«Die Regeln werden eingehalten»

MÜNCHWILEN. Seit Montag haben sich Roma in Münchwilen niedergelassen und wollen zwei Wochen im Hinterthurgauer Bezirkshauptort bleiben. In der Zwischenzeit haben sie zwei WC-Häuschen, eine grosse Mülltonne und Wasser organisiert. Trotzdem gibt es im Dorf Reaktionen.

Simon Dudle
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Die Fahrenden dürften wohl noch rund eineinhalb Wochen in Münchwilen bleiben. (Bild: Hans Suter)

Die Fahrenden dürften wohl noch rund eineinhalb Wochen in Münchwilen bleiben. (Bild: Hans Suter)

Wie viele Personen es genau sind, weiss selbst Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter nicht. «Zwischen 35 und 50», schätzt er und spricht von einem Netzwerk, in dem sich die Personen organisiert haben. Die Autonummern deuten darauf hin, dass sie aus dem süddeutschen Raum und der Region Strassburg kommen.

Nach einem Kontrollgang am gestrigen Nachmittag sagte das Gemeindeoberhaupt gegenüber dieser Zeitung: «Bis jetzt hat alles geklappt, der Geruch ist normal und sie halten nun die Platzordnung ein.» Dies war am Montag nach der Ankunft noch anders gewesen, als die Fahrenden mehr Platz gebraucht hatten, als ihnen zustand.

Im Dorf unterwegs

Die Gruppe, die sich in der Nähe des «Bodenloose Weiers» auf Gemeindeland niedergelassen hat, hat sich genau so eine grosse Mülltonne organisiert wie zwei WC-Häuschen, um sich der Gender-Diskussion zu entledigen. Auch fliessendes Wasser haben sie bezogen – und bar bezahlen müssen. «Die Ordnung ist nicht anders als sonst», sagt Grütter und spielt damit darauf an, dass in unmittelbarer Nähe zum Parkbad an der Murg auch sonst das eine oder andere liegen bleibt.

Trotzdem lösen die Gäste diverse Reaktionen im Dorf aus, was einer typischen, urschweizerischen Grundhaltung gleichkommt, wie Grütter findet. Denn einige der Fahrenden machen sich in Münchwilen bemerkbar und fragen nach Arbeit oder hausieren, was nicht allen gefällt. «Dass gewisse Ängste vorhanden sind und man nachts nicht mehr alleine in jener Region spazieren will, kann ich verstehen», sagt Grütter. Er empfiehlt, dass man sich auf der Gemeinde melden soll, wenn man Unregelmässigkeiten feststellt. Seitens der Gemeindebehörde ist man bemüht um einen geregelten Ablauf – und vor allem darum, dass Abmachungen eingehalten werden. Einerseits möchte man den Gästen mit dem zu erwartenden Respekt begegnen, andererseits keine Ängste im Dorf aufkommen lassen. Auch der örtliche Polizeiposten ist informiert worden.

Gregor Kretz, Leiter des Amtes für Bau und Umwelt, ist dieser Tage wiederholt bei den Fahrenden zugegen und selbst der Gemeindepräsident zeigt sich dort regelmässig. Die Kommunikation zwischen Gemeinde und den Fahrenden erfolgt über Clanchef Toni Colicon. «Wir packen diese Leute bei der Ehre», sagt Grütter.

Weiter nach Berlin

Geplant ist, dass die Gruppe aus dem Elsass zwei Wochen in Münchwilen verbleibt und dann Richtung Berlin weiterzieht. Das wäre genau jene Zeitspanne, welche erlaubt ist, ohne eine Bewilligung zu brauchen.