Die Kantinenkönigin der Schweiz

Nach Anstellungen als Serviertochter entdeckte Else Spiller ihr journalistisches Talent. «Gutes tun und darüber schreiben», das beherrschte sie meisterhaft.

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Else Züblin-Spiller 1881–1948 Gründerin heutige SV Group

Else Züblin-Spiller 1881–1948 Gründerin heutige SV Group

Nach Anstellungen als Serviertochter entdeckte Else Spiller ihr journalistisches Talent. «Gutes tun und darüber schreiben», das beherrschte sie meisterhaft. Aus einfachen Verhältnissen stammend, verkehrte sie bald in den höchsten Gesellschaftskreisen, kommunizierte mit Industriellen, Bundesräten und hohen Offizieren auf Augenhöhe. Sie galt als «die Generalin», war eine Macherin, die Probleme anpackte und auch gegen Widerstände löste. Das machte sie populär, schuf auch Distanz und Neid.

1914 übernahm Else Spiller die Leitung des Schweizer Verbandes Soldatenwohl und machte die alkoholfreien Soldatenstuben zur Erfolgsgeschichte. Während der Kriegsjahre wurden gegen 1000 gemütliche Stuben eingerichtet. Dort wartete eine Soldatenmutter mit Kaffee, Tee und Kuchen. Mit dem Ende des Krieges waren die Soldatenstuben überflüssig geworden. Doch Else Spiller hatte einen Plan: Die Wehrmänner kehrten in die Fabriken zurück und auch dort galt es, für gesundes Essen zu sorgen. Unter ihrer Ägide wurde die erste Kantine der Schweiz betrieben, die von einem neutralen Dienstleister geführt wurde. Sie popularisierte das Konzept der Selbstbedienung und profilierte sich in Ernährungs- und Ausbildungsfragen. Damit schuf sie die Basis für die SV Group als führendes Unternehmen der Gemeinschaftsgastronomie. (pd)

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