Die zwei Freundinnen Sereina Hofstetter und Irina Kölbener sind Identifikationsfiguren im BC Uzwil

Der Badmintonclub Uzwil setzt in seinem NLA-Team vermehrt auf Eigengewächse wie Sereina Hofstetter und Irina Kölbener. Das Duo bestreitet seit fünf Jahren zusammen Doppelpartien. In Zukunft könnte das noch mehr in der NLA der Fall sein, denn Kölbener findet nach einer schwierigen Phase im Juniorenalter immer besser zu ihrem Spiel zurück.

Tim Frei
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Sereina Hofstetter (links) und Irina Kölbener trainieren pro Woche viermal in der Halle.

Sereina Hofstetter (links) und Irina Kölbener trainieren pro Woche viermal in der Halle. 

Lisa Jenny

Der 29. September des Vorjahres war ein ganz spezieller Tag für Sereina Hofstetter und Irina Kölbener. Erstmals bestritten die zwei Freundinnen zusammen ein NLA-Doppel für ihren Stammverein, den Badmintonclub Uzwil. Für die 23-jährige Kölbener war es gar das Début in der höchsten Liga, die 21-jährige Hofstetter hatte ihre Premiere bereits im Oktober 2015 gefeiert. Kölbener sagt:

«Es war besonders schön, dass ich diesen Moment mit Sereina erleben durfte.»

Mittlerweile sind weitere NLA-Einsätze für die beiden Spielerinnen dazugekommen. Hofstetter war an acht von neun Runden dabei und bestritt 14 Spiele, acht im Frauendoppel, sechs im Mixed. Es resultierten zwei Siege und zwölf Niederlagen. Kölbener machte in drei Runden mit und schaffte es auf vier Einsätze – je zwei im Frauen- und Mixed-Doppel. Alle Spiele gingen verloren. Kölbener ist zudem eine Führungsspielerin im NLB-Team – mit 8:4 Siegen hat sie die beste Bilanz.

Vor zehn Jahren beim BC Uzwil kennengelernt

Es ist kein Zufall, dass Hofstetter und Kölbener in dieser Saison zu Einsätzen in der NLA kommen. Der dreifache Schweizer Meister BC Uzwil setzt seit dieser Saison verstärkt auf Eigengewächse: Nebst den beiden Frauen erhält auch Ramon Kropf vermehrt seine Chance.

Irina Kölbener (vorne) und Sereina Hofstetter spielen sich im Training ein.
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Hofstetter (links) und Kölbener lachen viel zusammen.
Kölbener ist Linkshänderin, Hofstetter Rechtshänderin.

Irina Kölbener (vorne) und Sereina Hofstetter spielen sich im Training ein.

Lisa Jenny

Uzwils Bekenntnis zu früheren Nachwuchsspielern wirkte sich in der ersten Saisonhälfte aus, das Team rutschte bis auf den zweitletzten Platz ab. Doch die Verantwortlichen blieben ruhig. «Wir waren und sind überzeugt, dass das der richtige Weg für uns ist», sagt Cheftrainer Iztok Utrosa. Er erhofft sich davon eine Signalwirkung:

«Unser Nachwuchs soll merken, dass man es bei uns ins NLA-Team schaffen kann.»

Kölbener und Hofstetter verbindet vieles. Beide wohnen in Niederhelfenschwil. Kennengelernt haben sie sich vor über zehn Jahren beim BC Uzwil. Seither hat sich eine Freundschaft entwickelt, in der viel gelacht wird.

Hofstetter wurde Juniorenmeisterin im Doppel

Seit gut fünf Jahren spielt das Duo zusammen Doppel, zuerst in der 1. Liga, dann in der NLB. «Es wäre schön, wenn noch mehr Spiele in der NLA dazukommen würden», sagt Hofstetter. Pro Woche trainieren die beiden viermal zwei Stunden. Dazu kommen noch Einheiten im Fitnesscenter.

Hofstetter und Kölbener haben im Badminton schon einige Erfolge verbucht: Hofstetter wurde 2015 Schweizer Juniorenmeisterin im Doppel, Zweite im Mixed und Dritte im Einzel. In den vergangenen zwei Jahren spielte sie im NLA-Final, 2019 wurde sie mit dem Team Schweizer Meister. Kölbener holte im Nachwuchs zweimal Bronze, 2009 und 2014.

Kölbener war am Scheideweg

Der grosse Unterschied zwischen den beiden ist, dass Hofstetter diese Saison deutlich mehr Einsätze im NLA-Team hatte. Dafür gibt es laut Utrosa zwei Gründe. Einerseits hat es mit dem Reglement zu tun: Sobald ein Akteur acht einzelne Spiele in einer höheren Liga bestritten hat, darf er nicht mehr in der tieferen Liga eingesetzt werden. «Irina ist für unser NLB-Team sehr wichtig», sagt Utrosa.

Der zweite Grund ist, dass Kölbener einst am Scheideweg stand. Mit 15 bis 16 Jahren machte sie sich Gedanken, ob sie mit Badminton weitermachen sollte:

«Mir fehlte die Motivation und ich trainierte weniger.»

Sie kümmern sich um die jüngsten Spieler

Doch als dann Utrosa beim BC Uzwil als Coach begonnen und die Trainingsstruktur verändert habe, sei das Feuer wieder entfacht. «Iztok hat mich gefördert», sagt Kölbener. Utrosa sagt: «Den Trainingsrückstand aufzuholen, hat mehrere Jahre gedauert. Doch Irina arbeitet hart an sich und macht kontinuierlich Fortschritte. Sie und auch Sereina werden in der NLA weitere Einsätze erhalten.»

Hofstetter und Kölbener sind seit drei Jahren auch Nachwuchstrainerinnen. Sie betreuen die Jüngsten, die zu ihnen hinaufblicken. Hofstetter erinnert sich an einen Moment, der das bestätigt: «Ein Junior kam zu mir und sagte: Sereina, ich habe dich auf einem Plakat gesehen.»

Hofstetter und Kölbener für das Doppel der Schweizer Meisterschaften schon qualifiziert

Für das Frauendoppel-Finalturnier der Schweizer Meisterschaften von Anfang Februar in Brig sind Sereina Hofstetter und Irina Kölbener bereits qualifiziert. Während Kölbener auch im Mixed fix dabei ist, muss Hofstetter in dieser Disziplin am Wochenende in Yverdon noch durch die Qualifikation. Weitere Spieler des BC Uzwil stehen in der Romandie im Einsatz: Ramon Kropf, Michelle Joller, Adina Panza, Nicolas Müller, Manuel Manca, Marco Ryser und Aileen Grolimund. (tm)

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