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Die Schuhe blieben sauber

Erstmals seit Jahren fand gestern die Stobete des Degersheimer Jodelchörli nicht im Föhrewäldli statt. Es gab dafür keine Schlammschlacht, weil man den Anlass in die Aula des Mehrzweckgebäudes verlegte.
Michael Hug
Doch fast wie im Föhrenwäldli: Die Männer vom Jodelchörli gaben sich nicht nur beim Singen Mühe, sondern auch beim Schmücken der Aula. (Bild: Michael Hug)

Doch fast wie im Föhrenwäldli: Die Männer vom Jodelchörli gaben sich nicht nur beim Singen Mühe, sondern auch beim Schmücken der Aula. (Bild: Michael Hug)

DEGERSHEIM. «Die Entscheidungssuche ist immer so eine Sache», sagen die Degersheimer Jodler. Bis Matthäi dem Letzten wird der Beschluss, ob die Stobete durchgeführt wird oder nicht, hinausgezögert. Denn für den traditionellen Anlass gab es bis anhin nur zwei Optionen: Entweder er findet statt oder nicht. 18 Jahre ist das gut gegangen, das heisst: 18 Jahre hat die Stobete stattgefunden. «Neun von zehn Mal gab es nicht viel zu entscheiden», sagte gestern Ueli Feiss, der Präsident des Degersheimer Jodelchörli, «es ist immer schönes Wetter gewesen.» Vor zwei Jahren war es das nicht. Die Wettervorhersage war damals dermassen schlecht, dass man den Anlass schon zwei Tage zuvor absagte.

Schwere Entscheidung

Absagen ist immer eine schwere Entscheidung, so Feiss: «Man muss das bestellte Brot, die Würste, die Steaks, den Helfenden und den Gastjodlern absagen. Ausserdem sind die Fans enttäuscht.» 2015 wagte man es trotz schlechter Prognosen und entschied sich für die Durchführung. Im Föhrewäldli regierte in der Folge der Schlamm, und nicht nur die Schuhe der Fans wurden schmutzig. «Heuer wäre es wieder so herausgekommen», sagte Johann Fitze, Sprecher und Witz-Koryphäe der Jodler, «aber wir hatten schon letztes Jahr die Nase voll davon, vor jedem Auftritt die Schuhe putzen zu müssen». In einer Sitzung habe man sich vor ein paar Wochen entschlossen, eine Alternative in der Hinterhand zu halten.

Ein präventiver Entscheid

Es war ein präventiver Entscheid – der schon bald umgesetzt werden musste. Diesmal sagte man dem Saienchörli aus Urnäsch nicht ab (vorher zweimal vorgekommen), bestätigte bei Metzger und Bäcker die Bestellungen, und die Jodlerfrauen buken Kuchen. Man drehte am frühen Sonntagmorgen die Wegweiser an der Hauptstrasse in Richtung Mehrzweckgebäude – und siehe da: Die Fans kamen trotzdem. So viele, dass es eng wurde in der Aula. Aber nicht minder gemütlich. Die Jodler sangen ihre Lieder – darunter auch das Zäuerli, dass sie am nächsten Samstag in Gossau zum besten geben werden – , die Gäste aus Urnäsch taten es ihnen gleich, und das Schwyzerörgeli-Duo Älplergmüet spielte Lüpfiges. Die Kuchen und Torten wurden restlos aufgegessen, und der Fussball war kein Thema.

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