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Die Reithalle verschieben?

Der Stadtrat hat ein Projekthandbuch für die Umgestaltung der Oberen Weierwise in einen Stadtpark verabschiedet. Ein konkretes Projekt liegt noch nicht vor, die Gedankenspiele sind aber vielfältig. Früheste Realisierung ist 2020.
Philipp Haag
Eine Option ist, die Reithalle in die Mitte des Grundstücks zu verlegen, damit sie als Zentrumsgebäude für den Familienpark dienen könnte. (Bild: Philipp Haag)

Eine Option ist, die Reithalle in die Mitte des Grundstücks zu verlegen, damit sie als Zentrumsgebäude für den Familienpark dienen könnte. (Bild: Philipp Haag)

WIL. Eines ist klar: Den historischen Zustand auf der Oberen Weierwise wieder herstellen, ist vom Tisch. Ein «Neualtwilweier» – ein grosser See auf der gesamten Fläche – ist nicht umsetzbar. Dies verdeutlichte der Wiler Stadtplaner René Haefeli an der Jahresversammlung der IG Weierwisen vom Mittwochabend. Die IG Weierwisen möchte das Gebiet zwischen dem Quartier Neualtwil und der Konstanzerstrasse zu einem Naherholungsgebiet entwickeln. Dafür reichte Stadtparlamentarier Sebastian Koller (Grüne Prowil, Präsident der IG Weierwisen) eine vom Parlament im Jahr 2014 als erheblich erklärte Motion ein, in der er den Stadtrat beauftragt, ein Projekt auszuarbeiten.

Zwei Vorschläge stehen zur Debatte: der «Neualtwilerweier» und ein Stadtpark. Das Gewässer kommt nicht in Frage, weil die Obere Weierwise bei starkem Niederschlag als Retentionsbecken dient wie beim Unwetter im Juni 2015, als das Wasser auf etwa einen Meter anstieg. Würde ein Grossweier angelegt, bestünde die Gefahr, dass dieser bei Hochwasser überläuft. Vom Weier aus darf aber kein Wasser in die Stadt fliessen. Dies ist gemäss Haefeli Bestandteil des von der Stadtregierung vor kurzem verabschiedeten Hochwasserschutzkonzepts.

Nutzen für Bevölkerung

Aus diesem Grund steht ein Familienpark im Fokus. «Bei einer Parkanlage ist ausserdem der Nutzen für die Bevölkerung grösser», sagte Haefeli. Ein Projekt besteht noch nicht. Ideen für eine Ausgestaltung mit Weihern, Spazierwegen und Naturobjekten sind aber bereits vorhanden. Auch Gedankenspiele werden vorgenommen. So stellt sich für Haefeli die Frage, ob es nicht Sinn macht, die Reithalle vom Rand des Geländes in die Mitte zu verlegen, angrenzend an die Reitwiese. «Viele Parks haben ein zentrales Gebäude.» Die Reithalle könnte nicht nur für den Reitsport genutzt werden, sondern auch anderweitig. Auch das Entfernen der Parkfelder auf der über den Damm führenden Hofbergstrasse steht zur Debatte. Das Sperren der Fahrbahn für den Verkehr (abgesehen vom öV) ist ebenfalls eine Option.

Durchstich ist schwierig

Was hingegen schwierig zu realisieren ist, ist gemäss Haefeli ein Tunnel durch den Damm, um die Obere und Untere Weierwise ebenerdig zu verbinden, was vor allem für ältere Leute und Velofahrer praktisch wäre. Der Hochwasserschutz steht dem Ansinnen im Weg. Technisch wäre eine Schutzvorrichtung bei einem Durchstich wahrscheinlich möglich. Die hohen Kosten könnten aber ein Problem sein. Diese gehen nur schon für das Grundprojekt in die Millionen Franken, wie Haefeli vermutet. Auch die Kosten bis zum Wettbewerb für das Nutzungs-/Gestaltungskonzept sind beträchtlich. Der Stadtplaner geht von 300 000 Franken aus, unter anderem für beratende und den Vorbereitungsprozess begleitende Fachbüros.

Die ersten Schritte auf dem Weg zur Umsetzung sind mittlerweile gemacht. Haefeli hat ein Projekthandbuch erstellt, das der Stadtrat im April genehmigt hat.

Dieses sieht den Einbezug aller Einwohnerinnen und Einwohner von Wil aus, «und nicht nur der Anstösser». So sollen Foren durchgeführt werden, bei denen sich die Bevölkerung zum Nutzungs-/Gestaltungskonzept äussern kann. Wann dieses vorliegt, kann Haefeli noch nicht sagen. Sicher ist, ein Realisierungsbeginn im Jahr 2018, wie von der IG Weierwisen gewünscht, ist nicht möglich. Haefeli rechnet mit dem Jahr 2020. Eines ist für Haefeli aber heute schon sicher: «Es wird ein aussergewöhnliches Projekt – ein Stadtpark mit regionaler Ausstrahlung.»

René Haefeli Wiler Stadtplaner (Bild: ph)

René Haefeli Wiler Stadtplaner (Bild: ph)

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