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Die Tennis-Jungprofis Adrian Bodmer, Nina Stadler und Nadine Keller sind bereit zum Angriff

Der Niederwiler Adrian Bodmer und die Kirchbergerin Nina Stadler kämpfen nach einer Verletzung um den Anschluss im internationalen Tenniszirkus. Nadine Keller aus Dussnang ist nicht nur im Sport, sondern auch in ihrer Lehre gefordert.
Marie-Theres Brühwiler
Wollen sich ins Scheinwerferlicht spielen (von links): Adrian Bodmer, Nina Stadler und Nadine Keller. (Bilder: Urs Lindt/Freshfocus, Mario Gaccioli)

Wollen sich ins Scheinwerferlicht spielen (von links): Adrian Bodmer, Nina Stadler und Nadine Keller. (Bilder: Urs Lindt/Freshfocus, Mario Gaccioli)

Mit seinem 100. Turniersieg auf der ATP-Tour hat Roger Federer vor rund einer Woche zum x-ten Mal Sportgeschichte geschrieben. Der um 15 Jahre jüngere Adrian Bodmer muss derweil deutlich kleinere Brötchen backen. Der Niederwiler will seinen Aufstieg im ATP-Ranking nach einer langen Verletzungspause möglichst bald fortsetzen. Der Weg für Jungprofis ist jedoch hart und mit der Einführung der neuen Transition Tour nicht einfacher geworden.

Trainings mit Federer sind deshalb für die Moral von Bodmer gut. Der 24-Jährige schmunzelt:

«Wenn Roger in der Schweiz ist, bekomme ich hin und wieder einen Anruf von ihm.»

Das sei jedes Mal ein Motivationsschub. Auch, weil ihn der Tennisprimus nicht nur als gelegentlichen Sparringpartner sieht, sondern Bodmer jeweils wertvolle Tipps gibt.

«Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut sich Roger an unsere letzten Treffen erinnert und wie er gleich sieht, wo ich mich verbessert habe.»

Adrian Bodmer beschenkte sich an seinem 24. Geburtstag gleich selbst. (Bild: Ralph Ribi)

Adrian Bodmer beschenkte sich an seinem 24. Geburtstag gleich selbst. (Bild: Ralph Ribi)

Seine Trainer trauen Bodmer viel zu

Dass Bodmer auch in diesem Jahr schon wieder als Sparringpartner von Federer zum Zug gekommen ist, ist das Verdienst von Severin Lüthi. Der Davis-Cup-Coach steht mit Bodmer in regelmässigem Kontakt und traut ihm weitere Karriereschritte zu. Joachim Kretz, der den mehrfachen Schweizer- Junioren-Meister seit mehr als zehn Jahren betreut, bestätigt:

«Wie gut er mit Top-100-Spielern mithalten kann, hat Adrian schon mehrfach bewiesen.»

Auch punkto Fleiss sei sein Schützling vorbildlich, lobt Kretz. «Er braucht aber vor allem Vertrauen in das, was er kann», sagt der erfahrene Coach, in dessen Talentschmiede schon mehrere Top-100- Spieler trainiert haben.

Seit Dezember trainiert er schmerzfrei

Bodmers Aufstieg im ATP-Ranking wurde im vergangenen Sommer kurz nach seinem Viertelfinaleinzug am Doppelturnier von Gstaad, seinem bisher wichtigsten Erfolg auf ATP-Stufe, durch eine hartnäckige Handgelenkverletzung abrupt gestoppt.

Ganz schmerzfrei trainieren und spielen kann Bodmer, der nahe an seiner Trainingsstätte in Dornbirn lebt, erst seit vergangenem Dezember wieder. Der Davis-Cup-Spieler sagt:

«Es ist für mich manchmal schwierig zu akzeptieren, dass es nun Zeit braucht und es nichts bringt, wenn ich mich selbst zu stark unter Druck setze.»

