Die Lehrpläne harmonisieren

Ab August 2017 gilt in den St. Galler Schulen der neue «Lehrplan Volksschule». Die Uzwiler Schule bereitet sich gründlich auf diesen Wechsel vor.

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UZWIL. Die Art, wie Schule gemacht wird, verändert sich. Der Uzwiler Schulratspräsident Daniel Wyder sagt dazu: «Die Schule entwickelt sich von der reinen Wissensvermittlung weg. Die Schülerinnen und Schüler sollen Wissen an unterschiedliche Situationen anpassen und anwenden können.» Auch die mobile Gesellschaft setze andere Erwartungen an die Schule. «700 Menschen ziehen jährlich allein nach Uzwil und von Uzwil weg. Natürlich auch Schulkinder. Das ruft danach, die Lehrpläne zu harmonisieren», sagt Wyder.

Neue Fächer

Spüren würden die Kinder den neuen Lehrplan als erstes mit der Einführung des neuen Faches «Medien und Informatik». Neben dem Religionsunterricht der Landeskirchen gibt es zudem neu ab der 3. Primarklasse das Wahlpflichtfach «Ethik, Religionen und Gemeinschaft». Die Eltern können wählen, ob ihre Kinder das Fach bei den Kirchen oder der Schule besuchen. Bei der Lektionentafel ändert sich sonst wenig. Auch die Einteilung in Kindergarten, Primarschule und Oberstufe bleibt bestehen. Bereits ab dem Schuljahr 2016/17 wird in Uzwil in der ersten Klasse die Deutschschweizer Basisschrift eingeführt.

Der Lehrplan Volksschule ist in sechs Fachbereiche gegliedert: Sprachen, Mathematik, Natur-Mensch-Gesellschaft, Gestalten, Musik, Bewegung und Sport. Zusätzlich sind «Berufliche Orientierung» sowie «Medien und Informatik» im Lehrplan enthalten. Der Lehrplan beschreibt, was ein Kind am Ende der Volksschule wissen und können soll. Der Lehrplan ist also nicht bereits erfüllt, wenn der Stoff im Unterricht behandelt wurde. Das Ziel ist erreicht, wenn die Kinder und Jugendlichen über das nötige Wissen verfügen und dieses auch anwenden können. Hinter diesem Grundsatz steht ein Lern- und Unterrichtsverständnis, auf dem bereits heutige Lehrpläne aufgebaut sind. Der neue Lehrplan kümmert sich auch um Kompetenzen wie Selbständigkeit, Sozialverhalten oder Verantwortungsbewusstsein.

Zwei Weiterbildungstage

Was der Wechsel für die Uzwiler Lehrpersonen bedeutet, haben sie an zwei Weiterbildungs- und Informationstagen praktisch erfahren. «Die Lehrpersonen haben einen guten Einblick in einzelne Fachbereiche erhalten. Nun geht es darum, das Erlernte untereinander auszutauschen und zu vertiefen», sagt Wyder. Das steht bei den Uzwiler Schulen am Mittwoch, 8. Juni, auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler haben an diesem Morgen dann schulfrei.

Innerhalb der Uzwiler Schulen haben zwei Schulleiterinnen die Projektleitung übernommen: Mary Baumgartner und Mirjam Meili. «Das lokale Einführungskonzept ermöglicht uns, den Lehrplan abgestimmt auf unsere Organisation in Uzwil einzuführen. Wir setzen bewusst einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit der Lehrpersonen aller Schulen.» (red.)