Die Ökologie fördern und koordinieren

Die Vernetzungskommission Uzwil-Oberuzwil lud am Samstag zu einer weiteren öffentlichen Veranstaltung. Dabei stand das Thema «Wiesenaufwertungen durch Blumeneinsaat» im Zentrum.

Christine Gregorin
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Rund 50 Anwesende folgen den Ausführungen des Referenten mit Interesse. (Bild: Christine Gregorin)

Rund 50 Anwesende folgen den Ausführungen des Referenten mit Interesse. (Bild: Christine Gregorin)

HENAU. «Artenreiche Heuwiesen sind ein Kulturgut», sagte Johannes Burri einleitend. Das ganze sei indes nie im Leben natürlich und würde in freier Natur so nicht vorkommen, ergänzte der Wildblumenspezialist aus Lenggenwil ferner schmunzelnd. Mit seiner forsch-humorvollen Art nahm er Teilnehmer, grossmehrheitlich Landwirte, der Veranstaltung «Wiesenaufwertungen durch Blumeneinsaat» der Vernetzungskommission Uzwil-Oberuzwil augenblicklich für sich ein. Überdies wusste er mit seinen enormen Fachkenntnissen zu beeindrucken.

Praktische Vorgehensweise

Um tatsächlich Ökoqualität zu erreichen, empfiehlt der Experte «UFA-Salvia-i-G» als optimale Aussaatmischung für die lokalen, landwirtschaftlich genutzten Fromentalwiesen, im Volksmund auch als Fettwiese bezeichnet: Eine neue Mischung, die speziell für die Aufwertung bestehender Heuwiesen entwickelt wurde. Sie passt sich unterschiedlichen Standortverhältnissen an und enthält 28 robuste und überall im Mittelland vorkommende Wiesenblumen sowie zehn einheimische Wildgräserarten. Alle Arten wurden neu aufeinander abgestimmt. Ihr Blumenanteil ist im Vergleich mit der Standardmischung «UFA-Salvia» notabene fünfmal höher. Besagte Mischung ist zur Aussaat in Streifen oder in Fenster an sonniger Lage, an frischem bis trockenem Standort, für leichte und durchlässige Böden geeignet. Die beste Saatzeit ist Mitte April bis Mitte Juni. Flächen bis 30 Aren sät man von Hand: Samen in zwei Arbeitsgängen, einmal längs und einmal quer aussäen. Grössere Flächen mit dem Sägerät. Saatgut nicht einarbeiten oder eindrillen, aber gut anwalzen.

Ein Korridor für die Zukunft

Am nächsten der insgesamt drei Posten erklärte Thomas Butz das Funktionieren des Vernetzungsprojekts Uzwil-Oberuzwil: Mit dem Ziel, einzelne Naturschutzgebiete und ökologische Ausgleichsflächen miteinander zu verbinden, soll die Artenvielfalt dank diverser Korridore erhalten und erweitert werden. Im Interesse einer grossflächigen, ökologischen Verknüpfung von Naturflächen nehmen Landwirte in verschiedenen Gebieten Einschränkungen in Kauf, werden dafür aber entschädigt. Anhand zweier Karten zeigte Thomas Butz sowohl den Ist- als auch den Sollzustand in den beiden beteiligten Gemeinden auf.

Infos: www.wildblumenburri.ch