DIRIGENTENPREMIERE: Rote und staubige Teppiche

Ein roter Teppich, ein staubiger dazu, viel Musik und eine «Hallenshow» des Nachwuchses: Die Musikgesellschaft Niederbüren bot den gut 500 Besuchern an zwei Abenden einiges an Höhepunkten.

Christoph Heer
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Tanja Fässler und Nicolas Kraft führen ebenso humorvoll wie gekonnt durch den Abend. (Bild: Christine Gregorin)

Tanja Fässler und Nicolas Kraft führen ebenso humorvoll wie gekonnt durch den Abend. (Bild: Christine Gregorin)

Christoph Heer

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Wie heisst es doch so schön? Das Beste komme zum Schluss. Mitnichten – in diesem Fall. Denn, wenn die Niederbürer Musikgesellschaft zu ihren traditionellen «Musigöbed» einlädt, gibt es fast ausschliesslich Bestes, und zwar von Beginn weg.

Dirigent vernachlässigt seine Trompete

Aber aufgepasst, dem aufmerksamen Zuhörer entging nicht die Aussage eines Besuchers in der zwölften Reihe. «Oha, der stinkt ja bis hierher», liess er verlauten und erntete allerhand ­Gelächter. Gemeint hatte er den staubigen Teppich, der zur Teppichklopfer-Polka aufgehängt und beklopft wurde. Unterhalten hat die Aktion, bei der auch ein Publikumsgast miteinbezogen wurde, allemal, «wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meinen Teppich gleich mitgenommen», war später an einer anderen Ecke des Gemeindesaals zu vernehmen.

Unter der neuen musikalischen Leitung musizierte der Verein und spielte blitzblanke Arrangements. Der «Blitz-Marsch», «Odilia», oder der «Bon Jovi Rock Mix» erzählten ihre ganz eigenen beschwingten Anekdoten aus dem Reich der Blasmusik. Den Dirigentenstab führt jetzt Reto Städler. Aus dem eigenen Nachwuchs entsprungen, entpuppt er sich nachhaltig als Glücksgriff für den – laut Aussage von Vereinspräsident Markus Düring, «gesunden» – Verein. «Es macht Spass mit Reto. Aber nicht nur wie er mit uns probt, auch wie er die Jugendmusik leitet und führt», sagte Düring und fügte das Prädikat «tadellos» bei.

Reto Städler selbst, freute sich auf seinen ersten Auftritt vor heimischem Publikum. «Innerlich war ich aber schon ziemlich nervös, ich hoffe, das hat man nicht zu sehr gemerkt. Da ich in der kommenden Zeit als Dirigent noch vieles lernen muss, werde ich wohl oder übel meine Trompete etwas vernachlässigen», sagte er. Die Abende standen unter dem Motto «Uf em rote Teppich». So verhielten sich auch die zwei Moderatoren des Abends. Marina Zeller und Daniel Düring sorgten mit ihrer zweisprachig geführten Moderation für etliche Lacher, rote Teppiche gibt es nämlich nicht nur in Hollywood, auch Niederbüren steht für Glanz und Glamour.

Die Jugend ins Licht gerückt

Natürlich zeigte an beiden Abenden auch die Jugendmusik ihr Können. Insbesondere bei ihrer Hallenshow, die sie auf der enorm engen Bühne präsentierte. Für diese willkommene Abwechslung erntete sie geradezu euphorischen Applaus. Nachwuchs-Saxofonistin Michaela Müller (12, Herisau) sagte nach dem Auftritt: «Das war megacool auf dieser grossen Bühne und vor so viel Publikum.» Und vor demselben Publikum trat abschliessend auch die Theatergruppe mit ihrem Zweiakter «E Magd mit Sehnsücht» in Erscheinung.