DOPPELBELASTUNG: Nur eine Grube auf einmal

Der Gemeinderat von Oberbüren will nicht, dass in Niederwil gleichzeitig Kiesabbau und eine Deponie betrieben werden. Er führt Gespräche mit Holcim.

Urs Bänziger
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Vinzenz Bargues und Rolf Schibli sind als Anwohner direkt vom Kiesabbauprojekt betroffen. (Bild: Zita Meierhofer)

Vinzenz Bargues und Rolf Schibli sind als Anwohner direkt vom Kiesabbauprojekt betroffen. (Bild: Zita Meierhofer)

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

Mit den Gesuchstellern der Deponie Ruetwis hat der Oberbürer Gemeinderat einen Zeitrahmen vereinbart. Wird das Projekt der Arge Brunner Umweltservice AG, Flawil, und der Heinz Kaiser AG, Oberbüren, bewilligt, soll die Deponie nur drei Jahre lang betrieben und in einem weiteren vierten Jahr die Renaturierung erfolgen. Der Gemeinderat hat sich zum Ziel gesetzt, – wenn überhaupt – der Bevölkerung von Niederwil nur eine Grube auf einmal zuzumuten. Weil aber dafür die rechtlichen Grundlagen fehlen, will der Gemeinderat mit der Gesuchstellerin für den geplanten Kiesabbau im Sonnenberg, der Holcim Kies und Beton AG, Gespräche führen. Dabei möchte er eine Einigung erzielen, damit bei einer allfälligen Genehmigung des Projektes mit dem Abbau erst nach der Beendigung der Deponie Ruetwis begonnen wird.

Kanton prüft zurzeit das zweite Gesuch

Dass man der Bevölkerung nicht zu viel zumuten wolle, sei ein Versprechen, das der Gemeinderat schon in seiner alten Zusammensetzung in der zu Ende gegangenen Amtsperiode gemacht habe, sagt der Präsident der IG Depo-Nie, Michael Hungerbühler. «Gut zu wissen, dass sich auch der neu zusammengesetzte Gemeinderat für die Interessen der Bevölkerung einsetzen will.» Weit bedeutender ist für ihn und seine Mitstreiter von der IG aber, wie sich die Oberbürer Behörde zum Projekt selbst stellen wird. Das überarbeitete zweite Gesuch befindet sich zurzeit bei den kantonalen Amtsstellen zur Vorprüfung.

Hungerbühler bezweifelt, ob die vom Gemeinderat angestrebte Einigung die Bevölkerung in Niederwil zufrieden stellen wird. Zwar würden dadurch Immissionen reduziert, aber die Belastung durch die Deponie und danach durch die Kiesgrube würde sich trotzdem über Jahrzehnte hinziehen. Ziel der IG Depo-Nie sei unvermindert, einen Kiesabbau so nahe am Dorf zu verhindern. Obwohl die Holcim ihr Projekt redimensioniert hat, regt sich weiter Widerstand. Betroffen seien vor allem die Anwohner, sagt Hungerbühler. «Für sie sind die Immissionen nach wie vor gross.»

Im zweiten Gesuch wurde die Abbaufläche um zehn Prozent verkleinert und das Grubenvolumen von 1,7 auf 1,4 Millionen Kubikmeter reduziert. Zudem sollen beim Abbau weniger Sprengungen vorgenommen und stattdessen spezielle Bagger zum Einsatz kommen.

Gespräche mit den Einsprechern

Während der Auflagefrist für das Deponieprojekt Ruetwis sind bei der Gemeinde fünf Einsprachen eingegangen. Diese betreffen nach Auskunft von Ratsschreiberin Franziska Herde den Zubringerverkehr wie auch die Immissionen. Der Gemeinderat sei daran, die Einsprachen zu prüfen und werde dann mit den Verfassern Gespräche führen. Danach entscheide er über die Einsprachen und das Gesuch. Bis wann dies der Fall sein wird, konnte die Ratsschreiberin nicht sagen.