saison keine konstanten Leistungen zeigen können. «Das Team hat eindeutig mehr Potenzial», ist er überzeugt. Die durchzogene Saison ist mit ein Grund, warum sich Weber noch nicht gross mit der Zukunft befassen mag. Irgendwann wolle man jedoch zweifellos im oberen Teil der Tabelle mitspielen.

Als Trainer freut sich Weber darüber, wenn er Spielerinnen, die er schon bei den Juniorinnen betreute, an die erste Auswahl heranführen und diese anschliessend weiterbringen kann. So ist wenig verwunderlich, dass Weber beim Frauen-Team auf die selben Werte setzt, die er als Spieler selbst schätzt: Er will eine Equipe trainieren, die nicht nur auf dem Platz eine Einheit bildet.