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Die Piraten wollen Regiostädte

Im Wahlkreis Wil wollen am 11. März erstmals drei Piraten den Einzug in den Kantonsrat realisieren. Wenige Tage vor der Wahl lassen sie aufhorchen und streben eine Fusion mehrerer Gemeinden an, womit zwei Regiostädte entstünden.
Simon Dudle

REGION. In zwei Wahlkreisen im Kanton St. Gallen ist die Piratenpartei aktiv. In Wil und Umgebung strebt sie genau so einen Sitz im Kantonsrat an wie in St. Gallen. «Wenn wir den Einzug schaffen, dann wäre das ein grosser Erfolg. Auf dem Papier scheint es unrealistisch, aber wir haben Chancen», sagt Betriebswirtschafter Jürg Grau aus Züberwangen. Er ist neben Ronny Spitzli aus Jonschwil und Patrik Hafner aus Degersheim einer von nur drei Kandidaten auf der Liste der Piraten. Weitere kamen als reine Listenfüller nicht in Frage, da es aus ihrer Sicht nichts gebracht hätte. Ebenso wenig stand eine Listenverbindung mit einer anderen Partei zur Diskussion. «Wir wollen keine Nähe suggerieren und stehen weder links noch rechts», sagt Grau.

«Zeit der grossen Würfe kommt»

Die Inhalte, mit denen die Partei punkten will, haben es in sich. So strebt sie mittelfristig diverse Gemeindefusionen – wie zum Beispiel jene von Uzwil und Oberuzwil – an. «Die grossen Parteien beider Gemeinden müssten das Heft gemeinsam in die Hand nehmen», sagt Grau. Er geht aber noch einen Schritt weiter und könnte sich auch eine Fusion von Uzwil, Oberuzwil, Oberbüren und Niederhelfenschwil vorstellen, womit eine Regiostadt – nach Glarner Vorbild – entstehen würde. Nicht minder umfangreich sind die Fusionsvisionen für die Region der Wiler Äbtestadt. Den Piraten schwebt vor, dass neben Bronschhofen auch Jonschwil und Zuzwil sowie die Hinterthurgauer Gemeinden Münchwilen, Sirnach, Rickenbach und Wilen zu dieser Regiostadt gehörten. Grau relativiert die eigenen Ideen aber sogleich und fügt an, dass «derzeit der Leidensdruck in den Gemeinden fehlt. Die grossen Würfe in der öffentlichen Verwaltung werden aber kommen. Nicht heute, nicht in diesem Jahrzehnt, aber vielleicht im nächsten.»

Mehr Lampen statt Kameras

Die Piraten legen ihren Programmschwerpunkt primär auf die Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters. «Unsere internetrelevanten Gesetze sind alle 30jährig und älter. In der Zwischenzeit hat sich bezüglich Datenschutz und Privatsphäre viel gewandelt. Wir setzen uns für ein modernes Gesellschaftsmodell ein, für einen Bürger ein, der sich nicht dauernd überwacht fühlt, frei kommunizieren kann und gut gebildet ist und Eigenverantwortung übernehmen kann», sagt Grau.

Bezüglich der geplanten Videoüberwachung rund um den Wiler Bahnhof sagt der Züberwangener: «Kameras suggerieren eine Scheinsicherheit und haben scheinpräventiven Charakter. Wir schlagen eine verbesserte Beleuchtung der neuralgischen Standorte sowie eine Plazierung des Polizeiposten direkt beim Wiler Bahnhof vor.»

Ein Pirat im Wiler Stadtrat?

Die Kantonsratswahlen sieht Grau als einen ersten Schritt, um die Ziele der Partei bekanntzumachen. Von den finanziellen Möglichkeiten können die Piraten nicht mit den grossen Parteien mithalten. «Wir investieren 5000 bis 6000 Franken in den Wahlkampf. Ich kenne die Zahlen der anderen Parteien zwar nicht genau, es ist aber offensichtlich, dass sie ein Mehrfaches ausgaben.» Im Wahlkampf hat die Partei in St. Gallen Standaktionen durchgeführt und ist im Internet auf Stimmenfang gegangen. «Es gab viele Reaktionen und auch Vorurteile. Uns ist wichtig, dass sich die Bürger selber informieren», sagt Grau. Von den etablierten Parteien würden sie teilweise belächelt, seien aber eine grosse Unbekannte. Mit dem Wahlsonntag am 11. März sind die Anstrengungen der Partei keineswegs abgeschlossen. Laut Grau wollen sie künftig regelmässig antreten, so auch bei den Wahlen um das Wiler Stadtparlament im Herbst.

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