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Die torgefährliche Teamplayerin der Wiler Frauen: Nadja Dierauer im Porträt

Die 25-jährige Stürmerin hat mit dem Wiler NLB-Frauenteam die Freude am Eishockey wiederentdeckt. Am Höhenflug hat Nadja Dierauer grossen Anteil – ab morgen will sie die Erfolgsserie im Halbfinal fortsetzen.
Daniel Monnin
Die 25-jährige Nadja Dierauer (im Vordergrund, dunkles Trikot) sammelt in dieser Saison 1,33 Punkte pro Spiel. (Bild: Tim Frei)

Die 25-jährige Nadja Dierauer (im Vordergrund, dunkles Trikot) sammelt in dieser Saison 1,33 Punkte pro Spiel. (Bild: Tim Frei)

Nadja Dierauer ist eine waschechte Wilerin – nicht nur im Eishockey. Die bald 26-Jährige ist in Wil aufgewachsen, hat im Nachwuchs von Wil und Uzwil begonnen und ist erst ab dem Mini-/Novizenalter in die Fremde gegangen. Zuerst spielte sie für Frauenfeld und Schaffhausen, später mehrere Saisons für den SC Weinfelden in der NLA.

Dierauer brachte es bis heute auf 129 Spiele für die Thurgauerinnen und gehört(e) in Weinfelden bereits zum «Inventar». Doch im November 2017 kam der vorläufige Bruch. Sie sagt:

«Ich hatte die Freude am Hockey verloren.»

«Es hat einfach nicht mehr gepasst», beschreibt sie ihren damaligen Gemütszustand, der eng verbunden war mit der sportlichen Leitung des Teams. Einen Monat lang habe sie nichts gemacht, einfach abgeschaltet. «Danach habe ich mich dem Wiler Frauenteam angeschlossen.» Aus dem kurzen Engagement ist mittlerweile eine längerfristige Verbundenheit geworden – und Nadja Dierauer gehört in Wil zu den Führungsspielerinnen.

Antreiberin und Clown

Sie liebäugelt noch mit der NLA Dierauer, die in Kloten als administrative Projektassistentin in einer Bauunternehmung arbeitet, gehörte während ihrer Karriere nie in die Elite-Abteilung der Stars.

«Nein, Star war ich nie und werde es auch nie sein. Ich bin eine Teamplayerin, die Mannschaft ist für mich das Wichtigste und mein Ziel ist es, mein Bestes für das Team zu geben.»

Sie sei nicht mehr aus seinem Team wegzudenken, sagt Marcel Herzog, Trainer der Wiler Frauen. «Alles, was sie tut, macht sie für die Mannschaft. Manchmal ist sie die Antreiberin, manchmal der Clown, sie hat das gewisse Feeling für die Situation.» Dierauer nimmt das Kompliment dankend an und fügt hinzu: «Ich will das Team mitreissen, egal wie.»

Sie liebäugelt noch mit der NLA

Einen Wunsch hat sie immer noch – trotz einer über zehnjährigen Karriere: «Ich würde es gerne wieder in der NLA versuchen», sagt sie und schränkt sogleich ein: «Ich weiss, dass meine Art Hockey zu spielen in der NLB, also bei Wil, besser zur Geltung kommt und ich mehr Einfluss nehmen kann.»

Nadja Dierauer bestritt 129 Spiel für den SC Weinfelden - mehrheitlich in der NLA. (Bild: PD)

Nadja Dierauer bestritt 129 Spiel für den SC Weinfelden - mehrheitlich in der NLA. (Bild: PD)

In der NLA komme sie nicht über den Status einer Mitläuferin im Team hinaus, gibt sie unumwunden zu. Das beweisen auch ihre Statistiken: In Wil kam sie in 21 Partien auf einen Schnitt von 1,33 Punkten pro Spiel (10 Tore, 18 Assists), in Weinfelden liegt sie bei einem Schnitt von 0,27 Punkten. Trotzdem hat sie in dieser Saison mittels B-Lizenz vier Spiele für das NLA-Team Weinfelden bestritten und würde wohl auch zu einer Fortsetzung dieses Engagements nicht Nein sagen.

Ohne Druck gegen den Qualifikationssieger

Doch vorerst stehen andere Aufgaben an: der Playoff-Halbfinal gegen Bassersdorf. «Wenn wir alle Fakten auf den Tisch legen, ist Bassersdorf der klare Favorit. Es gibt Gründe, warum die Zürcher die Qualifikation als Sieger beendeten und 16 Punkte mehr als wir holten», sagt sie und fügt augenzwinkernd bei:

«Warum aber sollten wir dem Favoriten kein Bein stellen?»

Bassersdorf hat drei ausgeglichene Blöcke, Wil nur zwei. Das spiele dem Gegner auf Dauer in die Karten, sagt Dierauer. «Nach der besten Saison in der dreijährigen Geschichte des Wiler Frauenteams können wir aber ohne Druck spielen. Wir können unsere bisherigen Resultate nur noch toppen.»

Im Final müsste sie passen

Sicher ist allerdings bereits heute, dass Nadja Dierauer in einem möglichen Finale nicht dabei sein wird – wegen einer Fussoperation.

«Die Sache ist kompliziert, quasi eine ‹Rund-um-Erneuerung› meines linken Fusses.»

Sie hofft, dass alles wieder gut wird und sie nach der Operation bald wieder an ein geregeltes Training denken kann. «Ich weiss noch nicht, wie lange die Rehabilitation dauern wird, und ob ich auf die neue Saison hin fit bin.» Diese Gedanken will sie jedoch ab morgen für ein paar Tage ausblenden und sich zu 100 Prozent auf die Halbfinal-Serie konzentrieren.

Bassersdorf so gut wie noch nie

Der souveräne Qualifikationssieger Bassersdorf stellt das mit Abstand erfahrenste Team der NLB. Seit Einführung des Playoffs in der Saison 2012/2013 haben die Zürcherinnen dreimal den Halbfinal und zweimal den Final erreicht, nur vergangenes Jahr scheiterten sie überraschend an Kreuzlingen-Konstanz. In der Qualifikation waren sie nie schlechter klassiert als Vierte und erreichten in diesem Jahr mit 2,61 Punkten pro Spiel ihre bisher beste Saisonausbeute. Der Kern des Teams spielt seit sieben oder gar mehr Jahren zusammen: Spielerinnen wie Simone Eberhard, die NLB-Topskorerin Nadja Hochuli, Nicole Riedi, Rahel Walder, Seraina Frautschi oder Flavia Tschumi bilden das Rückgrat des Teams. In der Meisterschaft der vergangenen zwei Saisons verloren die Wilerinnen drei der vier Direktbegegnungen, zwei davon mit 0:1 und 0:2 nur knapp. Einmal setzte es eine 0:6-Niederlage ab, die erste Partie dieser Saison entschied Wil zu Hause hingegen mit 6:5 nach Verlängerung für sich. (dm)

Die zwei ersten Halbfinal-Partien werden am Samstag (20.15 Uhr) in Bassersdorf und am Sonntag (16 Uhr) in Wil ausgetragen.

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