«Die Pferde sind unsere Freunde»

Am 1. Oktober 2009 übernahm Mathias Schibli zusammen mit Kollege Bruno Fuchs den Reit- und Ausbildungsstall «Ryterland» von seinem Vater Hans Schibli. Sie machten sich mit der Übernahme ihr gemeinsames Hobby zum Beruf.

Vivien Steiger
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Mathias Schibli und Bruno Fuchs (v. l.) geniessen die tägliche Arbeit mit den Pferden an der frischen Luft. (Bild: vs.)

Mathias Schibli und Bruno Fuchs (v. l.) geniessen die tägliche Arbeit mit den Pferden an der frischen Luft. (Bild: vs.)

HENAU. Hans Schibli kaufte das «Ryterland» vor über 25 Jahren als Bauernhof. Seit 1984 hat sich aus dem ehemaligen bäuerlichen Gewerbe Gillhof bei Henau ein Reitstall entwickelt und in der Ostschweiz etabliert. Das «Ryterland» ist einerseits ein Sportstall, der sich der Ausbildung junger Pferde widmet. Andererseits ist es ein Freizeitstall mit einem schönen Ausrittgelände entlang der Thur. Vor rund zweieinhalb Jahren übergab Hans Schibli den Stall an seinen Sohn Mathias, der ihn seitdem zusammen mit Bruno Fuchs führt. Die Wiler Zeitung traf die beiden jungen Männer auf ihrem Pferdehof in Henau.

Hobby mit Beruf verbinden

«Bruno und ich kennen uns seit der Kindheit. Wir machten zusammen das Reiterbrevet und gingen gemeinsam an Springprüfungen», erzählt Mathias Schibli. «Unsere Freundschaft hat sich im Laufe der Zeit entwickelt.» Er habe den Stall nie alleine übernehmen und führen wollen. Dies wäre zu viel gewesen, da sie Landwirtschaft betreiben, Reitstunden geben und sich um die Handels- und Bereitpferde kümmern. «Für mich kam es nie in Frage, irgendjemanden als Partner für den Stall zu suchen. Ich wusste, dass dies ein Traum von Bruno war. Und so fragte ich ihn.» Bruno Fuchs fügt hinzu: «Ich war ab dem ersten Moment begeistert und davon überzeugt, dass es funktionieren wird.» Bis jetzt habe es sich als eine gute Entscheidung erwiesen. «Zu zweit hat man mehr Ideen, und es ergeben sich neue Wege.» Mit der Übernahme machte er sich sein Hobby zum Beruf. Damit sei ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Zu zweit könne man sich darauf verlassen, dass der Stall auch bei einer Abwesenheit zu hundert Prozent für beide Interessen geführt werde. «Das ist eine grosse Last, die wegfällt», sagt Schibli. Man müsse natürlich Kompromisse eingehen: «Es ist ein Geben und Nehmen.» Auf die Frage, was sie auf die berühmte Aussage «Reiten ist kein Sport» antworten würden, erwidert Schibli: «Wer dies sagt, ist selber noch nie geritten. Man merkt schnell, dass es schwer und anstrengend ist.»

Ausgeglichenheit und Ruhe

Es gäbe zwei Arten des Reitens, sagt Fuchs. Zum einen das Freizeitreiten und zum anderen das Training mit dem Pferd. «Man braucht Ausgeglichenheit und Ruhe für das Pferd. Das kann auch anstrengend sein.» Das Pferd zu motivieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass es ihm gut gehe, sei keine leichte Aufgabe für den Reiter. «Das Schöne am Sport ist, dass man zusammen mit einem Tier etwas erreichen kann», so Schibli. «Die Kameradschaft zum Pferd und den Pferdebesitzern, Spass und Freude gehört auch dazu», ergänzt Fuchs die Aussage seines Berufskollegen. «Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier ist sehr wichtig. Die Pferde sind unsere Freunde.» Die zwei Sportreiter geniessen die Abwechslung in ihrem Beruf: Sie seien täglich an der frischen Luft, könnten sich handwerklich betätigen und mit Tieren zusammenarbeiten.

Da die Anlage relativ alt sei, würde es immer kleinere Renovierungsarbeiten zu erledigen geben, sagen die beiden. Gründer Hans Schibli ist mit ihrer Arbeit zufrieden: «Die Übergabe war eine gute Lösung.