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Die Wiler Buchautorin Nadja Zöch-Schüpbach nimmt in ihrem Roman den Leser mit auf die Suche nach dem «Herzensrhythmus»

Nadja Zöch-Schüpbach ist Psychotherapeutin, Tanzlehrerin und Buchautorin. In ihrem kürzlich erschienenen Roman «El ritmo de la pasión» geht sie der Frage nach, warum Tanzen glücklich macht.
Claudio Weder
«Ich möchte anderen Leuten dabei helfen, dasjenige zu finden, was sie begeistert und glücklich macht.» (Bild: Wolfgang Zöch)

«Ich möchte anderen Leuten dabei helfen, dasjenige zu finden, was sie begeistert und glücklich macht.» (Bild: Wolfgang Zöch)

Nadja Zöch-Schüpbach.

Nadja Zöch-Schüpbach.

Nadja Zöch-Schüpbach, Sie sind Psychotherapeutin und betreiben nebenbei die Tanzschule Salsaart in Wil. Wie finden Sie da noch Zeit, um Bücher zu schreiben?

Das werde ich oft gefragt. Ich arbeite jeweils nur von Montag bis Mittwoch in der Klinik. So kann ich die restliche Zeit gut für meinen Tanzunterricht oder fürs Schreiben nutzen. Für mich ist dies eine Traumkombination von Hobby und Beruf.

Ihr Buch «El ritmo de la pasión» wird als eine «Geschichte der anderen Art» angepriesen. Worin besteht dieses Andere?

Am Anfang stand die Idee, ein Buch darüber zu schreiben, warum Tanzen glücklich macht. Dazu sammelte ich verschiedene Zitate zu diesem Thema. Als Sachbuch wäre es aber zu langweilig gewesen, so entschied ich mich, das Ganze in eine spannende, etwas andersartige Geschichte zu verpacken. Auch das Ende ist nicht unbedingt so, wie man es erwarten würde, aber mehr will ich natürlich noch nicht verraten.

Das Ende wollen wir natürlich nicht vorwegnehmen. Aber verraten Sie, worum es in dem Buch geht?

Im Mittelpunkt stehen zwei Figuren: Martha und Damián. Martha ist Journalistin und erhält eines Tages den Auftrag, einen Artikel darüber zu schreiben, warum Tanzen glücklich macht. Sie will Damián, der in Zürich eine Tanzschule besitzt, interviewen. Dieser fordert Martha dazu auf, es am eigenen Leib zu erfahren, statt nur darüber zu schreiben. Dabei öffnen sich Martha ganz neue Horizonte und sie merkt, wie sie mit dem Tanzen ihrem Alltag eine andere Farbe verleihen kann.

«El ritmo de la pasión» ist also eine Anleitung zum Glück.

Ja, durchaus. Mein Buch ist meine Herzensangelegenheit: Ich konnte darin verschiedene meiner Passionen zu einer einzigen Geschichte verweben. Nun möchte ich gerne anderen Leuten dabei helfen, dasjenige zu finden, was sie als Mensch ausmacht, was sie begeistert und glücklich macht, sprich: ihre eigene Herzensangelegenheit. Das muss aber nicht unbedingt das Tanzen sein. Darauf spielt auch der Titel des Buches an: Jedes menschliche Herz schlägt seinen eigenen Takt, doch dieser Takt, dieser Herzensrhythmus, muss erst gefunden werden.

Was macht für Sie persönlich Glück aus?

Ich denke, das Im-Moment-Leben ist entscheidend. Eine Einheit zu bilden mit dem, was ist, und das, was sein wird oder sein könnte, auszublenden. Diese Einheit, oder diesen Flow, erlebe ich beim Tanzen immer wieder. Das ist für mich Glück.

Könnte man sagen, dass Tanzen «Heilkräfte» hat?

