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Wiler Gastro-Szene verändert sich: Droht der Stadt nun ein Beizensterben?

Das Restaurant Sonne, der «Bären» und das «Tres Amigos» machen ihre Türen dicht. Sie sind jedoch nicht die Einzigen: In der Stadt gehen Gerüchte über weitere Wechsel und Schliessungen um.
Miranda Diggelmann
Wegen eines längerfristigen Umbaus macht die «Sonne» zu. (Bild: Miranda Diggelmann)

Wegen eines längerfristigen Umbaus macht die «Sonne» zu. (Bild: Miranda Diggelmann)

Lokalschliessungen, Wirtewechsel und eine unklare Zukunft bei so mancher Beiz: Die Wiler Restaurantlandschaft ist im Umbruch. Innert kürzester Zeit haben diverse Lokale ihre Schliessung oder einen Wechsel angekündigt. So etwa das Restaurant Sonne an der Grabenstrasse 1, das Ende April seine Pforten schliesst. «Die Eigentümer planen einen längerfristigen Umbau, dem ich nicht im Weg stehen wollte. Obschon der Mietvertrag erst Ende 2019 auslaufen würde, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das Restaurant schon früher schliesse. Nicht zuletzt, da ich im Sommer jeweils wenig Kundschaft habe», sagt der Wirt, Nike Rrasi. Er dürfe schöne Erinnerungen aus der Zeit in der «Sonne» mitnehmen. Wie es bei ihm weiter geht, ist noch offen. «Ich habe einige Angebote hier in Wil und werde im Januar entscheiden, wo ich künftig wirten werde», sagt Rrasi.

Auch das mexikanische Restaurant Tres Amigos, nur wenige Meter weiter oben, an der Grabenstrasse 19, macht bald dicht. Schon Ende dieses Jahres sollen zum letzten Mal Fajitas serviert werden. Der Grund dafür seien zu hohe Parkgebühren und abnehmende Frequenzen in der Stadt. Ebenfalls unterhalb der Altstadt wird das Restaurant Bären zumachen. Das Wirtepaar hat den Pachtvertrag gekündigt. Sandra und Remo Güntersperger können sich hingegen nicht über ausbleibende Gäste beklagen. Sie wünschen sich jedoch ein Restaurant mit mehr Plätzen und einer grösseren Küche. Nach der Fastnacht ist deshalb Schluss. Zumachen wird auch Sascha Syla, Betreiber der «Schmitte». Bis Ende Jahr müssen nämlich alle Mieter des Landhausareals ausgezogen sein – wegen sanierungsbedürftiger Stromleitungen. «Wir wissen noch nicht, wie es weiter geht und schauen, was die Zukunft bringt», sagt Syla. Eine unklare Zukunft hat auch das Restaurant Fass, das kürzlich infolge Todesfalls der Wirtsleute schliessen musste.

Gerüchte über Wirtewechsel

Im asiatischen Restaurant Brilliance, das sich im Railcenter befindet, zeichnet sich ein Wechsel ab. Das Inventar ist ausgeschrieben, ein Nachmieter wird gesucht. Eine Nachfrage hat ergeben, dass die Wirte zuversichtlich sind, bald eine Lösung zu haben. Es sei jedoch noch nicht klar, wann der Wechsel erfolgen wird und inwiefern der Nachmieter das jetzige Konzept weiterführen werde.

In der Stadt machen auch Gerüchte über einen Wechsel per Ende März im Café Schöntal die Runde. «Wir befinden uns momentan in Verhandlungen. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen», so der Pächter Peter Müller auf Anfrage.

Einen definitiven Wirtewechsel gibt es in der ehemaligen Bäckerei Kuhn an der Oberen Bahnhofstrasse. In rund zwei Wochen wird Serkan Akin dort das Café und Speiserestaurant «Intermezzo» eröffnen.

Droht ein Beizensterben?

Obschon in der Stadt gerade viele Restaurants auf einmal zugehen, spricht der Präsident von Gastro Wil, Walter Meier, nicht von einem «Beizensterben», sondern lediglich von einer «Veränderung der Restaurantlandschaft». Er erklärt: «Dass einige Wiler Restaurants gleichzeitig schliessen, ist eher ein Zufall. In den wenigsten Lokalen ist die Wirtschaftlichkeit der Grund für die Schliessung. Von einem Beizensterben zu sprechen wäre also falsch.» Trotzdem sagt Walter Meier, dass sich die Restaurant-Szene in einer Phase der Veränderung befinde, da die Bedürfnisse heute anders seien als früher.

Walter Meier, Präsident Gastro Wil (Bild: PD)

Walter Meier, Präsident Gastro Wil (Bild: PD)

«Heutzutage spielt die Professionalität eine enorm wichtige Rolle. Im Gastrobereich ist es immer von Vorteil, eine entsprechende Ausbildung zu haben», sagt Meier. Auch Herzlichkeit und Flexibilität würden eine bedeutende Rolle spielen. «Wenn der Wirt oder die Wirtin nicht voll und ganz dafür lebt, Gastgeber zu sein, wird es nicht funktionieren. Man muss es einfach gerne machen.» Auch wenn derzeit viele Schliessungen und Wechsel anstehen, ist Walter Meier davon überzeugt, dass es in Wil viele Wirtsleute gibt, die ihren Job «sehr gut» machen. (mid)

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