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«Die Zeit zu vertreiben oder die Zeit zu nutzen, ist nicht dasselbe»

Pensioniert – was nun? Der Ruhestand hält ein grosses Geschenk bereit: Zeit zum Reisen, für Hobbys, aber auch für gemeinnützige Arbeit. Und zum Nachdenken, auch darüber, wie man im Alter wohnen will.
Hans Suter
Beat Steiger ist der Kopf der Arbeitsgruppe «Netzwerk Alter – Nachhaltig unterwegs». (Bild: Hans Suter)

Beat Steiger ist der Kopf der Arbeitsgruppe «Netzwerk Alter – Nachhaltig unterwegs». (Bild: Hans Suter)


Einer, der sich aktiv mit solchen Fragen befasst, ist Beat Steiger. Der heute 65-jährige Wiler arbeitete von 2002 bis zu seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer für Philosophie und Deutsch an der Kantonschule Wil. Obwohl er «sehr gerne» gearbeitet habe, sagt er heute geradeheraus: «Für mich ist das Paradies angebrochen.» Der grösste Gewinn sei, vieles zu dürfen und wenig zu müssen. Wenngleich er nicht frei von Pflichten ist: «Ich habe eine junge Familie mit kleinen Kindern. Das hält mich auf Trab – und jung», lacht er verschmitzt.

Die 65 sieht man dem Philosophen in keiner Weise an. Nicht einmal das kurz geschnittene weisse Haar lässt darauf schliessen. Er ist sich bewusst, in einer privilegierten Gesellschaft leben zu dürfen. Vielen Menschen in der Region geht es im Pensionsalter sowohl gesundheitlich als auch finanziell so gut wie kaum einer Generation zuvor.

Wohnform als Ausdruck der Persönlichkeit

Viele Neurentnerinnen und -rentner haben aber keinen oder nur einen vagen Lebensplan und wissen nicht, was sie mit der vielen gewonnenen Zeit anfangen sollen. «Die Zeit zu vertreiben oder die Zeit zu nutzen, ist nicht dasselbe», sagt Beat Steiger. Dabei kommt er ins Philosophieren. Kein Wunder: Mehr als 30 Jahre beschäftigte er sich intensiv mit praktischer Philosophie. Besonders faszinieren ihn philosophische Ethik, angewandte Ethik und Philosophie der Lebenskunst sowie Psychologie. Das hat ihn vor einigen Monaten dazu bewogen, «Nanu» zu gründen: «Netzwerk Alter – Nachhaltig unterwegs».

Dabei handelt es sich um eine Arbeitsgruppe des Wiler Forums für Nachhaltigkeit (Wifona), die Anbieter und Nutzer von altersspezifischen Angeboten besser miteinander vernetzen will. Zur Erreichung dieses Ziels soll jedes Jahr ein Herbstanlass stattfinden, erstmals am nächsten Mittwoch zum Thema «Wohnen im Alter» (siehe Zusatztext).

Das wählen, was zu einem passt

«Es gibt noch so viel zu entdecken im Leben. Wir müssen es nur wollen», sagt Beat Steiger. Das gelte insbesondere für die möglichen Wohnformen. Was heute gut sei, könne später zur Belastung werden. Zum Beispiel das Einfamilienhaus mit Umschwung oder die Maisonette-Eigentumswohnung auf zwei Etagen. «Was ist, wenn sich die Familie verkleinert, weil die Kinder weggezogen sind oder der Lebenspartner stirbt?», fragt der Philosoph. «Was tun, wenn man plötzlich gebrechlich oder von Alterskrankheiten geplagt wird?»

Zwar gebe es keine Patentlösungen, aber man tue gut daran, genau das zu wählen, was zu einem passe. Das wiederum setze voraus, dass man sich beizeiten einen Überblick über die möglichen Wohnformen verschaffe. Für Beat Steiger lautet die Wunschvorstellung: «Auch im Alter möglichst selbstbestimmt, mit Lebensfreude und vernetzt wohnen.» Wer sich frühzeitig damit auseinandersetze, habe die einzigartige Chance, den dritten Lebensabschnitt erfreulich zu gestalten.

Forum zu «Wohnen im Alter»

Wie wollen, können, dürfen, sollen wir im Alter leben und wohnen? Zu diesem zukunftsgerichteten Fragenkreis führt die Arbeitsgruppe «Nanu» des Wiler Forums für nachhaltige Entwicklung (Wifona) am Mittwoch, 14. November, von 9 bis 11.30 Uhr im Stadtsaal in Wil das öffentliche Forum «Wohnen im Alter» durch. Den Inhalt der Veranstaltung bilden drei Schwerpunkte: drei Kurzreferate (je max. 20 Minuten), eine halbstündige Podiumsdiskussion und ein Apéro zum Netzwerken und Austauschen von Gedanken. Im ersten Kursreferat wird der ehemalige Wiler Stadtpräsident Bruno Gähwiler als Präsident der Genossenschaft für Alterswohnungen Wil einen Rück- und Ausblick aus Sicht dieser Institution machen. Alard du Bois-Reymond wird als CEO das Wohn- und Pflegemodell der Thurvita AG vorstellen und Margrit Hugentobler wird als ehemalige Leiterin des ETH-Wohnforums einen Blick auf zukünftige Wohnformen werfen. Alle Interessierten sind eingeladen; die Teilnahme ist kostenlos. (hs)

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