Doblers haben die Folklore im Blut

Für Monika Dobler aus Alterschwil bedeutet Brauchtum ein Stück Heimat. Es spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Auch ihr Gatte und ihre acht Kinder lieben die Folklore. Gemeinsam treten sie als Hausmusik Dobler auf.

Christine Gregorin
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Auftritt in Trachten: Die Familie Dobler musiziert an einem runden Geburtstag im Restaurant Rebstock in Alterschwil. (Bild: Christine Gregorin)

Auftritt in Trachten: Die Familie Dobler musiziert an einem runden Geburtstag im Restaurant Rebstock in Alterschwil. (Bild: Christine Gregorin)

FLAWIL. Monika Dobler sitzt am Tisch auf der grossen Terrasse ihres Hauses in Alterschwil, das zwischen Dorfeingang und Schulhaus steht. Es ist heiss, bereits um neun Uhr morgens zeigt das Thermometer hochsommerliche Werte an. Genüsslich taucht die achtfache Mutter ihre Füsse in ein mit kühlem Schmierseifenwasser gefülltes Becken – ein Ritual, das zur Familientradition geworden ist. Die naturverbundene Allrounderin ist soeben vom Joggen zurückgekehrt. Barfuss durch Wald und Wiesen zu rennen, sei ein unglaubliches Erlebnis mit Suchtpotenzial, sagt sie.

Ihre Kreativität braucht Platz

Sonne und Wasser gehören ebenso zu ihren Lebenselixieren wie eine ausgeprägte Freiheitsliebe. Monika Dobler sucht sich zum Ausgleich stets Tätigkeiten, bei denen sie sich selbst, ihre Erfahrung und besonders die Freude daran einbringen beziehungsweise weitergeben kann. Allzu eng gesteckte Vorgaben wirken kontraproduktiv, denn ihre Kreativität braucht Platz. Sie mag es möglichst unkompliziert. Mit ihrer gewinnend umgänglichen Art begeistert sie die Menschen um sich herum für Neues.

Im Klosterhof Rössli in Magdenau aufgewachsen, kam Monika Dobler schon früh mit dem Volkstümlichen in Berührung: Hat die Trachtengruppe Flawil und Umgebung, die sich aktuell Trachtengruppe Degersheim nennt, doch über viele Jahre dort geprobt. «So tanzen und ein Röckli mit Spitzen will ich auch», setzte sie sich als kleines Mädchen in den Kopf. Im Teenageralter wurde sie Mitglied in ebendieser Brauchtumsvereinigung.

Selbst Trachten genäht

Die Verbindung von Tanz und traditionellen Kleidern faszinierte Monika Dobler immer mehr. Während des bäuerlichen Haushaltlehrjahres nähte sie ihre erste Tracht: eine blaue Toggenburger Werktagstracht. Im Verlauf der Jahre sind weitere dazugekommen. Am Herzen liegt Monika Dobler die Schwyzer Werktagstracht – aus dem Heimatkanton ihres Mannes Beat. Der Alterschwilerin gefallen auch die folkloristischen Tänze aus der Innerschweiz am besten. Im Jahr 2000 übernahm Monika Dobler die Kindertanzgruppe in ihrem Verein, gemeinsam mit zwei weiteren Verantwortlichen. Die kommenden 14 Jahre waren geprägt von Hochs und Tiefs. Die Anzahl mitmachender Kinder variierte zwischen 20 und zu wenigen, um den Aufwand weiter zu betreiben.

Trotz dem Aus im vergangenen Jahr zieht die ausgebildete Kindertanzlehrerin eine positive Bilanz. Meistens musikalisch unterstützt durch die familieneigene Hausmusik – alle acht Kinder spielen mindestens ein Instrument und Vater Beat Dobler arrangiert nach Bedarf – ist ihr so mancher Auftritt in bester Erinnerung geblieben.

Auch im Behindertensport aktiv

Seit vier Jahren hilft Monika Dobler beim Schwimmunterricht von geistig, körperlich oder sehbehinderten Personen mit. Neu fungiert sie beim Behindertensportverein Uzwil als Hauptleiterin. Zudem arbeitet sie im appenzellischen Stein an der 100jährigen Stickmaschine im Volkskundemuseum. Langweilig wird es der quirligen 50-Jährigen bestimmt nie.