Die Probleme bleiben

Kommentar

Olaf Kühne
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74 Prozent der Münchwiler Stimmbürger lehnen eine Umgestaltung ihrer Ortsdurchfahrt ab, 62 Prozent sagen Nein zur Sanierung der Einmündung der Eschlikonerstrasse. Selbst die einhellige Zustimmung zu den beiden Projekten durch Gemeinderat, Schulbehörde und sämtliche Ortsparteien von Grüne bis SVP vermochte am Verdikt nichts zu ändern.

Damit ist die erste Tempo-30-Zone auf einer Thurgauer Kantonsstrasse vom Tisch, ebenso eine Lichtsignalanlage auf der heiklen Einmündung der Eschlikoner- in die Frauenfelderstrasse, welche just auf der Strecke der Frauenfeld-Wil-Bahn liegt.

Nicht vom Tisch sind indes die Verkehrsprobleme im Hinterthurgauer Bezirkshauptort. Zwar hat Münchwilen auch nicht mehr Feierabendverkehr als andere vergleichbare Dörfer. Indes kommt hier die Bahnlinie erschwerend dazu. Die Frauenfeld-Wil-Bahn wurde in einer Zeit gebaut, also noch Ross und Wagen auf unbefestigten Strassen verkehrten. Doch heute muten Barrieren, die sich jede Viertelstunde mitten in einem Strassenkreisel schliessen, grotesk an.

Entsteht dereinst zwischen Wil und Münchwilen das Gewerbegebiet Wil West mit 2000 Arbeitsplätzen, braucht es keine hellseherischen Fähig­keiten, um weiteres Verkehrsaufkommen zu prophezeien. Mit den beiden gestrigen Nein wurden also keine Probleme gelöst, neue geschaffen indes auch nicht – zumindest nicht für den Moment.

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch