Die überdurchschnittliche Wärme wird zur Normalität: Im Fürstenland war es erneut zu warm

Das Wetter im März 2020 zeigte sich insgesamt rund ein Grad wärmer als üblich. Die Luft war sehr trocken.

Christoph Frauenfelder
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Der Trend zur Erwärmung geht unaufhaltsam weiter. Der letzte unterkühlte Monat war der Mai 2019. Weiter zurück war es erst wieder der März 2018. Die Statistik beweist: Pro Jahr verläuft nur gerade ein Monat unterdurchschnittlich temperiert (Referenzperiode 1981–2010).

Der März 2020 zeigte sich insgesamt rund ein Grad wärmer als üblich. Bei -6 Grad war die tiefste Temperatur, nicht nur im März, sondern auch in diesem Winter. Die höchste Temperatur erreichte knapp 20 Grad, währenddessen in Spanien bereits 32 Grad verzeichnet wurden. Die sehr kalten Tage Ende Monat drückten das Temperaturmittel massiv nach unten. Die Heizgradziffer ergibt 421, was sich auf einen 10 Prozent geringeren Heizenergieverbrauch auswirkt.

Es fehlte deutlich an Niederschlag

Die Luft war sehr trocken und führte oftmals zu einer sensationellen Fernsicht. Die häufige Bise liess jedoch die Böden schnell austrocknen. Denn die Niederschläge fielen defizitär aus, es fehlten noch 40 Prozent bis zum Sollwert. Doch «Märzenstaub bringt Gras und Laub», besagt eine Bauernregel. Was so viel heisst, wie: für die Kulturen ist es gut, wenn sie nicht in übernässten Böden gedeihen müssen.

Bisher sind in diesem Winter auf 500 Meter Meereshöhe erst vier Tage mit Schneedecke verzeichnet worden. Am wenigsten Schneedeckentage wies 1989 mit nur zwei Tagen auf.

Die geringe Bewölkung liess die Sonne deutlich mehr scheinen als üblich. Der Überschuss beträgt 20 Prozent. Die stürmischen Windverhältnisse vom Januar und Februar dehnten sich auch in den März hinein aus. Die höchste Windspitze betrug über 100 Kilometer pro Stunde. Die Anzahl an Sturmtagen liegt in den ersten drei Monaten bereits doppelt so hoch wie üblicherweise in einem ganzen Jahr.

Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.