Die letzte Hoffnung auf eine Medaille

CURLING. Ab Montag findet die Finalrunde zur Schweizer Meisterschaft Herren statt. Sie dauert eine Woche. Das Männerteam des Curling Clubs Uzwil schaffte den Einzug in die Entscheidungsphase nicht. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf dem Uzwiler Manuel Ruch, in Diensten von Uitikon-Waldegg.

Urs Nobel
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Manuel Ruch ist der letzte Uzwiler, der in dieser Saison im Curling-Spitzensport noch eine Meisterschafts-Medaille gewinnen könnte. (Bild: Urs Nobel)

Manuel Ruch ist der letzte Uzwiler, der in dieser Saison im Curling-Spitzensport noch eine Meisterschafts-Medaille gewinnen könnte. (Bild: Urs Nobel)

Ganz chancenlos, eine Meisterschaftsmedaille zu gewinnen, ist der Curling Club Uzwil zwar nicht. Ein Team aus dem Unteren Toggenburg beteiligt sich nämlich in zwei Wochen noch an den Mixed-Schweizer- Meisterschaften in Adelboden und ist für einen Spitzenrang gut. Die Mixed-Schweizer-Meisterschaften sind allerdings verbandsmässig im Breitensport angesiedelt. Deshalb stimmt die Aussage, dass Manuel Ruch die letzte Hoffnung auf eine echte Meisterschaftsmedaille im Spitzensport ist, doch.

Wundertüte der Finalrunde

Manuel Ruch galt einst als talentiertester Skip, und er durfte sich Hoffnungen machen, an den Olympischen Spielen in Sotschi dabei zu sein. Doch seither ist viel passiert, und Ruch freute sich, dass aus seinem damaligen Team Claudio Pätz als Mitglied der Schweizer Mannschaft in Russland dabei war. Er selber hat Sotschi nicht vermisst. Er weilte während der Olympischen Spielen beim Segeln in der Karibik. Morgen Sonntag erst kehrt er nach Hause zurück, am Montag steht er auf der JWC-Anlage in Schaffhausen bereits im Einsatz. Er entschuldigt sich für diese schlechte Vorbereitung: «Wir konnten nicht in jedem Fall davon ausgehen, dass wir die Finalteilnahme schaffen. Und weil es von der Arbeit her passte, buchte ich die Ferien.» Sein Beruf ist ihm heute wichtiger als der Sport. Trotzdem wollen er und seine Kollegen vom Team Uitikon-Waldegg in Schaffhausen eine Rolle spielen. «Wir sind die Wundertüte der Finalrunde. Einige Teams werden sich wundern, zu was wir alles fähig sind.»

Aus dem Rennen geworfen

Uitikon-Waldegg sorgte mit dem Sieg in der Qualifikation gegen den CC Uzwil dafür, dass diese Mannschaft aus dem Rennen fiel. «Es ist schade, dass sie es nicht in die Finalrunde geschafft haben. Doch im Verlauf einer solchen Meisterschaft muss jedes Team auf sich selber schauen. Uzwil hat schliesslich gegen uns nur ein Spiel verloren.» Obwohl er noch oft in Uzwil weilt und auch immer noch Mitglied des CC Uzwil ist, hat sich Manuel Ruch privat, beruflich und sportlich abgenabelt und ist im Zürichbiet angekommen. Der Wohnortswechsel sei allerdings eher zufällig entstanden, meint Ruch, der nicht gerne als Zürcher bezeichnet wird. «Uzwil respektive der CC Uzwil ist mir nicht egal.» Diese Aussage beweist Manuel Ruch, indem er seine Kollegen motiviert hat, gemeinsam am Frühlingsturnier in der Uzehalle teilzunehmen.

Degradiert?

Manuel Ruch führt das Team Uitikon-Waldegg nicht mehr als Skip. Er hat aus freien Stücken den Part des Vize-Skip angenommen. Für diesen Entscheid sei massgebend gewesen, dass seine berufliche Auslastung zugenommen habe und mit Auslandreisen verbunden ist. «Wir haben im Team jedoch das Luxusproblem, über genügend gute Skips zu verfügen.» In seiner neuen Funktion darf er dafür unbeschwerter aufspielen. «Ich kann im Moment wieder an die Leistungen meiner besten Zeiten anknüpfen.»

Nur einen Sieg hinter der Spitze

Für die am Montag beginnende Finalrunde hat sich das Team kein besonderes Ziel gesetzt. «Wir steigen zwar ambitioniert ins Rennen. Wir wollen aber in erster Linie Spass haben.» In seinen weiteren Aussagen kommt aber wieder ganz der Kämpfer zum Vorschein. «Wir liegen nur einen Sieg zurück. Also ist noch alles möglich.»

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