Die vermeintlich heile Welt der Eidgenossen

OBERBÜREN. Zum Auftakt der letzten Spielsaison von Kulthur Oberbüren glänzten Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter durch launig-träfe Wortakrobatik, nahtlose Rollenwechsel und wohltemperierte Metaphern.

Christine Gregorin
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Ralf Schlatter und Anna-Katharina Rickert als Duo Schön & Gut. (Bild: Christine Gregorin)

Ralf Schlatter und Anna-Katharina Rickert als Duo Schön & Gut. (Bild: Christine Gregorin)

OBERBÜREN. Zum Auftakt der letzten Spielsaison von Kulthur Oberbüren glänzten Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter durch launig-träfe Wortakrobatik, nahtlose Rollenwechsel und wohltemperierte Metaphern. «Für unser zehntes und zugleich letztes Programm haben wir Künstler engagiert, die schon einmal bei uns waren», erklärte Co-Initiant Edwin Kuhn am Sonntag bei seiner Begrüssung im Lichthof des Oberstufenzentrums Thurzelg.

Er freute sich darüber, dass Kulthur über 40 hochkarätige Anlässe organisieren konnte, was allerdings nur dank treuer Sponsoren möglich gewesen sei. Zur Vorstellung von «Schönmatt» des Kabarettisten-Duos Schön & Gut waren rund hundert Besucher erschienen.

Poetisch und politisch

Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter stehen für poetisches und politisches Kabarett: Für die Liebe zum Wortspiel, zur Musik, zum geistreichen Witz, zur präzisen Sprache und nicht zuletzt zum satirischen Stachel – alles perfekt in Szene gesetzt mit Hilfe konvenierender Mimik und Gestik, unterstrichen durch vielsagende Stille.

Wird es Herr Schön heute schaffen? Wenn alles gutgeht, hält er endlich um die Hand von Frau Gut an. Auf der Schönmatt, zwischen Grosshöchstetten und Konolfingen. Der Ort ist schön, und es trifft sich gut: Auch die beiden Gemeinden wollen fusionieren. Das Stimmvolk ist eingeladen zum Fusions-Brunch. Doch betört vom Duft der prächtigen Linde, sind es plötzlich nicht mehr nur die Dörfer, die fusionieren wollen.

Ironischer Mahnfinger

Ein aberwitziger Reigen beginnt. Ob es sich um Frau Meise handelt, die sofort das Neuste auf Twitter nachliest, oder Agneta, die Haushälterin und grosse Liebe von Bürgermeister Kellenberger, die mit ihrem lettischen Akzent verzückt, oder Frau Gut, die von Metzger Schön Fleischersatz oder Conchita geheissen wird, die Parade von in verwegenen Wortspielereien verpackten Themen zeigt mit ironischem Mahnfinger auf die vermeintlich heile Welt der Eidgenossen.