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Die Tonhalle Wil legt bei den Abozahlen massiv zu: Fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr

Florence Leonetti, Gesamtleiterin der Tonhalle Wil, über die gestiegenen Abozahlen und das Wegbleiben der Jungen.
Philipp Wolf
Bekannte Produktionen wie das Musical «Chaplin», das bereits so gut wie ausverkauft ist, waren schon immer Publikumsmagnete.Bild: PD

Bekannte Produktionen wie das Musical «Chaplin», das bereits so gut wie ausverkauft ist, waren schon immer Publikumsmagnete.Bild: PD

Es gibt Dinge im Leben, die ändern sich nie. Auch das Theater, das über die Jahrhunderte zwar einige Veränderungen erlebt hat, kennt solche Konstanten. Florence Leonetti, Gesamtleiterin der Tonhalle, sind diese bestens bekannt.

So ist etwa unbestritten, dass musikalische Produktionen, Musicals oder bekannte Namen beim Tonhallepublikum ziehen. Auf diese Saison hin – zu dessen Auftakt am Samstag die Formation «12 Celli» ihr Debüt gibt – entschied sich Leonetti dafür, zwei Musicals ins Programm zu nehmen. Prompt ist, dass eine bereits ausverkauft, und für das andere – «Chaplin» – sind nur noch wenige Tickets zu haben. Mehr Musicals im Programm würden der Tonhalle höhere Besucherzahlen bescheren. Das weiss auch Leonetti – und entscheidet sich dennoch dagegen. «Ich habe einen Kulturauftrag, der Kanton will ein gemischtes Programm. Und ich auch.»

Generationensache Theater

Das variantenreiche Angebot, das Leonetti nun auf diese Spielzeit hin zusammengestellt hat, wird von einer beachtlichen Zahl an Abonnentinnen und Abonnenten verfolgt werden. 382 sind es an der Zahl, 62 davon wurden auf diese Saison hin dazugewonnen. Geht man davon aus, dass sich die Dauerkarteninhaber gleichmässig auf die Freitags- und Samstagsabos verteilen, ist die Tonhalle mit ihren 400 Plätzen jeweils bereits zur Hälfte ausgelastet. Zudem wohnt rund jeder zweite Abonnent in Wil. Leonetti freut sich über die Abozahlen, merkt aber an, dass deren Entwicklung nur schwer vorhersehbar sei. Mehr Klarheit herrscht dagegen bezüglich des Alters der Abonnentinnen und Abonnenten. Leonetti geht davon aus, dass auch unter den Neuen kaum Junge dabei sind. «Es ist ein wenig eine Generationensache», sagt sie. Dieser Umstand ist eine weitere Konstante in der Branche: Junge Erwachsene machen einen Bogen um das Theater.

Grund zur Besorgnis ist das für Leonetti jedoch nicht. «Ich sehe das relativ gelassen», sagt sie. Das sei doch schon immer so gewesen.

«Die kommen dann schon ins Theater – sobald sie älter sind.»

Ganz aufgegeben hat die Tonhalle den jüngeren Teil der Bevölkerung aber nicht. Einiges wird getan, um Jugendlichen erste Einblicke in die Welt des Schauspiels zu ermöglichen.

Bühnenschauspiel billiger als Kino

Leonetti plant jährlich ein Stück speziell für Schulklassen ein. Dazu setzt sie sich jeweils mit der Kantonsschule Wil zusammen. So kommen vor allem Gymnasiasten mit der Tonhalle in Berührung, wenn etwas aufgeführt wird, das gerade im Unterricht thematisiert wird. «Auch sonst schaue ich immer wieder, dass ich etwas für Junge ins Programm nehme», sagt sie. Das ist dieses Jahr der Fall mit zwei Musicals, Ursus & Nadeschkin und der Schweizer Formation Sgt. Pepper.

Doch nicht nur der Inhalt soll Theaterlaien anlocken, auch die Preise. Kaufen Jugendliche, Lernende oder Studenten Tickets im Voraus, so erhalten sie 50 Prozent Rabatt. Sind sie kurz entschlossen und erwerben den Eintritt an der Abendkasse, bezahlen sie gar nur zehn Franken. «Das ist billiger, als ins Kino zu gehen. Und mit etwas Glück erwischen sie erst noch erstklassige Plätze», sagt Leonetti. Auch wenn Jugendliche das Bühnenschauspiel weiterhin scheuen sollten, ist Leonetti guten Mutes für die Zukunft: «Wenn man ein gutes Programm hat, findet man immer Zuschauer.»

Hinweis
Das ganze Programm der Tonhalle finden Sie auf: http://www.tonhallewil.ch/programm

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