DIENSTJUBILÄUM: Mehr als sein halbes Leben in der Sonnmatt

Kurt Marti sprang am 1. Dezember 1986 als Krisenmanager ein. 30 Jahre später wurde der Heimleiter des Seniorenzentrums Uzwil für sein langjähriges Wirken gewürdigt.

Christine Gregorin
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Zu Kurt Martis ersten Gratulanten gehörten die beiden ehemaligen Uzwiler Gemeindepräsidenten Werner Walser und Siegfried Kobelt (von rechts). (Bild: Christine Gregorin)

Zu Kurt Martis ersten Gratulanten gehörten die beiden ehemaligen Uzwiler Gemeindepräsidenten Werner Walser und Siegfried Kobelt (von rechts). (Bild: Christine Gregorin)

«Oh Gott, oh Gott, ich bin schon mehr als mein halbes Leben hier in der Sonnmatt», gibt Heimleiter Kurt Marti seine Gedanken mit Blick auf das anstehende Jubiläum wieder. In seiner Ansprache während des Überraschungsznünis am Donnerstag in der ­Cafeteria des Seniorenzentrums blickt er zurück. Dabei strahlt Marti die ihm eigene, grosse Lebensfreude aus und lässt seinen feinen Humor einfliessen.

Er müsse sich nicht verändern, denn der Betrieb mache das ständig. Seit seinem Amtsantritt habe er sozusagen bereits viermal von vorne begonnen, sagte er schmunzelnd. Nachdem er die eine oder andere Anekdote zum Besten gegeben hat, konstatierte er abschliessend: «In eine Aufgabe reinzuwachsen ist gar nicht so schwer, etwas gut Funktionierendes zu übernehmen hingegen schon.»

Gemeindepräsident Lucas Keel würdigte Kurt Marti als ebenso umsichtigen wie engagierten Verantwortlichen, dem insbesondere die Wertschätzung innerhalb des Teams sowie im alltäglichen Umgang untereinander am Herzen liege. Zur Rolle als Heimleiter sei er indes wie die Jungfrau zum Kind gekommen: Der Heimleiter, der das frisch erweiterte Alters- und Pflegeheim Sonnmatt damals hätte übernehmen sollen, erwies sich schlicht als unfähig, erzählte der Uzwiler Gemeindepräsident. Kurt Marti sprang ein, und aus dem Kriseneinsatz wurde eine langfristige Herausforderung.

Beim Stellenantritt war er noch Mädchen für alles – verantwortlich für die Pflege, stellte Personal ein, besorgte die Buchhaltung und fungierte dabei stets auch als Baustellenmanager. Kurt Marti kennt wahrlich jede Ecke seiner Betriebe, und davon profitieren die Bewohner, die Mitarbeitenden sowie die dem Zweckverband angeschlossenen Gemeinden Oberuzwil, Oberbüren und Uzwil gleichermassen.

In den vergangenen 30 Jahren haben sich Vorschriften, Organisation, Bauten und gesellschaftliche Anforderungen teils grundlegend geändert. Die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen sind jedoch im Kern gleich geblieben: Respekt und ein gutes Gefühl von Geborgenheit.

Ein Rucksack voller Erinnerungen

Neben den im Geheimen eingeladenen Gästen wartete an seinem Jubeltag eine weitere grosse Überraschung auf Kurt Marti. Vor dem Mittag wurde er samt Gattin vom Taxi abgeholt und zum Bahnhof chauffiert. Von dort ging die Reise per Zug in Richtung Südwestschweiz weiter. Seine Teams hatten gut vorgesorgt. Abgesehen vom heimlich gepackten Koffer durfte er einen Rucksack mit Proviant in Empfang nehmen. Gefüllt mit kulinarischen Köstlichkeiten sowie einem mit vielen Erinnerungen gespickten Fotobuch. Soll der viertägige Ausflug doch eine Reise durch sein berufliches Leben sein.

Christine Gregorin

redaktion@wilerzeitung.ch