Die Produktion blüht wieder auf

Gut zwei Jahre nach dem verheerenden Grossbrand bei der Gärtnerei Rutishauser in Züberwangen werden erste Pflanzen aus den neuen Gewächshäusern verkauft. Bis der Wiederaufbau abgeschlossen ist, dauert es aber noch.

Simon Dudle
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Im Obergeschoss der neu erbauten Gewächshäuser der Gärtnerei Rutishauser holt Zierpflanzengärtnerin Bianca Niggli mittels Tablet die Blumen zu Kontrollzwecken zu sich. (Bild: Simon Dudle)

Im Obergeschoss der neu erbauten Gewächshäuser der Gärtnerei Rutishauser holt Zierpflanzengärtnerin Bianca Niggli mittels Tablet die Blumen zu Kontrollzwecken zu sich. (Bild: Simon Dudle)

ZÜBERWANGEN. «Wir haben bewusst darauf geachtet, dass es wieder blüht», sagt Hans Looser, Gesamtleiter Neubau der Gärtnerei Rutishauser in Züberwangen. Nichts mehr soll an den Abend des 6. September 2013 erinnern, als sich für das Unternehmen Einschneidendes ereignete. Zwei Jugendliche spielten auf dem Gelände mit dem Feuer und verursachten einen Grossbrand. Bei diesem gab es zwar keine verletzten Personen, aber einen Sachschaden in Millionenhöhe.

Keine Kündigungen

Seit November 2014 wurden die ersten beiden Hallen wieder aufgebaut. Obwohl es laut Looser noch zu früh ist, um zu frohlocken, so darf das Unternehmen doch verkünden, dass wieder vermehrt Blumen aus der Eigenproduktion Züberwangen geliefert werden können. Nach dem Brand war diese stark eingeschränkt gewesen, so dass auch Gärtner aus der Schweiz und der EU aushelfen mussten. «Unsere Kunden mussten teilweise auf regionale Produkte verzichten. Im ersten Jahr war die Sympathie unserem Unternehmen gegenüber riesig, danach spielte der Markt», sagt Looser. Trotz Unterstützung von Schweizer Gärtnerkollegen ging Umsatz verloren. «Umsatz und Ertrag waren kleiner, dafür war die Produktion aufwendiger, da nicht rationell gearbeitet werden konnte», sagt Looser. «Die Aufhebung des Mindest-Euro-Kurses war das Tüpfelchen aufs i.»

Trotzdem mussten keine Kündigungen ausgesprochen werden – und es kündigte niemand. Seit September kehrt der Alltag zurück und die erste Bauetappe wird dieser Tage fertiggestellt. In zwei Gewächshäusern wird auf zwei Etagen bereits gearbeitet.

Noch zwei weitere Etappen

Der Brand wurde als Möglichkeit genutzt, die Anlage technisch auf den neuesten Stand zu bringen. So kommen die Pflanzen neuerdings zu den Mitarbeitern und nicht mehr umgekehrt. Das Dach besteht aus einem speziell lichtdurchlässigen Sicherheitsglas statt aus Kunststoff. Die Abläufe können mittels Tablet gesteuert werden.

In der zweiten Bauetappe werden so genannte Kulturräume gebaut, in denen die Pflanzen gedeihen. Zu guter Letzt geht es dann in der dritten Etappe darum, Altes mit Neuem zu verbinden. Im Frühjahr 2017 soll der Wiederaufbau, der einen zweistelligen Millionenbetrag kostet, abgeschlossen sein.

Ein Feuer zerstörte 2013 den grössten Teil der Gewächshäuser. (Archivbild: Hans Suter)

Ein Feuer zerstörte 2013 den grössten Teil der Gewächshäuser. (Archivbild: Hans Suter)