Die Schattenseite der Lichtanlage: Wil plant eine neue Beleuchtung fürs Stadion Bergholz

Lichtemissionen sorgen rund ums Stadion Bergholz für Reklamationen. Jetzt bahnt sich eine Lösung an.

Gianni Amstutz
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Spielt der FC Wil, wird es nicht nur auf dem Platz hell, sondern auch in den umliegenden Häusern.

Spielt der FC Wil, wird es nicht nur auf dem Platz hell, sondern auch in den umliegenden Häusern.

Bild: Urs Bucher

Zu dunkel oder zu hell? Diese Frage stellt sich bei der Beleuchtung des Stadions Bergholz. Zu dunkel, das sagt die Swiss Football League. Für die Fernsehübertragungen bräuchte es 500 Lux. Ein Wert, der mit der aktuellen Anlage nicht auf dem ganzen Feld erreicht wird. Zu hell, das sagen die Anwohner. Sie stören sich an den Scheinwerfern, die ihnen bei Trainings oder Spielen auf dem Hauptfeld in die Stube leuchten.

Für das erste Problem gäbe es eine Lösung. Die Stadt wollte mit zusätzlichen Scheinwerfern unter dem Dach der Haupttribüne die nötigen 500 Lux erreichen. Dagegen wurde jedoch Einsprache erhoben. Das Verfahren ist noch immer nicht abgeschlossen. Der FC Wil konnte damit aber den Erhalt der Lizenz für die Challenge League gewährleisten.

Für das zweite Problem scheint die Stadt jetzt ebenfalls eine Massnahme gefunden zu haben. So soll im Bergholz demnächst eine neue Beleuchtungsanlage gebaut werden. Dies ist dem Budget 2020 zu entnehmen. Der Kredit für die Projektierung von 50'000 Franken wurde im Dezember vom Stadtparlament bewilligt.

Zwei Anlagen für einen Platz

Die neue Anlage soll die alte aber vorerst nicht vollständig ersetzen, ist von Renato Tamburlini, Leiter Hochbau der Stadt Wil, zu erfahren. Die bisherige kommt bei Meisterschaftsspielen weiterhin zum Einsatz, die neue würde für Trainings genutzt werden.

Wieso aber braucht es zwei Anlagen? Bereits die heutige Beleuchtung lasse sich auf drei verschiedene Stufen einstellen, wobei die höchste nur bei Spielen zum Einsatz komme, die anderen für Trainings, erklärt Renato Tamburlini. Das Problem sei jedoch die Höhe der Lichtermasten. Weil diese relativ hoch seien, verursachten sie auch auf den unteren beiden Stufen bereits Lichtemissionen in der Nachbarschaft. Ein zweites Problem ist, dass heute häufiger auf dem Hauptfeld trainiert werde als früher, sagt Tamburlini. Dies sei möglich, weil der Kunstrasen praktisch das ganze Jahr über bespielbar sei.

Das hat dazu geführt, dass bei der Stadt immer häufiger Reklamationen von Anwohnern eingingen. «Die Beleuchtungsanlage wird als störender empfunden, weil häufiger trainiert wird», sagt der Hochbauleiter. Nun soll die neue Anlage Abhilfe schaffen.

Projekt abhängig vom Bau der Gegentribüne

Indem die Beleuchtung weniger hoch montiert wird, soll das Licht im Stadion bleiben, so der Grundgedanke. Die genaue Ausgestaltung sei aber noch nicht gemacht worden, sagt Tamburlini. Dies auch deshalb, weil das Projekt in Abhängigkeit zur geplanten Überdachung der Gegentribüne stehe. Deren Geometrie habe einen Einfluss auf die Lichtemissionen. Für beide Projekte – Überdachung und Beleuchtungsanlage – wird der Stadtrat dem Parlament voraussichtlich in diesem Jahr Bericht und Antrag vorlegen. Die Legislative wird dann entscheiden, ob die Projekte umgesetzt werden.

Der Kredit für die neue Beleuchtungsanlage beläuft sich insgesamt auf 600'000 Franken. Ein stolzer Preis für eine Anlage, die nur für Trainings genutzt wird. Renato Tamburlini sagt: «Die neue Anlage soll so gebaut werden, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt für die Anforderungen von Meisterschaftsspielen nachgerüstet werden kann.» Damit wäre das Lichterproblem beim Bergholz fürs Erste gelöst.