Vor zwei Tagen feierte Bodmer seinen 24. Geburtstag. Mit dem Sieg gegen Viktor Durasovic, Weltnummer 368, im ägyptischen Sharm El Sheikh hat er sich gleich selbst ein Geschenk gemacht. Trainer Kretz sagt:

«Der seit diesem Jahr eingeführte neue Modus mit der ITF-World-Tennis-Tour ist für junge Profis eine zusätzliche Herausforderung.»

Dass Bodmer Ende Januar in Mallorca an der Seite seines Trainingspartners Jakob Sude im Doppel bereits wieder ein mit 15000 Dollar dotiertes Turnier gewann, ist jedoch ein gutes Omen.

Stadler peilt Platz unter den 400 besten Frauen an

Eine Turnierpause musste auch Nina Stadler einlegen. Die Kirchbergerin, die im vergangenen Jahr viermal im Final eines mit 15000 Dollar dotierten Turniers stand und auf der gleichen Stufe zwei Doppeltitel gewann, laboriert seit Anfang Dezember an einer Rückenverletzung. Weil sie ihre 2017 erzielten Punkte Ende Jahr nicht verteidigen konnte, fiel sie im WTA-Ranking auf Position 832 zurück. Stadler sagt:

«Ich bin sehr zuversichtlich, dass es nun wieder aufwärtsgeht.»

Die 23-Jährige, die seit kurzem wieder leicht trainieren kann, peilt nun ihr nächstes Ziel an - die Top 400 der Weltrangliste.

Nina Stadler ist die Nummer 16 der Schweiz. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Nina Stadler ist die Nummer 16 der Schweiz. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Im NLA-Interclub möchte Stadler wieder ähnlich gut wie im vergangenen Jahr abschneiden. Im Team des Tennisclubs Chiasso war die Toggenburgerin trotz einem schweren Schicksalsschlag in der Familie eine wichtige Punktsammlerin und hatte wesentlichen Anteil am Halbfinaleinzug der Tessiner Mannschaft. National ist Stadler, die seit vielen Jahren in der NET Tennis Academy in Kreuzlingen trainiert, die Nummer 16.

Keller steht vor einem Balance-Akt

Für die 18-jährige Nadine Keller geht es in diesem Jahr darum, auf der internationalen Transition Tour erste Punkte zu gewinnen. Die Dussnangerin, die 2018 nach ihrem Finaleinzug an den Juniorenmeisterschaften auch mit dem dritten Rang im Doppel an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven überraschte, sagt:

«Wichtig ist mir aber auch, dass ich den praktischen Teil meines Sport-KV gut abschliessen kann.»

Den grössten Erfolg auf der internationalen Bühne feierte Keller im vergangenen Jahr in der türkischen Stadt Antalya, wo sie an einem mit 15000 Dollar dotierten Turnier erst im Halbfinal gestoppt wurde. Aktuell ist Keller im nationalen Ranking die Nummer 42. «Ich möchte mich auch in diesem Bereich verbessern», sagt die ehrgeizige Spielerin, die wie Stadler in Kreuzlingen trainiert.

Nadine Keller überraschte mit dem dritten Rang im Doppel an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven. (Bild: Mario Gaccioli)

Nadine Keller überraschte mit dem dritten Rang im Doppel an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven. (Bild: Mario Gaccioli)

Neue Tour für Jungprofis

Das internationale Profitennis befindet sich in einer Zeit des Wandels. Seit Anfang 2019 müssen sich junge Tennisprofis wie Adrian Bodmer und Nina Stadler auf der Transition Tour behaupten oder auf dieser wie Nadine Keller überhaupt erst Fuss fassen. In die Transition Tour werden die Turniere mit einem Preisgeld von 15000 Dollar integriert. Alle Transition-Tour-Turniere geben ITF Entry Points anstelle von ATP- und WTA-Punkten. Punkte für die Weltrangliste gibt es erst an Turnieren mit einem Preisgeld von 25000 und mehr. (mtb)

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