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Kommentar

Die Würfel sind gefallen: Das Kathi ist gerettet – zumindest vorerst

Der Stadtrat plante eigentlich ohne die Mädchenschule St.Katharina. Das Wiler Parlament stimmte nun aber hauchdünn für eine Rückweisung der Oberstufenfrage an den Stadtrat. Dieser soll Neuverhandlungen mit der Stiftung des Kathi aufnehmen und eine gemeinsame Lösung suchen. Das Kathi ist gerettet. Das letzte Wort scheint damit aber noch nicht gesprochen.
Gianni Amstutz
Gianni Amstutz

Gianni Amstutz

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. Diese Redewendung bringt eine Entscheidung zum Ausdruck, die unwiderruflich ist. Das Wiler Stadtparlament hat – wenn auch knapp – seinen Willen unmissverständlich kundgetan: Die Mädchenschule St.Katharina soll weiterhin Teil der Wiler Oberstufen sein.

Jetzt ist also sowohl die Haltung des Stadtrats als auch jene des Parlaments bekannt. Was fehlt, ist die Meinung der Bevölkerung. Vielleicht wird diese zu einem späteren Zeitpunkt noch gehört. Dann nämlich, wenn dereinst das Referendum ergriffen wird und es zu einer Abstimmung kommt. Der Nachteil dabei: Das Volk wird bei einer solchen Abstimmung den Entscheid des Parlaments nur bestätigen oder ablehnen können. Will heissen: Es kann nicht grundsätzlich «Ja» oder «Nein» zum Kathi sagen, sondern nur zu dem vorliegenden Modell, wie auch immer dieses dann aussehen wird.

Ein Grundsatzentscheid des Volkes wäre aber bereits im Vorfeld der ganzen Debatte über die verschiedenen Oberstufenmodelle nötig gewesen. Die politische Legitimität eines Volksentscheids wäre ungleich höher gewesen als die einer knappen Parlamentsmehrheit. An einem solchen Entscheid hätten weder Parlament und Stadtrat noch die Stiftung Schule St.Katharina etwas zu rütteln gehabt.

Weitere Eckpunkte der Schulplanung hätten nach einem Volksentscheid wesentlich einfacher erarbeitet werden können. Dazu zählen beispielsweise die Zukunft der Oberstufe Sonnenhof, die prozentuale Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die verschiedenen Standorte, das Verhältnis Mädchen/Buben und schliesslich auch die Frage, wo Bedarf für wie viel zusätzlichen Schulraum besteht. Viele dieser Fragen wären je nach Ausgang der Volksabstimmung sogar schon beantwortet gewesen.

Nun aber hat der Stadtrat einen Auftrag einer knappen Mehrheit gefasst, ein neues Oberstufenmodell mit Kathi auszuarbeiten. Dieser Forderung ist Folge zu leisten. Die Fronten in dieser Frage sind aber zu verhärtet, als dass nicht auch dieses Modell auf erbitterten Widerstand stossen wird. Möglichkeiten dazu bieten sich den unterlegenen Parlamentariern zuhauf. Sei es, indem sie eine Volksabstimmung per Ratsreferendum herbeiführen oder rechtliche Schritte gegen den Vertrag zwischen Stadt und Kathi ergreifen, wie das die Grünen Prowil bereits angetönt haben.

Mit einem vorgängigen Volksentscheid zur Grundsatzfrage «Ja oder Nein zum Kathi» hätten sich solche Wirren und damit einhergehende kostspielige Verzögerungen vermeiden lassen.

Alea iacta est. Zumindest fürs Erste. Denn in der Frage nach der richtigen Oberstufenstruktur in Wil geht das Würfelspiel weiter.

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