Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die unendlich traurige Geschichte mit den Sömmeri-Hunden

«Polizei ist eingeschaltet», Ausgabe vom 21. Oktober
Max Jöhl, Wil

Seit Monaten bitte ich die Behörden um Hilfe bei der Lösung der unhaltbaren Zustände mit den Sömmeri-Hunden. Keiner der vier «Verantwortlichen» – Polizei, Veterinäramt, Staatsanwaltschaft, Stadt Wil – hat bis heute etwas zur Lösung beigetragen. Sie stecken seit acht Monaten im Modus: Ich bin doch nicht verantwortlich.

Vorerst halte ich nochmals die folgenden Tatsachen fest: Die Frau ist nicht in der Lage, diese beiden, schwarzen, aggressiven Schäferhunde zu kontrollieren – sie ist dazu weder körperlich noch führungsmässig in der Lage. Die Hunde reissen sich los und sie reagieren nicht auf Abrufe. Inzwischen ist unbestritten, dass durch die Hunde nicht nur Tiere, sondern auch Menschen verletzt wurden.

Ein kurzer Rückblick: Die «Wiler Zeitung» vom Samstag, 9. September, meldet unter dem Titel «Wir sind in Angst und Schrecken», dass eine weitere Anzeige eingegangen sei. Verbiss eines Hundes an Rücken und Hinterlauf. Es melden sich zusätzlich Besorgte über unliebsame Begegnungen. Die Angeschuldigte meint dazu lapidar: «Ich habe kein Problem.» Die Polizei rät einer Betroffenen, keine Anzeige zu erstatten, es stünde ja Aussage gegen Aussage. Die «Wiler Zeitung» vom Dienstag, 12. September, schreibt unter dem Titel «Betroffene setzen sich zur Wehr», dass ein weiterer Hund von den zwei Schäferhunden in den Hintern gebissen wurde. Eine Frau wurde am Finger verletzt. Ärztliche und tierärztliche Hilfe waren notwendig. Sebastian Koller meldet, dass auch er, respektive sein Hund schon Opfer von Attacken der beiden Hunde wurde. Der Anruf der Betroffenen bei der Stadt hat ergeben: Die Stadt könne nichts machen. In der «Wiler Zeitung» vom Montag, 18. September, berichtet Stadtrat Daniel Stutz unter dem Titel «Verantwortung nicht abschieben», dass Anzeigen mit Meldeformular des Veterinäramtes an das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen zu erfolgen hätten. Er gehe davon aus, dass das Meldesystem im Grundsatz funktioniere. Sebastian Koller (Stadtparlamentarier, Veterinär, Anmerkung der Redaktion) meint dazu: Offensichtlich kennt die Stadt Wil ihre eigenen gesetzlichen Aufgaben nicht. Die Stadt habe entsprechende Meldungen entgegenzunehmen, selber aktiv zu werden sowie, ermahnt er, die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen. Daniel Stutz ist daraufhin der Meinung, dass solche Vorfälle bei der Polizei zu melden und dort zur Anzeige zu bringen seien. In einem weiteren Beitrag in der «Wiler Zeitung» vom Donnerstag, 21. September, wünscht sich eine Betroffene, dass endlich gehandelt werde, ohne das Hin und Her mit den Zuständigkeiten. Stadtrat Daniel Stutz verschiebt indessen eine avisierte Medienmitteilung voraussichtlich um eine Woche. In der Ausgabe der «Wiler Zeitung» vom Donnerstag, 5. Oktober, heisst es unter dem Titel «Ärger mit Hunden: Die Stadt ist zuständig»: Der Stadtrat schaffe Klarheit, Anzeigen seien bei der Stadt einzureichen. Die Aussagen von Daniel Stutz müssen einmal mehr korrigiert werden, die politischen Gemeinden sind für den Vollzug des Gesetzes zuständig, verantwortlich ist das BUV. Weiter wird in einem separaten Kasten mit der Überschrift «Anzeige bei der Stadtpolizei» erwähnt, als Alternative – und als schärfere Massnahme – könnte auch bei der Stadtpolizei Anzeige eingereicht werden. Diese werde dann wiederum der Stadt zur Prüfung und zum Erlass von Massnahmen weitergeleitet. Was hat wohl die schärfere Anzeige bei der Polizei gegenüber der softeren bei der Stadt zur Folge? Dauert die Abklärungen noch länger?

Den vorläufigen Schlusspunkt setzt der Artikel «Polizei ist eingeschaltet» in der «Wiler Zeitung» vom Dienstag, 21. Oktober. Die Vorfälle mit Hunden im Gebiet Sömmeri würden nun genauer unter die Lupe genommen. Polizei und Staatsanwaltschaft seien eingeschaltet. «Sobald wir ein verwertbares Dokument haben, werden wir über die weiteren Schritte entscheiden.» Freude herrscht!

Ich überlasse es dem Leser, den Zick-Zack-Kurs von Stadtrat Stutz und seinem BUV zu beurteilen: seine Stellungnahmen, am 12. September, die Stadt könne nichts machen, und am 18. September, «Meldungen sind mit Formular an das Veterinärwesen zu richten». Auf einen Hinweis von Sebastian Koller, der Stadtrat kenne offensichtlich seine gesetzlichen Aufgaben nicht, krebst er zurück, ändert wieder seine Meinung, die Meldungen hätten demnach an die Polizei zu erfolgen. Dann am 21. September: Der Stadtrat verschiebt eine neue Stellungnahme um eine weitere Woche. Zwei Wochen später, am 5. Oktober, stellt er fest: Die Stadt ist zuständig und will, sobald ein verwertbares Dokument vorliege, über weitere Schritte entscheiden. Wie ist dieser Satz um Gottes Willen zu interpretieren? Ist Überforderung im Spiel oder gilt die Strategie «aussitzen»?

Max Jöhl, Wil

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.