Die Zecken pirschen sich wieder an

REGION. Milde Temperaturen und ärmellose Kleidung. Der Frühling ist da – und mit ihm ein unbeliebter Bekannter. Die Zeckensaison hat begonnen. Eine Impfung wird von verschiedenen Seiten empfohlen. Besonders im Thurgau, wo Zecken Krankheitserreger mittragen.

Perrine Woodtli
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Zecken können zwei Krankheitserreger auf Menschen übertragen. (Bild: Carola Schubbel/Fotolia)

Zecken können zwei Krankheitserreger auf Menschen übertragen. (Bild: Carola Schubbel/Fotolia)

REGION. Kurze Hosen und ärmellose Oberteile: Bei den meisten derzeit die erste Wahl bei der Kleidung. Zunehmend wird es wärmer. Doch wer in die Natur rausgeht, sollte seine Kleiderwahl nochmals überdenken. Die Zecken kommen aus ihrem Winterversteck hervor. Sie fallen in den kalten Jahreszeiten in eine Winterstarre und werden erst wieder aktiv, wenn die Tage länger und wärmer werden, in der Regel ab März oder April. Auch im Thurgau tummeln sich die kleinen Blutsauger.

Mit langer Kleidung schützen

Zecken können zwei Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Zum einen ist dies das Bakterium Borrelia burgdorferi, zum anderen das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME). Ersteres führt zur Lyme-Borreliose. Agnes Burkhalter, stellvertretende Kantonsärztin, erklärt die Folgen von Borreliose: «Am Anfang rötet sich die Haut um den Zeckenbiss. Borreliose kann verschiedenste Organe befallen», sagt Burkhalter. Oft würde es Gelenkbeschwerden auslösen, aber auch Muskelschmerzen oder Erschöpfung.» Borreliose wird mit Antibiotikum behandelt. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht. Darum sei es wichtig, sich mit langer Kleidung zu schützen. «Auch sollte man sich regelmässig nach Zecken absuchen.»

Thurgau ist Hochrisikogebiet

Gegen das FSME-Virus kann sich der Mensch hingegen impfen. Das Virus greift im Gegensatz zu Borreliose nicht die Haut, sondern direkt die Hirnhaut an. Das Virus kann schlimmstenfalls bis zu einer Gehirnentzündung führen. Da die Impfung gegen FSME nicht obligatorisch ist, wisse man nicht, wie viele sich tatsächlich dagegen impfen würden, sagt Burkhalter. «Über solche Impfungen gibt es leider keine Statistiken. Ich empfehle aber jedem diese Impfung.» Gerade im Kanton Thurgau, wo viele Zecken in der Natur lauern.

Der Thurgau zählt zu den Hochrisikogebieten, was den Zeckenbestand mit Borrelia burgdorferi und dem FSME-Virus anbelangt. Mona Neidhart, Mediensprecherin vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), betont, dass es im Thurgau viele Zecken mit den beiden Krankheitserregern gibt. «Die FSME-Zecken sind noch nicht in allen Gebieten verbreitet, erreichen aber laufend neue. Warum sie genau im Thurgau vermehrt vorkommen, kann jedoch nicht gesagt werden», sagt Neidhart.

2014 gingen 7 Fälle von FSME im Thurgau ein, 2013 waren es 24, wie aus einer Statistik des BAG hervorgeht. Die Werte änderten sich in den letzten zehn Jahren laufend, befanden sich im Vergleich zu anderen Kantonen aber eher im oberen Bereich.

Die Zecke – ein Schreckgespenst

Thema ist die Zecke jedes Jahr. Sie versetzt auch jedes Jahr wieder Menschen in Panik. «Viele sind verunsichert nach einem Zeckenbiss, weil sie von den möglichen Folgen wissen», sagt Agnes Burkhalter. Sie fände es prinzipiell nicht falsch, nach einem Biss den Arzt aufzusuchen. «Sobald eine gewisse Unsicherheit da ist, ist die Beurteilung durch eine Fachperson beruhigend.» Sie wolle aber auch nicht dazu aufrufen, nach jedem Zeckenbiss gleich zum Arzt zu rennen. «In den meisten Fällen kann die Zecke nämlich mühelos selber entfernt werden.»

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