Die Uze begleitete ihn über 30 Jahre

Das Ortsmuseum Oberuzwil zeigt eine Ausstellung von Bruno Gröbli über die Uze im Wandel der Zeit. Nach dem Hochwasser des Jahres 1970 hatte er die Uze-Korrektion mit seinem Ingenieurbüro geplant.

Angelika Hardegger
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Die Wechselausstellung im Ortsmuseum Oberuzwil zeigt vor allem Baupläne, Landkarten und Fotos. (Bild: Angelika Hardegger)

Die Wechselausstellung im Ortsmuseum Oberuzwil zeigt vor allem Baupläne, Landkarten und Fotos. (Bild: Angelika Hardegger)

OBERUZWIL. Bruno Gröbli erinnert sich noch genau an den 27. Juni 1970. An jenem Tag trat die Uze über die Ufer. Die Hochwasserkatastrophe richtete Schäden in der Höhe von 3,4 Millionen Franken an. Seither liess das Gewässer den Bauingenieur nicht mehr los.

Durch das Hochwasser zum Handeln gezwungen, beauftragten die Gemeinden Uzwil und Oberuzwil den Ingenieur im Jahr 1982 mit der Planung und Ausführung einer Uze-Korrektion. Diese wurde im Jahr 2011 beendet. Zu dieser Zeit verfasste der mittlerweile pensionierte Bruno Gröbli eine 170 Seiten umfassende Dokumentation über den Wildbach. Nun stellt er seine Ergebnisse im Ortsmuseum Oberuzwil vor.

Eine Ausstellung zum Abschluss

35 Exemplare hatte der Bauingenieur von seinem Werk anfertigen lassen und verschenkt. Zwei Jahre nach der Publikation sind noch zwei gebundene Ausdrucke übrig. Zusätzliche Exemplare will Gröbli keine anfertigen lassen. Die Ausstellung im Ortsmuseum sei für ihn der definitive Abschluss des Projekts, sagt Gröbli. Er findet es schön, dass er seine Ergebnisse nun mit einem breiten Publikum teilen kann. «Aber man darf das Interesse der Leute auch nicht überschätzen», ist sich der Ingenieur sicher.

Eine Art Doktorarbeit

Die Uze-Sanierung habe sich wie ein roter Faden durch sein Berufsleben gezogen, erklärt Gröbli. Als er 1983 im Auftrag der Gemeinden ein Gesamtkonzept zur Hochwassersicherheit erarbeitete, beschäftigte er sich auch mit der Uze-Korrektion der Jahre 1877 und 1878. «Das war eigentlich der Ursprung meines historischen Interesses an der Uze», erinnert sich der Pensionär. Die Arbeit über die Uze habe den eigentlichen Abschluss seiner beruflichen Laufbahn markiert. «Für mich war die Dokumentation wie eine Art Doktorarbeit», sagt Gröbli.

Büroarchiv als Quelle

Seine Recherchen tätigte der Ingenieur im Staats-, Stifts- und Gemeindearchiv. Als Planer und Bauleiter der Uze-Korrektion war seine Hauptquelle allerdings eine andere: Das Büroarchiv. «Im Laufe der rund 30 Jahre, in denen ich an der Uze-Korrektion arbeitete, kam doch einiges an Material zusammen», erzählt Gröbli. Die Ausstellung basiert denn auch grösstenteils auf Bauplänen. Sie beginnt wie Gröblis Dokumentation über die Uze mit der Eiszeit und endet mit dem Bau des Entlastungsstollens im Jahr 2010. Nebst der Katastrophe vom 27. Juni 1970 thematisiert die Ausstellung auch die früheren Hochwasser. Zudem wird die Nutzung der Wasserkraft durch Gewerbe und Industrie erklärt. Das «generelle Sanierungsprojekt 1983», welches Gröbli als Ingenieur erarbeitet hatte, bildet den Hauptteil der Ausstellung.

Das Ortsmuseum Oberuzwil zeigt die Wechselausstellung noch bis Ende März, jeweils am zweiten Sonntagnachmittag im Monat. Die gesamte Dokumentation ist unter www.uzwil.ch abrufbar.