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Ein ukrainischer Männerchor brachte die Klosterkirche von Magdenau zum wackeln

Zum 775-Jahr-Jubiläum des Klosters Magdenau gab es am Sonntagabend ein spezielles Konzert zu geniessen. Es sang der ukrainische Männerchor Orpheus zusammen mit dem Chor Kantorei Toggenburg.
Michael Hug
Einer singt schöner wie der andere: Der Männerchor Orpheus aus Lviv (Lemberg). (Bilder: Michael Hug)

Einer singt schöner wie der andere: Der Männerchor Orpheus aus Lviv (Lemberg). (Bilder: Michael Hug)

Nur sieben Männer. Doch die Klosterkirche schien zu wackeln. Doppelt so viel Sängerinnen und Sänger hat die Kantorei Toggenburg. Doch die mussten ganz schön aus sich herauskommen, um den Ukrainern ihre Stimmen entgegenzuhalten. Das Ergebnis: einfach umwerfend. Phänomenal, schön, berührend – «hammermässig» auf neudeutsch.

Es war ein Konzert, für das es sich gelohnt hat, den halben Sonntagabend zu opfern. Viele, sehr viele, jedenfalls nicht mehr zu zählende Zuschauerinnen und Zuschauer aus Flawil und Degersheim wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die beiden Chöre geniessen zu können. Jeder letzte Platz war besetzt, sie sassen sogar auf Treppentritten und standen im Vorraum der Kirche.

Männerchor aus Lviv

Orpheus Oktett – der Ruf eilt dem im Jahr 2000 gegründeten Männerchor aus Lviv voraus. Die kleine Konzerttournee durch die Ostschweiz generierte durchwegs positives Feedback. Die Station Magdenau war die letzte der 12-tägigen Tournee, auf der die sieben Ukrainer jeden Tag ein Konzert gaben: in Winterthur, Zürich, St. Gallen, Frauenfeld, Hemberg und anderen Orten.

Organisiert wurde die Tour von einer ehemaligen Flawilerin, Margrit Mettler-Roth, die mit dem Chor aus dem Osten schon seit einigen Jahren Beziehungen pflegt. Ganz überrascht war sie nach dem Konzert: «Das ist ja ein fantastisch schöner Ort! Als Kinder haben wir die Mauern immer nur von aussen angeschaut.» Und nun von innen: Am Schluss des eineinhalbstündigen Konzerts bekam sie von den Sängern einen Orchideenstrauss für ihre immense Organisationsarbeit überreicht.

Die einstige Flawilerin Margrit Mettler organisierte die Orpheus-Tournee und das Abschlusskonzert in Magdenau.

Die einstige Flawilerin Margrit Mettler organisierte die Orpheus-Tournee und das Abschlusskonzert in Magdenau.

Renaissance im digitalen Zeitalter

Eine Konzerttour an einem Ort, der heuer 775 Jahres seines Bestehens feiern kann, war eine gute Idee. Die Gelegenheit, das Konzert zu besuchen, nahm auch die Präsidentin des Vereins «Freunde des Klosters Magdenau» wahr, Monika Scherrer, ihres Zeichens auch Gemeindepräsidentin von Degersheim (wozu auch Magdenau gehört).

Scherrer verwies in ihrer Begrüssung auf die bemerkenswerten Leistungen der Klöster in den vergangenen Jahrhunderten. Interessant sei, dass gerade heute, im digitalen Zeitalter, Klöster eine Renaissance erleben, was Rückzug, Meditation, Kontemplation und Besinnung auf innere Werte betreffe.

Stichwort Renaissance

Renaissance – das Stichwort für die Toggenburger. Die Kantorei Toggenburg widmet sich Liedern aus dieser Epoche und eröffnete mit kurzen und mehrsprachigen Werken den Abend. «El grillo» (Josquin Desprez), «Fyez vous y» (Clément Janequin), um einen Auszug aus der Darbietung der Toggenburger zu nennen.

Nach einer halben Stunde dann Orpheus. Der siebenköpfige, dreistimmige Männerchor sang mehrere Lieder aus der orthodoxen Liturgie. Natürlich auf Ukrainisch, was zwar niemand verstand im Publikum, aber umso mehr die Sinne auf das Gesangliche öffnete. Gemeinsam sangen die beiden Formationen dann «Haleluia!» – ein bewegender Moment und erster Höhepunkt. Dann wechselten die Ukrainer zu Volksliedern und auch bei den Intermezzi der Toggenburger wurde es mit «Der Floh» volkstümlicher.

«Lueget vo Berg und vo Tal»

Zum Abschluss dann eine Überraschung: «Lueget vo Berg und vo Tal» mit beiden Chören und dem Publikum. Für Publikum und Aktive gab es dann ein heisses Risotto aus der Klosterküche und im schattigen Klosterhof wurde noch lange gesessen und genossen.

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