«Die Leute sind rücksichtslos»

Eugen Rimensberger mag sich über den Sommer gar nicht freuen. Hundehalter und Biker machen dem Oberuzwiler das Leben schwer. Denn sie laufen und fahren in der Rehweid über hohes Gras und schmeissen Abfall in die Wiese.

Urs Bänziger
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Eugen Rimensberger macht sich Sorgen um die Rinder auf der Rehweid. «Biker und Hunde scheuchen sie auf», sagt er. (Bild: urb)

Eugen Rimensberger macht sich Sorgen um die Rinder auf der Rehweid. «Biker und Hunde scheuchen sie auf», sagt er. (Bild: urb)

OBERUZWIL. Wenn die Sonne lacht, vergeht Eugen «Gene» Rimensberger das Lachen. Von seinem Haus hat der Oberuzwiler eine herrliche Sicht. Die schöne Aussicht zieht auch Biker und Hundehalter in die Rehweid. Oft zum Ärger von Eugen Rimensberger. «Sobald es warm wird, erlebe ich hier auf der Rehweid das gleiche Theater», sagt er. «Hundekot, Toilettenpapier, Getränkedosen und andere Sauereien.»

Durch die Weide neben seinem Haus führt ein markierter Wanderweg. «Wenn die Leute wenigstens so diszipliniert wären und sich an die Markierung halten würden. Doch nein, sie spazieren mit ihren Hunden und die Biker mit ihren Rädern durchs hohe Gras und hinterlassen Spuren und Abfall», sagt Rimensberger.

Schon auf Rinder geschossen

Die Rehweid werde ihrem Namen nicht mehr gerecht, sie sei zu einem Tummelfeld für Hunde und Velos geworden, ärgert sich der Oberuzwiler. «Regelmässig beobachte ich, wie eine Frau nach dem Eindunkeln mit ihrem Dalmatiner auf der Weide Gassi geht. So spart sie sich die Mühe mit dem Säckli.» Rimensberger macht sich Sorgen um die Rinder, welche auf der Wiese weiden. «Ich habe dem Bauern, dem sie gehören, versprochen, nach den Rindern zu schauen. Ich versorge sie mit Wasser und gebe acht, dass sie nicht gestört werden.» Doch sei es schon vorgekommen, dass Zaunpfähle ausgerissen wurden.

«Auch wurde schon mit der Luftpistole auf die Rinder geschossen», erzählt Rimensberger. Er habe sowohl die Gemeindebehörde in Oberuzwil als auch in Uzwil auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht. «Die Bikerroute startet in Uzwil. Auf meine Bitte, oben im Staatswald eine Markierung zu stellen, wurde leider nicht eingegangen.» Auch die Gemeinde Oberuzwil sei nicht darauf eingegangen, Massnahmen gegen das Littering und den Hundekot zu treffen.

Jeder tut, was er will

«Das einzige, was ich machen kann, ist meine Wild-Kamera aufzustellen und zu hoffen, dass ich die Frevler identifizieren kann.» Die Saison habe zwar erst begonnen, doch er habe es satt, ständig als Aufpasser zu agieren. «Was haben wir in der Schweiz für Gesetze, die jedem erlauben das zu tun, was er will in Bezug auf Hunde spazieren führen und Mountainbike fahren?»

Freche Bemerkungen

Wenn er Leute anspreche, die zu Fuss oder mit dem Velo ausserhalb des Wanderweges die Weide überqueren, würden viele mit einer frechen Bemerkung reagieren. «Dabei will ich doch nur, dass sie keinen Abfall wegwerfen und die Rinder nicht aufscheuchen. Das ist doch nicht zu viel verlangt, dass die Leute Rücksicht nehmen», sagt Rimensberger.

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