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Die Sonnen- und Schattenseiten des Hochprozentigen: Gedanken zum nationalen Brennertag

Am Samstag, 9. November, findet zum fünften Mal der nationale Brennertag «Die Schweiz brennt» statt. Auch eine Brennerei aus der Region, die Säntisblick Destillierie, ist dabei.
Tobias Söldi
Alkohol hat ebenso dunkle wie lichte Seiten.Bild: Nana do Carmo

Alkohol hat ebenso dunkle wie lichte Seiten.Bild: Nana do Carmo

«Welche Erfahrungen, die Sie unter Alkohol gemacht haben, möchten Sie keinesfalls missen?»

Diese Frage stellt der Schweizer Autor Max Frisch in einem erst kürzlich aufgetauchten Fragebogen, publiziert in der «NZZ am Sonntag». Frisch, einem und auch mehreren Gläschen nicht abgeneigt, wusste nicht nur um die kulinarischen Vorzüge von edlem Hochprozentigen. Alkohol ist ein soziales Schmiermittel, er verschiebt Grenzen, die man hierzulande schnell einmal als allzu starr empfindet.

Bier, Wein, Spirituosen – Alkohol hat sich in fast allen Gesellschaften zum akzeptierten Rauschmittel gemausert. Ein Rausch am Abend zuvor ist nichts, das man im Büro verschweigen muss – vorausgesetzt natürlich, man erfüllt noch immer seine Pflicht. Der Rausch, das temporäre Entkommen aus den engen Wänden der Realität und des manchmal tristen Alltags, ist ein Bedürfnis, das tief im Menschsein verankert ist. Das wusste auch der britische Schriftsteller Aldous Huxley. In seinem Buch «Pforten der Wahrnehmung», erstmals veröffentlicht im Jahr 1954, schreibt er:

«Der Drang zur Flucht aus seinem Selbst und seiner Umwelt ist in fast jedem Menschen fast jederzeit vorhanden.»

Wenn das Schmiermittel zu gut schmiert

Aber der Alkohol hat auch seine dunklen Seiten. «Wie oft haben Sie schon mit Alkohol aufgehört?», fragt Max Frisch im selben Fragebogen. Und macht deutlich, dass Hochprozentiges dazu in der Lage ist, eine Macht über den Menschen auszuüben, die schnell unheimlich wird. Das Schmiermittel schmiert zu gut – und plötzlich flutscht man ganz weit nach unten.

Dem Typus des Geniessers beziehungsweise der Geniesserin wird das kaum passieren. Ihm oder ihr geht es nicht darum, sich ins Delirium zu befördern. Aber wenn sie etwas trinken, dann soll die Qualität stimmen. Und Genussmenschen sind es, die der nationale Brennertag «Die Schweiz brennt» ansprechen will, der am Samstag, 9. November, stattfindet. 45 Betriebe aus der ganzen Schweiz öffnen an diesem Tag ihre Türen und bringen Interessierten den «kulturellen und kulinarischen Reichtum der Schweizer Edelbrände näher», so die Organisatoren.

Den Horizont erweitern

Aus der Region mit dabei ist lediglich die Säntisblick Destillerie in Niederbüren von Bruno und Monika Eschmann. Sie öffnen ihre Türen von 10 bis 16 Uhr. Experte Arthur Nägele bietet an Ort einen Gin-Workshop und einen Whisky-Workshop an. Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@saentisblick.ch. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf je 20 Franken.

Wer mehr über das Brennerhandwerk erfahren will, muss seinen Horizont erweitern – im wörtlichen Sinne: zum Beispiel nach Strohwilen, wo die Macardo Destillerie GmbH ihre Türen öffnet; nach Bauma zur Distillerie Heimat oder nach Arbon ins Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum. Zum Wohl.

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