Die Ungewissheit muss nicht sein

HENAU. Luzia und Urs Gemeinder sind Katzenliebhaber. Es macht sie betroffen, wenn vor ihrem Haus in Henau eine Katze tot auf der Strasse liegt. Um das Leid zu lindern, haben sie der Gemeinde ein Chip-Lesegerät geschenkt.

Urs Bänziger
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Urs und Luzia Gemeinder schenken ihrem Perserkater Nanuk viel Aufmerksamkeit. (Bild: Urs Bänziger)

Urs und Luzia Gemeinder schenken ihrem Perserkater Nanuk viel Aufmerksamkeit. (Bild: Urs Bänziger)

Nanuk hat es gut bei Luzia und Urs Gemeinder. Frauchen und Herrchen machen auch viel, damit sich der Perserkater bei ihnen wohl fühlt. Die Katze kann sich im Wohnhaus an der Felseggstrasse in Henau frei bewegen. Katzenbaum und Sachen zum Spielen hat Nanuk genug. Und wann immer die Gemeinders Zeit haben, schauen sie nach ihrer Katze. «Meine Frau und ich sind grosse Katzenliebhaber. Wir schenken unserem Kater die Aufmerksamkeit, die er als Haustier von uns erwarten darf», sagt Urs Gemeinder.

Nanuk ist eine Hauskatze, sie darf nicht nach draussen. Wenn Herrchen in der Backstube arbeitet und Frauchen im Laden Kunden bedient, dann weiss die reinrassige Perserkatze, dass sie nicht alleine im Haus ist und es nicht lange dauert, bis sie wieder gestreichelt wird.

Wertvolle Hilfe leisten

Die Felseggstrasse ist stark befahren. Schon etliche Male mussten die Gemeinders vor ihrer Bäckerei erleben, dass überfahrene, tote Katzen am Strassenrand lagen und sie von Mitarbeitern des Uzwiler Werkhofs aufgelesen und zur Tierkadaversammelstelle gebracht wurden. Das brachte Urs Gemeinder auf die Idee, der Gemeinde ein Chip-Lesegerät für Katzen zu schenken. «Die Gemeinde gibt für so viele Dinge Geld aus, aber ein solches Gerät für gut 400 Franken hat bisher gefehlt. Sicher auch deshalb, weil niemand daran dachte, dass ein Chip-Lesegerät wertvolle Hilfe leisten kann.»

Als Katzenliebhaber fühlen die Gemeinders mit, wenn eine Katze plötzlich verschwindet und die Halter im Ungewissen sind, was mit dem Tier geschehen ist. «Das Chippen von Katzen ist in der Schweiz zwar nicht obligatorisch, aber es gibt immer mehr Katzenhalter, die das mit ihren Haustieren machen», sagt Urs Gemeinder. «Wenn die Mitarbeiter des Uzwiler Werkhofs tote Katzen auffinden und diese einen Chip haben, so können sie ohne Aufwand die Besitzer ausfindig machen und informieren.»

Die Ungewissheit sei für viele Katzenhalter eine ganz schwierige Situation. «Mit Hilfe des Chip-Lesegerätes bleibt ihnen diese Ungewissheit erspart, wenn sie erfahren, dass sie nicht mehr länger nach ihrer Katze suchen müssen.»

Lücke schliessen

Er habe mit dem Geschenk an die Gemeinde eine Lücke schliessen wollen, sagt Urs Gemeinder. «Über solche Erkennungsgeräte verfügen die Tierärzte und die Polizei, aber bisher nur die wenigsten Gemeinden, obwohl deren Tierschutzbeauftragte Zugriff auf die Datenbank der Tiermeldezentrale haben. Vielleicht ermuntert meine Aktion andere Gemeinden dazu, sich ein solches Gerät anzuschaffen. Mit einem minimalen Aufwand kann man für verschwundene Katzen so viel erreichen.»

Urs und Luzia Gemeinder lassen ihre Katze nicht aus den Augen. Selbst wenn sie in die Ferien reisen, ist der Kater dabei. «Nanuk gehört zur Familie», sagen die beiden Katzenliebhaber.