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Die Lehre über den Atlantik tragen – wie Bühler in Amerika Lehrlinge ausbildet

In den USA ist die Berufslehre noch nicht so verbreitet wie in der Schweiz. Dennoch bildet der Uzwiler Technologiekonzern Bühler auch dort Stifte aus. Die ersten Lehrabsolventen sind jetzt in der Schweiz zu Besuch.
Tobias Bruggmann
Die erfolgreichen Lehrlinge um Lehrmeister Michael Taylor (zweiter von links) besuchen die Bühler-Werkhallen in Uzwil. Auch für Simon Mitchell (dritter von links) eine neue Erfahrung. Er war noch nie in der Schweiz. (Bild: Tobias Bruggmann)

Die erfolgreichen Lehrlinge um Lehrmeister Michael Taylor (zweiter von links) besuchen die Bühler-Werkhallen in Uzwil. Auch für Simon Mitchell (dritter von links) eine neue Erfahrung. Er war noch nie in der Schweiz. (Bild: Tobias Bruggmann)

«Der schönste Moment während der Lehrzeit ist jetzt. Jetzt kann ich mit meinen ehemaligen Lehrenden feiern», sagt Michael Taylor mit glänzenden Augen. Vier Jahre lang hat Taylor seine jungen Schweisser ausgebildet. Jedoch nicht in der Schweiz, sondern in Amerika. Das ist aussergewöhnlich, die meisten Jugendlichen dort besuchen die Uni.

Zurzeit sind die vier Schweisserlehrlinge, die in Amerika beim Technologiekonzern Bühler ihre Lehre beendet haben, zusammen mit Lehrmeister Michael Taylor zu Gast am Hauptsitz in Uzwil.

Sie sind die ersten, die eine Lehre, ähnlich dem Schweizer Modell, in Amerika abgeschlossen haben. «Für die jungen Menschen wäre es schwierig geworden, alleine die Schweiz zu besuchen. Ich wollte ihnen die Mentalität, die Arbeitsweise und die Kultur zeigen», sagt Taylor.

Arbeitserfahrung schlägt Uni-Abschluss

Einer der vier jungen Männer, welche die Lehre abgeschlossen haben, ist Simon Mitchell. Der Grund, warum er eine Lehre gemacht hat und nicht, wie viele seiner Kollegen, die Universität besucht, sei die fehlende Praxis an der Hochschule gewesen:

«Wenn du aus der Uni kommst, hast du noch keine Berufserfahrung. Mit der Lehre ist das anders. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwann den Universitätsabschluss nachhole.»

Denn die Leistungen während der Lehre können für einen Uniabschluss angerechnet werden.

Da in Amerika das Modell der Berufslehre nicht sehr verbreitet ist, musste sich Simon Mitchell seinen Kollegen oft erklären: «Nicht viele meiner Freunde machen eine Ausbildung. Während meiner vierjährigen Lehrzeit ist die Akzeptanz für die Berufslehre aber gestiegen.» Dennoch sieht auch der Lehrmeister noch Potenzial: «Wir versuchen, die Mentalität der jungen Amerikaner zu ändern», sagt Taylor. Dafür unternimmt er einiges, er geht zum Beispiel in die Highschools und informiert über die Berufslehre.

Für Taylor ist sein Beruf ein Traumjob:

«Man sieht, wie die Leute heranwachsen und man ihnen immer mehr Verantwortung übertragen kann.»

Unterschiede trotz ähnlichem System

Das System der Berufslehre ist in North Carolina gleich wie in der Schweiz. Die Lehrlinge gehen vier Tage in der Woche zur Arbeit, einen Tag verbringen sie in der Berufsschule und lernen dort die Theorie. Eine Lehre nach Schweizer Vorbild gab es bislang noch nicht. Deshalb schlossen sich mehr als zehn Firmen zusammen und gründeten einen Verband. Dieser organisierte die Schule zusammen mit einem College für technische Ausbildungen.

Die Lehrlinge erhalten für ihre Arbeit, genau wie in der Schweiz, einen Lohn. Dieser sei leistungsabhängig, erklärt Simon Mitchell: «Wir bekommen alle den hier üblichen Mindestlohn. Regelmässig werden wir bewertet und je nach Leistung gibt es mehr oder weniger Geld. Unter den Mindestlohn fallen wir aber nie.» Es sei schwierig, nur mit dem Lehrlingslohn zu leben, ergänzt der Lehrmeister.

Krankenversicherung für Lernende

Die Lehre entlaste aber auch die Eltern: «Der Betrieb stellt die Krankenversicherung für die Lernenden.» Die Lehrlinge und ihr Meister bleiben noch eine Woche in der Schweiz. Danach gehen sie zurück nach North Carolina. Dort bleiben sie bei Bühler: Eine Spezialität beim amerikanischen System ist, dass die Lehrlinge eine Jobgarantie für die Zeit danach haben. Und auch für Lehrmeister Taylor geht die Arbeit weiter: Bald starten vier neue Lehrlinge

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