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Die Präsidentin des Geschäftszentrums Uzwil sagt: «Uzwil ist nicht tot – der Ort lebt»

Das Zentrum Uzwils steht nicht selten in der Kritik. Ist das Lädelisterben aufzuhalten, und wie steht es um die Aufwertung des Dorfs? Ein Gespräch mit Jrène Chiavi, Präsidentin des Geschäftszentrums Uzwil (GZU).
Philipp Stutz
Jrène Chiavi: «Detailhändler müssen sich auf ihre Stärken besinnen.» (Bild: PD)

Jrène Chiavi: «Detailhändler müssen sich auf ihre Stärken besinnen.» (Bild: PD)

Uzwil – ein totes Dorf, ein anonymer Industrieort? Jrène Chiavi widerspricht solch oft gehörten Aussagen vehement. «Uzwil lebt, und dies allen Unkenrufen zum Trotz.» Chiavi ist seit kurzem Präsidentin des Geschäftszen-trums Uzwil (GZU), das die Interessen seiner Mitglieder wahrnimmt. Dabei handelt es sich um Fachgeschäfte und Detaillisten.

Starke Konkurrenz durch Onlinehandel

«Das Lädelisterben ist nicht alleine ein Uzwiler Problem», betont Jrène Chiavi. Tatsächlich haben sich in der Ostschweiz die leer stehenden Verkaufsflächen innert der letzten drei Jahre verdoppelt. Die Märkte sind gesättigt, die Konkurrenz durch den Onlinehandel nimmt zu. Die Umsätze schrumpfen, und die Kosten bleiben hoch. Die fallenden Margen zwingen viele Händler zur Aufgabe.

Dieses Problem manifestiert sich selbst in Städten wie St. Gallen. Linke Gruppierungen im St. Galler Stadtparlament haben aus diesen Grund eine Motion eingereicht, die verlangt, dass die Stadt eine Lenkungsabgabe auf leere Ladenlokale in der Innenstadt einführt. Damit sollen Hauseigentümer belastet werden, wenn sie Ladenflächen lieber leer stehen lassen, als die Miete zu senken. «Derart mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen, ist in Uzwil undenkbar», zieht Chiavi einen Vergleich und weist darauf hin, dass das GZU keinerlei politische Ziele verfolge.

Sich auf die eigenen Stärken besinnen

Selbstverständlich stelle der boomende Onlinehandel Uzwils Detaillisten vor Probleme. «Doch wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen», sagt Chiavi. Und das heisse, Produkte und Top-Dienstleistungen anzubieten, die online nicht konsumiert werden können. Sie erwähnt als Beispiel PC-Shops, Coiffeurgeschäfte und die auch in Uzwil stark gefragten Fitnessstudios. Dazu sich selbst. Jrène Chiavi und ihr Partner Marcel Pfister führen an der Bahnhofstrasse seit zehn Jahren die Bilderwerk Gmbh. Das Fotostudio ist sowohl im Geschäfts- als auch im Privatbereich tätig. Und das mit Erfolg. «Gerade zu Beginn der Ferien kommen Kunden zuhauf zu uns, die beispielsweise ihre abgelaufene Identitätskarte mit einem neuen Porträtbild versehen wollen.»

«Das Geschäftszentrum ist ein aktiver Verein und versteht sich als Teil von Uzwil», betont Jrène Chiavi. «Es gehört zu meinem Umfeld, zu meinem Daheim.» Mit Freude wirkt sie seit einigen Jahren im motivierten Vorstand mit und hat nun das Präsidium wegen des Rücktritts von Martin Keller übernommen. «Wir bilden ein aktives Team und möchten einiges initiieren.» Dazu gehört der Herbstmarkt, Jahr für Jahr ein Publikumsmagnet. «Wir bleiben nicht stehen und werden auch dieses Jahr mit Neuerungen aufwarten.» Die OK-Mitglieder arbeiten unentgeltlich und leisten viel Einsatz, um diesen Grossanlass jeweils auf die Beine zu stellen. «Gleiches betrifft den Weihnachtsmarkt, der uns auch am Herzen liegt», fügt Jrène Chiavi hinzu. Ebenso die GZU-Weihnachtsbeleuchtung, eine weitere «Herzensangelegenheit». Hinzu kommt der «Uzebatzen», ein Geschenkgutschein in Form einer Münze. Eine Aktion, die gut angelaufen sei.

In Nostalgie schwelgen hilft nicht weiter

«Die Zeit der Tante-Emma-Läden ist in urban geprägten Orten endgültig vorbei», ist Jrène Chiavi überzeugt. In Nostalgie schwelgen helfe nicht weiter, sagt die Präsidentin. Hoffnungen setzt sie in die Aufwertung des Zen-trums. Dies habe mit der Neugestaltung des Linden-Kreisels begonnen und die Fortsetzung im Neubau des Gemeindehauses gefunden. Sollte die Migros ihren Sitz ins Benninger-Areal verlegen, böte dies Möglichkeiten zu Begegnungen und zusätzlichen Aktivitäten. «In Uzwil wird einiges bewirkt», ist Jrène Chiavi überzeugt. Sie ist Optimistin durch und durch und verweist auf die erfolgreiche Aktion «Uzwil bewegt» und die Regionale Industrie- und Gewerbeausstellung (Riga). «Allerdings müssen wir Veränderungen offen entgegen treten.» Es gelte die Kommunikation zu fördern und Kunden durch Freundlichkeit und Persönlichkeit zu überzeugen.

Aufwertung des Zentrums ist ein Dauerthema

Die Aufwertung des Zentrums ist ein bekanntes Thema. Nur sehr langsam sind kleine Fortschritte erkennbar. Laut der Präsidentin muss diese Entwicklung Schritt für Schritt vorangehen. Bezüglich Branchenmix klafften Wunsch und Realität manchmal auseinander, gesteht sie. «Doch Uzwil verfügt über einiges, wie über ein Reisebüro, ein Kino, Kleidergeschäfte und Filialen der Grossverteiler und vieles mehr.»

Es sei in Uzwil möglich, alle Einkäufe an Ort zu erledigen. Das A und O für alle Dienstleister bestehe darin, Topqualität anzubieten und Kunden freundlich und kompetent zu beraten. «Wir bieten Dienstleistungen an, und der Mensch steht dabei im Vordergrund.» Das GZU sei bemüht, sich Neuerungen anzupassen. Dazu ist ein neues Logo in der Entstehung. All diese Aktivitäten und Bemühungen fasst Jrène Chiavi wie folgt zusammen: «Uzwil ist nicht tot – im Gegenteil. Der Ort lebt.»

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