Die Tonhalle ist zurück aus der Coronapause: Es gibt wieder Konzerte, Theater und viel Kultur

Den Anfang machten am Samstagabend vier Männer mit ihrem «Janoska Style». Die Tragepflicht von Gesichtsschutzmasken und weiteren Covid-19-Massnahmen dämpften die Stimmung nur wenig.

Christoph Heer
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Nach fast 200 Tagen wieder Kultur in der Tonhalle: Den Auftakt machte das Janoska Ensemble.

Nach fast 200 Tagen wieder Kultur in der Tonhalle: Den Auftakt machte das Janoska Ensemble.

Bild: Christoph Heer

Froh, wieder hier zu sein. Das dürfte am Samstagabend der Slogan vieler Besucher gewesen sein. Endlich wieder Tonhalle, endlich wieder Musik. Wohl etwas über 100 Personen liessen sich das Konzert des Janoska Ensembles nicht entgehen und wurden Zeugen von einem hochstehenden, melodiös-angehauchten, musikalischen Höhenflug.

Flinke Finger an Geige und Piano, die vier Profimusiker wissen haargenau, wie sie mit ihren Instrumenten umzugehen haben. Vom allerersten Ton an, also zur eröffnenden Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart, war eine grosse Zufriedenheit im Publikum zu spüren und dies, obschon allesamt maskiert waren. An den erfolgten, euphorischen Applaus wurde die gefühlte Wahrnehmung verstärkt.

Keine Garderobe, keine Pause

Das Schutzkonzept in der Tonhalle gleicht selbstredend den anderen: Kontaktdaten angeben, Maske anziehen, auf die Verköstigungspause verzichten, Abstände einhalten, regelmässige Händehygiene, Ansammlungen im Foyerbereich vermeiden.

«Genau 198 Tage lang stand die Tonhalle mehr oder weniger still», so die Begrüssung von Gesamtleiterin Florence Leonetti, dazu ein sympathisches «Schön, euch wieder zu sehen.»

Gleichzeitig wirft sie einen Blick nach vorne und erklärt, dass schon zahlreiche Personen ein Saisonabonnement gekauft hätten. «Wir planen jedoch von Woche zu Woche und hoffen, dass nicht erneut stark einschneidende Massnahmen erfolgen werden.» Leonetti ist sich bewusst, dass ein «maskierter» Konzertbesuch nicht gar so amüsant ist.

«Schutzmassnahmen sind überhaupt nicht lustig. Daheimbleiben, aber auch nicht.»

Ein ganz eigener Stil

Das Janoska Ensemble aus Wien hat sich längst einen hervorragenden Namen gemacht. Internationale Auftritte zeugen davon, dass die Österreicher weltweit für Furore sorgen. Dem Ensemble ist in der unüberschaubar gewordenen Musikszene das Kunststück gelungen, ihren singulären Stil zur Eigenmarke und zugleich auch zum Genre-Begriff zu machen.

Ihr ganz eigener «Janoska-Style» beinhaltet auf einem stets hohen Niveau bekannte Referenzen aus Klassik bis Pop. Präzis arrangierte Stücke tragen die Janoska-Handschrift, dem Wiler Publikum gefällt’s. Von berührend bis mitreissend werden die Stücke Janoskas betitelt, genau so ist es auch in dem rund 80 Minuten dauernden Konzert am Samstagabend.

Das Janoska Ensemble besteht aus den drei Brüdern Ondrej, Roman und Frantisek. Der vierte im Bunde, Julius Darvas, hat sich in die Familie Janoska eingeheiratet, er habe dies tun müssen, sagte er lachend.

Witzige Anekdoten dürfen nicht fehlen, doch Musik ist klar Trumpf an diesem Abend, insbesondere dann, wenn Lieder wie Paul McCartneys «Yesterday» mit im Repertoire sind. Es bleibt den Betreibern der Tonhalle zu wünschen, dass es so weitergeht, ihr grosser Einsatz, welchen sie mit viel Herzblut bewerkstelligen, hat es verdient.

Hinweis
Informationen zu den nächsten Anlässen: www.tonhallewil.ch.