Die Museumsstiftung beschenken

Die Politische Gemeinde Kirchberg schenkt der Stiftung Toggenburger Schmiede- und Werkzeugmuseum Bazenheid ein Grundstück. Der Schenkungsbetrag beläuft sich auf rund 460 000 Franken. Die Gemeinde will damit einen Beitrag zum Erhalt des Museums beisteuern.

Sebastian Keller
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Ohne Geschenkpapier: Dieser ehemalige Schweinestall soll der Museumsstiftung geschenkt werden. (Bild: seb.)

Ohne Geschenkpapier: Dieser ehemalige Schweinestall soll der Museumsstiftung geschenkt werden. (Bild: seb.)

BAZENHEID. Dem Gemeinderat ist der Fortbestand des Toggenburger Schmiede- und Werkzeugmuseums in Bazenheid ein Anliegen: «Der Gemeinderat hat beschlossen, der Stiftung den bereits heute als Museumsgebäude ausgebauten ehemaligen Schweinestall zu schenken», schreibt derselbige im Jahresbericht. Den Vertrag mit der Stiftung hat der Gemeinderat bereits abgeschlossen; das letzte Wort hat die Bürgerschaft. An der Bürgerversammlung muss sie im Rahmen des Budgets darüber abstimmen. Der Schenkungsbetrag beläuft sich mit Gebühren und Kosten auf rund 460 000 Franken. Dieser Betrag taucht in der Investitionsrechnung 2013 auf, weil es – durch den entgangenen Gewinn – eine Ausgabe darstellt. Unter dem Strich belastet es den Gemeindehaushalt aber nicht. Denn: Das Grundstück weist einen Wert von null Franken in der Gemeindebuchhaltung auf. In der laufenden Rechnung 2013 erscheint der Betrag auf beiden Seiten: Bei den Einnahmen als Buchgewinn (exklusive Nebenkosten) und bei den Ausgaben als Direktabschreibung. Die Rechnung ist dadurch ausgeglichen. «Dieser Vorgang erscheint für Laien etwas kompliziert, ist aber buchhaltungstechnisch korrekt», schreibt der Gemeinderat zu diesem Vorgehen.

Für Standortsicherung wichtig

Das Grundstück mit einer Fläche von 858 m² wird schon seit Jahrzehnten – mit gemeinderätlicher Zustimmung – als Teil des Museums genutzt. «Mit der Schenkung können wir den Standort sichern», sagt Stiftungsratspräsident Emil Heuberger auf Anfrage. Deshalb will die Stiftung auch das Wohnhaus von Elfriede Meier kaufen. Der Kaufvertrag sei auf bestem Weg; so auch die Finanzierung. «Mit dem Wohnhaus bekommt das Museum ein Gesicht zur Strasse hin», sagt er. Ziel sei es, bis Mitte Jahr alles unter Dach und Fach zu bringen.

Heute schon viele Anfragen

Auch sonst gehe es mit dem Museum vorwärts, berichtet der Stiftungsratspräsident und alt Gemeindevizepräsident. «Wir haben gerade die Steuerbefreiung erhalten», sagt er. Auch beim Lotteriefonds des Kantons St. Gallen habe die Stiftung einen Antrag eingereicht. Das Museum ist bislang erst auf Anmeldung für Gruppen geöffnet. «Wir haben aber dennoch viele Anfragen von Unternehmen und Vereinen, obwohl wir noch gar keine Werbung machen», sagt Emil Heuberger. «Unser Plus ist es, dass die Firma Hasler aus Bütschwil bei Führungen live schmiedet», sagt Heuberger, «das wollen die Leute sehen». In den nächsten Wochen soll eine Webseite aufgeschaltet werden. Ziel sei auch, das Museum einmal im Monat für alle zu öffnen.

Schweizweit einzigartig

Das Museum beheimatet Werkzeuge und Maschinengruppen, die bald 100 Jahre alt sind. Es zeigt die Entwicklung der Bazenheider Schmiede über sechs Generationen. Es sind aber mehr als Werkzeuge des Schmiedes wie Amboss und Hammer ausgestellt. Eine Vielzahl von Werkzeugen anderer Berufe ist Teil des Sammelguts. Entstanden ist das «Handwerkspanorama». Das Museum gilt schweizweit als einzigartig. Nach dem Tod des Museumsgründers Rupert Meier Ende 2009 war die Zukunft ungewiss. Die Witwe suchte mit ihrem Sohn nach einer Lösung für den Erhalt des Lebenswerks von Rupert Meier, welche sie gemeinsam mit der Gemeinde Kirchberg und der kantonalen Denkmalpflege fanden.

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