Die SBB machen die Gleise fit

Seit gestern ist die Bahnstrecke zwischen Sirnach und Eschlikon eine Baustelle. Bis am 26. Mai ersetzen die SBB die Schienen und unterlegen sie mit Betonschwellen. Für die S-Bahn-Benutzer heisst dies: Zehn Wochen lang Bus statt Bahn. Am ersten Morgen kam es zu keinen Problemen.

Simon Dudle
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Dieses Gleis hat seinen Zenit überschritten und wird nun demontiert. Die Züge werden künftig auf Betonschwellen durch den Hinterthurgau fahren. (Bild: Simon Dudle)

Dieses Gleis hat seinen Zenit überschritten und wird nun demontiert. Die Züge werden künftig auf Betonschwellen durch den Hinterthurgau fahren. (Bild: Simon Dudle)

ESCHLIKON. Allzu viele Kilometer Gleis führen nicht durch den Hinterthurgau. Trotzdem ist der südlichste Teil des Kantons innerhalb von zwei Jahren bereits zum zweiten Mal von Unterhaltsarbeiten der SBB tangiert. War ab März 2012 die Strecke von Wil nach Weinfelden während eines halben Jahres ganz geschlossen, so ist nun der Abschnitt zwischen Wil und Eschlikon während zehn Wochen nur eingleisig befahrbar. «Die ganze Strecke zwischen den Bahnhöfen Sirnach und Eschlikon wird für die steigenden Belastungen durch die neuen Fernverkehr-Doppelstockzüge fit gemacht», sagt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. Das bestehende Stahlschwellen-Gleis wird entfernt und durch neue Schienen ersetzt. Diese kommen auf Betonschwellen zu liegen. Zudem werden Sanierungen des Unterbaus sowie Entwässerungsarbeiten durchgeführt.

Unterschiedlich lärmintensiv

Die Kosten belaufen sich auf 16,55 Millionen Franken. Tönt nach viel, ist aber um etwa drei Millionen Franken weniger, als wenn nur in der Nacht gearbeitet würde. Die Arbeiten finden untertags und auch bei Nacht statt. Rund 25 Personen sind auf der Baustelle im Einsatz.

Wie immer in einem solchen Fall stellen sich die Anwohner die Frage, wie lärmintensiv die Arbeiten verlaufen werden. «Das ist unterschiedlich. In den ersten beiden Wochen werden die Arbeiten eher lärmintensiv sein. Danach wird es vier Wochen ruhiger zu und her gehen, dann nochmals zwei Wochen intensiv und dann zum Abschluss wieder ruhiger», sagt Schärli. Neben den Warnanlagen wird die Abladung von Material hörbar sein. Lärmende Maschinen kommen laut dem Mediensprecher wenig zum Einsatz.

Fahrt dauert doppelt so lange

Da bis Ende Mai nur noch ein Gleis zur Verfügung steht, können nicht mehr alle Züge fahren. Für die S35, die als Regionalzug zwischen Wil und Winterthur verkehrt, hat es untertags keinen Platz. Diese verkehrt bis am 26. Mai zwischen 5.30 Uhr und 22 Uhr nur noch auf der Strecke Winterthur–Eschlikon. Im Hinterthurgau steht ein Gelenkbus von «Wil Mobil» bereit. Bahnersatz nennt sich dieser im Jargon, umgangssprachlich könnte man ihn auch Baustellen-Bus nennen. Einerseits, weil er wegen der Baustelle zwischen Sirnach und Eschlikon überhaupt zum Einsatz kommt, andererseits muss er in Wil eine Strassenbaustelle durchqueren. Da der Bus für die Fahrt mehr als doppelt so lang braucht als der Zug – nämlich 15 Minuten –, musste ein Übergangsfahrplan erstellt werden (siehe Kasten). Während die Reisenden in Winterthur nichts von den Bauarbeiten spüren, sieht man in Wil den Intercity oder den Neigezug Richtung St. Gallen, den man sonst jeweils erreicht, vom Bus aus vor der Nase entschwinden.

Der Auftakt ist gestern morgen geglückt. Der Fahrplan wurde eingehalten und die Kapazität in den Bussen reichte aus. Zur Stosszeit fuhren zwei Busse unmittelbar hintereinander. Hans Koller, Leiter Markt bei «Wil Mobil», sagt: «Das erste Fazit fällt positiv aus und wir hatten nur wenige Reaktionen.»

Bitte alles aussteigen: In Eschlikon fährt der Zug bis am 26. Mai nicht weiter und es muss auf einen Bus umgestiegen werden.

Bitte alles aussteigen: In Eschlikon fährt der Zug bis am 26. Mai nicht weiter und es muss auf einen Bus umgestiegen werden.