Differenzen an der Primarschule Niederbüren: Der Schulleiter geht

Der Schulleiter räumt sein Pult, zwei Lehrpersonen verlassen ihre Klassen: Kündigungen an der Niederbürer Primarschule sorgen für Fragezeichen.

Andrea Häusler
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An der Niederbürer Primarschule werden rund 170 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. (Bild: Andrea Häusler)

An der Niederbürer Primarschule werden rund 170 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. (Bild: Andrea Häusler)

«Unser Schulleiter, Jürg Hellmüller, hat die Primarschule vergangene Woche verlassen, die beiden Lehrpersonen Urs Weber und Manuela Edelmann beenden ihre Anstellungen auf den Semesterwechsel Ende Januar 2020.» Die Formulierung der schulrätlichen Stellungnahme im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Niederbüren klingt nach Exodus oder mindestens einem veritablen Knatsch.

Cornelia Rusch

Cornelia Rusch

Schulratspräsidentin Cornelia Rusch relativiert, bestätigt jedoch, dass «unterschiedliche Auffassungen in der Führung und Entwicklung der Schule» zu unüberbrückbaren Differenzen geführt hätten. Sie bedauert das. Umso mehr, als die Kündigung des Schulleiters gut zwei Jahre nach dessen Stellenantritt das Ergebnis eines längeren Prozesses gewesen sei. «Über ein Jahr lang wurde, zunächst unter Einbezug eines externen Beraters und schliesslich mit Unterstützung eines Coachs, nach einem gangbaren gemeinsamen Weg gesucht», sagt sie. Detaillierter will sich Cornelia Rusch nicht äussern, sagt nur:

«Es waren schliesslich verschiedene Puzzleteile, die zum Entscheid geführt haben, sich zu trennen.»

Wobei die Kündigung, unter Einhaltung der Fristen, ordentlich erfolgt sei und man sich im Guten getrennt habe.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Weggang des Schulleiters und den Kündigungen der Lehrpersonen Urs Weber und Manuela Edelmann vermag Cornelia Rusch nicht auszumachen. Vielmehr hätten persönliche Gründe zu deren Entscheiden geführt. Wobei Rusch nicht ausschliesst, dass der Zeitpunkt der Auflösung der beiden Arbeitsverhältnisse per Ende Januar mit der Kündigung des Schulleiters zu tun hat.

Neuregelung der Stellvertretung

Die Stellen der beiden Lehrpersonen sind zur Neubesetzung ausgeschrieben, jene des Schulleiters noch nicht. Dennoch seien bereits Bewerbungen eingegangen, sagt Cornelia Rusch und ergänzt: «Das hat mich positiv überrascht.» Ausgeschrieben wird die (ausbaubare) 60-Prozent-Stelle gleichwohl. Aufgrund der Rückmeldungen ist Rusch zuversichtlich, die Führungsposition bis zum Beginn des neuen Schuljahres besetzen zu können. Bis dahin teilten sich Schulrat, Verwaltung und Lehrpersonen die Führungsaufgaben. Im Bedarfsfall würden Leistungen eingekauft. Eine Stellvertreterin, beziehungsweise einen Stellvertreter hatte Jürg Hellmüller nämlich nicht. Eine solche Lösung sei für Schulen dieser Grösse auch nicht zwingend vorgesehen, sagt Cornelia Rusch. Allerdings werde das Thema «Stellvertretung» nun überdacht.

Nie negative Auswirkungen auf den Schulbetrieb

Der Schulratspräsidentin ist wichtig festzuhalten, dass die Diskussionen um die operative Führung zu keiner Zeit negative Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts oder die Atmosphäre an der Schule gehabt hätten: «Wir verfügen über ein motiviertes Lehrerinnen-/Lehrerteam, pflegen im Schulrat und im Kontakt mit den politischen Behörden einen guten Umgang, ziehen am selben Strick», betont sie. Eine erst kürzlich durchgeführte Elternbefragung habe überdies eine sehr hohe Zufriedenheitsrate ergeben.

«Wechsel in Führungspositionen sind in der Privatwirtschaft gang und gäbe», sagt Cornelia Rusch abschliessend. Nur würden diese, im Gegensatz zu einer öffentlichen Schule, weniger wahrgenommen.