Dixie im Wetterglück

Die Kulturkommission der Gemeinde Oberuzwil hat am Donnerstagabend wieder zur Serenade eingeladen. Bei schönstem Sommerwetter spielte die Swiss German Dixie Corporation.

Carola Nadler
Drucken

OBERUZWIL. Bereits das neunte Mal fand die «Serenade zum Ferienabschluss» statt. Aber erst zum drittenmal konnte sie im Freien durchgeführt werden, wie Frits Gerber, Präsident der Oberuzwiler Kulturkommission, das Publikum in seiner Begrüssung informierte, das mit einem Schmunzeln reagierte.

Sommerliches Abendwohl machte sich schon lange vor Konzertbeginn im Innenhof des Oberstufenzentrums breit, als bei angenehmen Temperaturen die aufgezogenen düsteren Wolken wieder rosa Schäfchenwolken wichen und die Abendsonne die Wipfel der umliegenden Bäume in warmes Licht tauchte.

Bilaterale Vereinigung

Die Swiss German Dixie Corporation liess sich ganz von der entspannten Atmosphäre des Abends anstecken, erklomm ohne Hast die Bühnenpodeste, sich gegenseitig hinauf hievend und -ziehend, Kniebeugen machend, Hüte zurechtrückend, Banjo stimmend und den ersten Sousaphon-Pfupf entlassend. Und ganz wichtig: Die kleinen Fähnchen mussten noch korrigiert werden, die an jedem Mic-Ständer die Nationalität des Musikers signalisierten, denn eine niederländische Fahne hat nichts am Ständer eines Schweizer Klarinettisten zu suchen.

«Wenn ich mir die Fähnchen so anschaue», sagte Frits Gerber, «scheint es sich eher um eine bilaterale Vereinigung zu handeln», denn die Swiss German Dixie Corporation besteht bei weitem nicht nur aus Deutschen und Schweizern.

Über Generationen

Dixiemusik mag wohl die für einen Sommerabend ideale Musik sein: Entspannt und heiter kamen die Stücke daher, gewürzt mit ausgelassenen Scherzen, individuellen Soli und zahlreichen Improvisationen, die vom überaus grossen Publikum stets mit herzlichem Applaus verdankt wurden. Ob nun der Name Dixie vom Landvermesser Jeremiah Dixon, der im 19. Jahrhundert die Sezessionslinie zwischen den Nord- und Südstaaten Amerikas festlegte, oder ob er von der französischen Bezeichnung der Zehn-Dollar-Note «Dixie» herrührt – letzteres die von Frits Gerber favorisierte Version –, Dixiemusik begeistert auch heute noch Menschen aller Generationen und lockte auch am Donnerstagabend noch während des Konzerts zahlreiche Spaziergänger an, während auf dem Sportplatz hinter dem Schulgebäude Kinder fröhlich zu den Rhythmen tanzten.

Grosses Stammpublikum

So unterschiedlich die vergangenen neun Jahre das Programm der Serenade auch gestaltet war – nebst Salonmusik und Willi Valotti kamen auch Zigeunermusik und Lieder von Edith Piaf zu Gehör –, so hat sich doch ein treues Stammpublikum entwickelt, das von Jahr zu Jahr zunimmt, wie Frits Gerber erfreut konstatierte. Und sollte die Firma von Herrn Kachelmann, welche die Kommission vorgängig mit einer achtzigprozentigen Schönwetterzusage versorgt hatte, weiterhin solch erfreuliche Prognosen liefern, wird sich die Statistik der Serenaden im Freien nach oben korrigieren.

Aktuelle Nachrichten