Tanzen hat viele positive Aspekte, die man gerade im Alltag, etwa für den Umgang mit Stress oder Gefühlen, brauchen kann. Darum geht es auch in meinem Buch. Was mache ich, wenn ich tanzen gehe und der DJ drei Lieder hintereinander spielt, die mir nicht gefallen? Gehe ich zu ihm hin und wünsche mir ein anderes Lied? Oder versuche ich, das Beste aus dieser Situation, die mir nicht behagt, zu machen? Zudem fördert Tanzen das Zuhören. Vor allem ist es wichtig, dass man sich selber zuhört, eine eigene Körperwahrnehmung entwickelt, sich selber bleibt und niemand anderen kopiert. Letzteres ist auch mein persönliches Credo. Beim Tanzunterricht will ich zum Beispiel nicht, dass die Tanzschüler meinen Stil kopieren; sie sollen für sich einen Weg finden, um sich auszudrücken. Mir persönlich geht es gleich, ich habe keine konkreten Vorbilder – weder beim Tanzen noch beim Schreiben – sondern versuche meinen ganz eigenen Stil zu entwickeln.

Eine Tanzlehrerin, die einen Tanzroman schreibt. Wie viel Biografisches steckt in Ihrem Roman?

Ich tanze schon, seit ich klein bin. Schon im Laufgitter sei ich immer rumgehopst, erzählten meine Eltern; als ich vier war, schickten sie mich ins Ballett. Vor 15 Jahren habe ich dann meine Liebe zu Salsa entdeckt. Über diesen Zeitraum kam natürlich einiges an persönlicher Erfahrung zusammen, die ich zum Teil in meine Geschichte einfliessen liess.

Als Psychotherapeutin haben Sie auch viel mit Menschen und deren Schicksalen zu tun. Inwiefern diente Ihnen Ihre Arbeit in der Klinik als Inspirationsquelle?

Ich versuche meine Arbeit, wenn immer möglich, strikt von meinen Hobbys zu trennen. Daher ist es jetzt nicht so, dass ich meine Patienten als Vorbild für meine Figuren verwende. Mein psychologisches Hintergrundwissen hilft mir aber, die Figuren realistischer zu zeichnen. Weil ich zum Beispiel weiss, was Menschen tun, um schwierige Alltagssituationen zu meistern.

«El ritmo de la pasión», allein schon der Titel lässt an leidenschaftliche Salsanächte denken. Wie viel spanisches Feuer steckt tatsächlich in dem Buch?

Es steckt sehr viel Leidenschaft und Sinnlichkeit in dem Buch. Dazu kommt, dass die Geschichte teils tatsächlich in Spanien, in Sevilla, angesiedelt ist. Zu Spanien hatte ich schon immer einen Bezug. Deshalb studierte ich auch im Nebenfach Spanische Literaturwissenschaft. Als ich während eines Kongresses in Lausanne einen Tanzlehrer kennen lernte, der in Sevilla eine Tanzschule hatte, kam mir die Idee, einen Teil der Geschichte in Sevilla spielen zu lassen. Der andere Teil spielt in der Schweiz.

Auch in Wil?

Nicht direkt. Einer der Schauplätze ist Zürich. Daneben spielt die Handlung aber auch an Orten, die nicht genau lokalisiert werden können, die aber Ähnlichkeiten zu bestimmten Orten haben, die es tatsächlich gibt. So taucht hier und da das Schild des Restaurants «El Corazon» auf, oder ein Parkplatz, der an das Bergholz erinnert.

Sie kommen ursprünglich aus dem Emmental. Was bewog Sie, nach Wil zu ziehen?

Nach dem Psychologiestudium habe ich in Bern keinen Job gefunden. Eine Studienkollegin aus St. Gallen machte mich auf eine Stelle an der Psychiatrie Wil aufmerksam. Seit acht Jahren bin ich nun hier – und werde auch hier bleiben. Ich mag den «Dorfcharakter» von Wil, das ist mir sympathisch, da ich ja auch in einem Dorf aufgewachsen bin.

Sind bereits weitere Tanzromane in Planung?

Es ist ein weiteres Buch in Planung, das 2019 erscheinen soll. Doch es ist kein Tanzroman, sondern ein Jugendbuch, das in Südafrika spielt: eine Liebesgeschichte zwischen Schwarz und Weiss, die unter anderem auch die Themen Armut und Rassismus behandelt.

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