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Die Milsom-Kinder in Violett

Haustausch – Teil 3: Seit über einem Monat lebt die Familie Milsom aus Wil nun auf den schottischen Orkney Inseln. Auch wenn mittlerweile der Alltag eingekehrt ist, gibt es immer wieder Besonderes zu entdecken.
Die Schuluniform ist freiwillig, wird aber von den meisten Schülern getragen. Auch von Nanouk und Maleah Milsom (3. und 4. von rechts, stehend) (Bild: pd)

Die Schuluniform ist freiwillig, wird aber von den meisten Schülern getragen. Auch von Nanouk und Maleah Milsom (3. und 4. von rechts, stehend) (Bild: pd)

WIL/ORKNEY. «Ihr seid auch die einzigen, die dieses Wetter toll findet!» So wurde Natalie Milsom letzte Woche begrüsst, als sie nach einem stürmischen Wochenende strahlend im Lehrerzimmer auftauchte. Die Milsoms feierten den Sturm mit einem Ausflug zum Strand, wo sie wie Skispringer in den Wind liegen konnten ohne zu stürzen. Noch immer geniessen sie das Wetter, während die Orcadians (so werden die Einwohner von Orkney, einer Inselgruppe nördlich von Schottland, genannt) lieber im Haus bleiben.

In Einerkolonne

Unter der Woche ist mittlerweile der Alltag eingekehrt. Während Vater Matthias zu Hause für eine Informatikfirma in Wil arbeitet, assistiert Mutter Natalie in einer Schule. Sie hat über das Programm Comenius von der ch-Stiftung einen Förderbeitrag erhalten, der es ihr ermöglicht, zwei Monate lang eine schottische Schule genauer kennenzulernen. Schon optisch ist ein Unterschied zu den Schulen in der Schweiz feststellbar: Obwohl die Schuluniform freiwillig ist, wird sie von den meisten Schülern getragen. In den Gängen wird oft gearbeitet, und trotzdem ist es immer ruhig, denn es darf nicht gerannt werden. Wenn die Klasse das Schulzimmer wechselt, geschieht dies immer in Einerkolonne mit der Lehrerin an der Spitze.

Essen in der Turnhalle

Nicht nur daran haben sich Nanouk und Maleah schon längstens gewöhnt, sondern auch an den Schulzmittag, den alle Kinder in der umgestellten Turnhalle einnehmen. Nanouks Augen beginnen zu leuchten, wenn er an den Schulzmittag denkt: «Ein Lieblingsessen habe ich noch nicht, das Menu ist sehr abwechslungsreich und wiederholt sich nur alle sechs Wochen, aber bis jetzt habe ich alles sehr fein gefunden», sagt er. Am meisten geniessen die zwei Kinder aber den späten Schulstart. Da die Mittagspause sehr kurz ist, beginnt der Unterricht morgens erst nach neun Uhr. Verschiedene Schulbusse sammeln alle Kinder der Umgebung ein. Wenn die Kinder eintreffen, gehen sie ihr Mittagessen bestellen. Anschliessend stellen sie sich vor dem Schulhaus in die Reihe ihrer Klasse, um von der Lehrperson abgeholt zu werden.

Neben der Schule und der Arbeit bleibt den Milsoms noch viel Zeit für spannende Ausflüge. Letztes Wochenende fuhren die vier nach South Ronaldsay. Das ist die südlichste der etwa 70 Orkney Inseln. Um dorthin zu gelangen, mussten sie über vier Churchill Barriers fahren (siehe Box) und besuchten dabei auch die Italian Chapel, die von italienischen Strafgefangenen im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Auch wenn die Milsoms schon ein paar Mal in der Kapelle drin waren, sind sie jedes Mal verblüfft über die Schönheit der Kapelle. Diese wurde aus zwei Blechbaracken und Beton gebaut, steht aber dank liebevollster Arbeit einer italienischen Kapelle in nichts nach.

Die Kapelle ist heute eine der Touristenattraktionen, von denen es in Orkney unzählige gibt. Die Milsoms sind ganz begeistert von allen Dingen, die sie ihren Besuchern dann zeigen möchten, aber davon müssen sie uns ein anderes Mal berichten. (nm)

Die Milsoms aus Wil verbringen ein halbes Jahr im Haus von Mim Landor und Jeremy Baster. Regelmässig berichten sie von ihren Erlebnissen auf den Orkney Islands.

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