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Bürgerversammlung Niederbüren: Erneut Knatsch um das Textilmuseum Sorntal

Im Budgetplan setzt die Gemeinde einen einmaligen Betrag von 100'000 Franken zur Unterstützung des Textilmuseums Sorntal fest. Trotz schliesslicher Annahme des Antrags waren die Niederbürer an der Bürgerversammlung vergangenen Mittwochabend geteilter Meinung.
Joëlle Ehrle
Nach einer emotionalen Debatte an der Bürgerversammlung, erhält das Textilmuseum Sorntal den stolzen Geldbetrag. (Bild: PD)

Nach einer emotionalen Debatte an der Bürgerversammlung, erhält das Textilmuseum Sorntal den stolzen Geldbetrag. (Bild: PD)

Im vergangenen Herbst wurde der Kauf des Textilmuseums von der Niederbürer Bevölkerung mit 338 Ja- zu 418 Neinstimmen abgelehnt. Nun plant die Gemeinde im vorgelegten Budgetplan einen einmaligen Betrag von 100'000 Franken an den Verein des Textilmuseum Sorntal zu übergeben. «Eine Frechheit», sagt Pius Wagner, einer der Sieger der Herbst-Abstimmung und Mitglied des Referendumskomitees. Er ist der Erste Bürger an diesem Abend, der die Diskussion sucht. Es soll der Beginn einer langen Debatte werden, bei welcher sich der abtretende Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein viel anhören muss.

Pius Wagner äussert sich «entsetzt», wie die Gemeinde die Bevölkerung erneut vor vollendete Tatsachen stelle. Er wirft dem Gemeinderat einen knauserigen Umgang mit den Dorfvereinen vor, dem Museum hingegen gebe er Zustupf. Wagner befürchtet zudem, dass es nicht bei diesem Betrag bleibt, werde sich doch die Gemeinde auch an zukünftigen Renovationen und Folgeprojekten des Museums beteiligen.

Kürzung auf 10'000 Franken

Aus diesem Grund verlangte Wagner eine Kürzung des Betrags um 90'000 Franken. Lediglich 10'000 Franken soll das Textilmuseum erhalten dürfen. «Wie damals beim Rock- und Popmuseum», argumentiert er.

Der Präsident des Vereins Textilmuseum Sorntal, Richard Hollenstein, entschärft die Rede von Wagner. Er respektiere diese Ansicht, weist jedoch darauf hin, dass das Geld für ein kulturelles Gut eingesetzt würde. So trage die Vorlage lediglich zum Erhalt des 150 Jahre alten Kulturguts auf Vereinsbasis bei. Der Beitrag würde nicht für den Betrieb eingesetzt werden. Er fügt an, dass die Betriebskosten durch Mitgliederbeiträge und Eintritte finanziert würden.

Auch Roland Grossenbacher, Leiter des Rock- und Popmuseums, das unweit vom Textilmuseum liegt, will dem Antrag der Gemeinde zustimmen.

«Das Dorf profitiert von diesem Museum ebenfalls.»

Er hoffe, dass das Kriegsbeil begraben werden könne und dass der Frieden ins Dorf kehre.

Weitere Votanten melden sich zu Wort, appellieren, man solle sachlich miteinander umgehen. So sagt eine besorgte Bürgerin: «Es ist wichtig, dass man es nicht persönlich nimmt, wenn jemand eine andere Meinung hat als man selbst.»

Gründer und Kurator des Textilmuseum Sorntal Niederbüren, Gottlob Lutz, an einer der ausgestellten Maschinen. (Bild: Andrea Häusler)

Gründer und Kurator des Textilmuseum Sorntal Niederbüren, Gottlob Lutz, an einer der ausgestellten Maschinen. (Bild: Andrea Häusler)

Dorf mit zwei Lagern

Bei der Abstimmung wurde dann klar, was zu vermuten war: Das Dorf hat sich in zwei Lager geteilt. Ein klares Mehr ist nicht zu erkennen. Die Stimmen werden ausgezählt: Während sich 129 Personen für den neuen Vorschlag aussprechen, stimmen 174 Bürger, und somit die Mehrheit, dem Antrag der Gemeinde zu.

Reibungslos gutgeheissen wird hingegen der Rechnungsabschluss mit einem Gewinn von fast 390000 Franken sowie das Budget, das mit einem Fehlbetrag von rund 162'000 Franken abschliesst. Angenommen wird auch der um 6 Prozentpunkte auf 129 Prozent gesenkte Steuerfuss.

Schule und Kirche

Schulpräsidentin Cornelia Rusch kommt an diesem Abend später zu Wort als erwartet. Dementsprechend kompakt bringt sie die ordentlichen Versammlungsgeschäfte der Primarschule über die Bühne. Die Rechnung mit einer Besserstellung um rund 150'000 Franken und das Budget mit einem Finanzbedarf von 3 Millionen Franken werden angenommen. Zudem wird der Beitritt zum Zweckverband Musikschule Thurland ohne weitere Diskussionen gutgeheissen.

Die anschliessende Kirchbürgerversammlung, die von Kirchenverwaltungsrats-Präsidenten Richard Hollenstein geführt wird, sorgt für keinerlei Diskussionen. Der gleichbleibende Steuerfuss von 25 Prozent, die Jahresrechnung sowie das Budget werden angenommen.

Der Präsident weist zudem auf die Gründung des Zweckverbandes Seelsorgeeinheit Oberbüren-Niederbüren- Niederwil hin. Dieser hat seine Tätigkeit am 1. Januar 2018 aufgenommen. Man wisse, dass sich die Zeiten änderten, wolle aber, dass die Botschaft der Kirche bleibe, sagt Hollenstein. So sei es ein Bestreben der Seelsorgeeinheit, dass möglichst viele Menschen in der Pfarrei eine Heimat finden.

Zum Schluss gibt es Abschiedsworte vom Präsidenten. Richard Hollenstein hat bereits vor diesem Abend seinen Rücktritt nach 16 Jahren Amtszeit bekannt gegeben. An den Gesamterneuerungswahlen der kirchlichen Behörden, die am 8. September stattfinden, wird er abgelöst. Ein potenzieller Nachfolger ist noch nicht in Sicht. (joe)

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