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Die Steuerhoheit bleibt unangetastet

Firmen in der künftigen Gebietsentwicklung Wil West werden in jener Gemeinde besteuert, in der sie sich niederlassen. In den meisten Fällen wird das Münchwilen oder Sirnach im Kanton Thurgau sein, obwohl das Land grossteils dem Kanton St. Gallen gehört.
Hans Suter
Wil West: Ein Gemeinschaftsprojekt zweier Kantone und dreier Gemeinden. Viel Bauland liegt auf Thurgauer Boden, gehört aber dem Kanton St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

Wil West: Ein Gemeinschaftsprojekt zweier Kantone und dreier Gemeinden. Viel Bauland liegt auf Thurgauer Boden, gehört aber dem Kanton St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

So eindeutig, wie es heute klingt, war die Steuerhoheit im Entwicklungsgebiet Wil West nicht immer. Das kam auch der Wiler grünliberalen Stadtparlamentarierin Erika Häusermann zu Ohren, weshalb sie dies und Weiteres nun genau wissen wollte und eine Einfache Anfrage einreichte.

Zur Ausgangslage

In den nächsten 20 Jahren soll mit der Gebietsentwicklung Wil West auf einer Fläche von 158000 Quadratmetern in Etappen ein Industrieareal mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen entstehen. Involviert sind die Kantone St. Gallen und Thurgau sowie die Gemeinden Münchwilen, Sirnach und Wil. Eine gemeinsame Charta regelt die Zusammenarbeit, Zielsetzungen und Zuständigkeiten.

Steuerlich ist der Wohnort relevanter

Erika Häusermann, Wil

Erika Häusermann, Wil

Speziell ist, dass das Gebiet auf Thurgauer Boden liegt, gehört jedoch dem Kanton St. Gallen. «Wo also werden die neu angesiedelten Firmen steuerpflichtig?», fragte Erika Häusermann. «Im Kanton Thurgau», lautet die Antwort des Wiler Stadtrats. Die Einkommen der natürlichen Personen würden indes tendenziell grösseres Gewicht haben. In den Kalkulationen wird laut Stadtrat von einer gleichmässigen Verteilung der Erträge unter den Kantonen Thurgau und St. Gallen ausgegangen. «Entscheidend wird jedoch sein, wo sich die Beschäftigten tatsächlich niederlassen werden, was von vielen Faktoren abhängt», gibt der Stadtrat zu bedenken.
Auch das wollte Erika Häusermann genauer wissen. «Mit welchem Bevölkerungszuwachs rechnet die Stadt Wil, wenn die bis zu 3000 Arbeitsplätze in Betrieb gehen? Wie viele zusätzliche Wohnungen müssen zur Verfügung gestellt werden, und wo sollen diese gebaut werden?»

Wohnbautätigkeit hat erheblichen Einfluss

Das Entwicklungsvorhaben Wil West rechnet mit 1750 bis 3000 Arbeitsplätzen und hat insbesondere zum Ziel, lokale Arbeitsplätze für jetzige und kommende Generationen zu schaffen und die Fachkräfte in der Region zu halten. «Ebenfalls soll die heutige Pendlerbilanz in die Richtungen Zürich und St. Gallen positiv beeinflusst werden, indem Wohnen und Arbeiten in der Stadt Wil und der Region ermöglicht wird», hält der Stadtrat in seiner Antwort fest. Eine Studie der Zürcher GSP Gesellschaft für Standortanalysen und Planungen im Jahr 2013 zeige auf, dass bei 2000 heute extern wohnhaften Fachkräften mit ihren Familien ein zusätzlicher Wohnbedarf für 1054 Haushaltungen notwendig mache. Die Struktur dieser zusätzlichen Haushaltungen könnte wie folgt aussehen: 411 Ein-Personen-Wohnungen, 326 Zwei-Personen-Wohnungen, 127 Drei-, 137 Vier- und 53 Fünf-Personen-Wohnungen. Wie viele zusätzliche Personen sich letztlich in der Stadt Wil selbst niederlassen würden, hänge massgeblich vom bereitstehenden Wohnangebot ab.

5000 Personen mehr bis 2040

Der Stadtrat verweist dazu auf den neuen Richtplan des Kantons St. Gallen, der in der Stadt Wil ein Bevölkerungswachstum von 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2040 vorsieht. Die Arealentwicklungen Untere Bahnhofstrasse 1-11, Integra-Areal, aber auch die noch unüberbauten Grundstücke Klinikareal Ost und Lenzenbüel werden als mögliche Wohnstandorte genannt. Vieles hänge aber von der privaten Wohnbautätigkeit ab. Erika Häusermann weist darauf hin, dass das Bevölkerungswachstum direkte Auswirkungen auf die Schule haben kann. Der Schlussbericht «Projekt Schule 2020» weise einen Mehrbedarf von 35 Klassen bis ins Jahr 2030 auf. Doch mit wie viel zusätzlichem Schulraum ist im Zusammenhang mit Wil West zu rechnen?

0,8 Prozent Wachstum

Laut stadträtlicher Antwort wurde das Projekt «Schule 2020» für den Planungshorizont bis zum Jahr 2030 eine Berechnung der Schülerzahlen gemacht. Die Berechnung der Schülerzahlen sei mit einer Bevölkerungsentwicklung von 0,8 und 1 Prozent vorgenommen worden. Für die Schulraumplanung sei dann das Szenario moderat mit 0,8 Prozent gewählt worden, was der Wachstumsprognose für die Stadt Wil gemäss Kanton St. Gallen entsprechen.

Planung wird laufend fortgeschrieben

Für die Entwicklung der Wiler Bevölkerung und damit der Schülerinnen und Schüler werde die Wohnbautätigkeit entscheidend sein. Diese sei im Projekt Schule 2020 berücksichtigt worden. Die Schülerprognosen, die von Basler & Hofmann ermittelt worden sind, würden in Zukunft regelmässig fortgeschrieben, um eine möglichst abgesicherte Planung der Schulbauten vornehmen zu können. Es sei vorgesehen, die Schulraumplanung den Erfordernissen entsprechend voranzutreiben; für einen Teil der Planung sei die künftige Oberstufenstruktur dringlich zu klären.

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