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Die leise Enttäuschung im Erfolg

An der WM in Tryon holte der Voltige-Verein aus Lütisburg zwei Silbermedaillen. Eine grossartige Leistung, meint Trainerin Monika Winkler-Bischofberger. Dennoch sei man ein wenig ratlos.
Nicola Ryser
Mit bissfesten Silbermedaillen: Monika Winkler-Bischofberger (links) und das Team Lütisburg bei der Siegerehrung. (Bild: PD)

Mit bissfesten Silbermedaillen: Monika Winkler-Bischofberger (links) und das Team Lütisburg bei der Siegerehrung. (Bild: PD)

Das Pferd dreht sich im Kreis. Eine Longe, ähnlich wie ein Seil, stellt die Verbindung zwischen dem Tier und dem Longenführer, zumeist Trainerin oder Trainer, her. Während das Pferd kreist, turnen eine oder mehrere Athletinnen auf dessen Rücken. Je schwieriger die akrobatischen Kunststücke sind, desto mehr Punkte erhalten sie von der Jury.

Ungefähr so, natürlich in grober Fassung, wird das Voltigieren definiert. Eine Randsportart, die schon lange existiert, jedoch nicht viel Aufmerksamkeit erfährt. Das Fürstenland/Toggenburg ist die Ausnahme der Regel, hier muss man kaum jemandem mehr die Definition der Sportart erläutern. Geschuldet ist dies einem Verein: Voltige Lütisburg. Nach dem vergangenen Wochenende hat diese Begeisterung wohl kaum abgenommen.

Silber gewonnen, Gold verloren

Denn das Team aus dem Toggenburg – notabene amtierender Schweizermeister sowie Vize-Europameister – gewann an der Weltmeisterschaft im amerikanischen Tryon gleich zwei Medaillen. Eine im Gruppenwettkampf, eine im neu eingeführten Nationenpreis, beide in der silbernen Farbe. «Das war eine grossartige Leistung unseres Teams, denn die Konkurrenz mit den Nationen Deutschland, Italien oder USA präsentierte sich äusserst stark», sagt Trainerin Monika Winkler-Bischofberger. Stolz sei sie vor allem auf ihr rein weibliches Team, das im ersten Nationenpreis der Geschichte der Weltreiterspiele gar das beste Damen-Team der Welt stellte. «Der Modus war intensiv. Innert 18 Minuten mussten alle ihre Kür zeigen.»

Vor der Kür im Gruppenwettkampf lag die Schweiz nur zwei Tausendstel hinter Deutschland, am Ende fehlte nicht viel: «Wir wussten, dass wir ein perfektes Programm abliefern mussten. Das taten wir aber nicht.» Es blieb bei Rang zwei. Und dennoch ein bitterer Nachgeschmack im Team. «Eigentlich war das Ziel Gold. Das haben wir verfehlt», gesteht Winkler-Bischofberger. Die leise Enttäuschung hinter dem Erfolg ist auch Tage nach dem Wettkampf noch präsent: «Wir wissen nicht, woran es lag. Die Pferde liefen gut, die Stimmung war euphorisch. Vielleicht haben wir uns zu viel Druck gemacht.»

«Wir müssen uns zuerst wieder behaupten»

Das Team sei bereit gewesen, hatte sich perfekt vorbereitet: «Wir haben eine starke, eingespielte Equipe mit viel erfahrenen Stützen. Seit zwei Jahren treten wir in gleicher Form auf. Zudem haben wir zwei nervenstarke Pferde, die eine schöne Körperhaltung einnehmen können.» Aber eben: Am Ende haben laut Winkler-Bischofberger minime Fehler entschieden. «Das fuxt uns an. Es wäre perfekt gewesen.» Im gleichen Atemzug relativiert die Trainerin: «Dennoch sind wir stolz auf uns und haben schöne Erinnerungen an den Event.» Das Team konnte die Zuschauer mit ihren Leistungen begeistern, jeder wurde angefeuert: «In der Schweiz bei den nationalen Wettbewerben erlebt man eine solche Atmosphäre nicht. Aber das ist auch ein unfairer Vergleich.»

Das Team ist nun zurück in der Schweiz. Wie geht es weiter? Ist nach der Medaille vor der Medaille? «Zuerst haben wir eine Pause verdient, dann, nach den Herbstferien, wird die nächste Saison geplant», erklärt Winkler-Bischofberger. Es stünden einige Veränderungen im Team an, darum müsse man zuerst definieren, was als Nächstes möglich sei: «Wir müssen uns zuerst einmal wieder behaupten.» Doch im Toggenburg scheint der Randsport alles andere als am Rande zu sein. Aktuell trainieren rund 60 Mädchen zwischen 5 und 25 Jahren im Verein. Der Nachwuchs scheint bereit.

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